Lando Norris durfte in Monaco seine Vertragsverlängerung mit seinem zweiten Podium in dieser Saison feiern. Ein dritter Platz wurde es letztlich, der auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl ins Staunen versetzte. Dieser sieht die Konstanz des Briten als wichtige Waffe.

Dass McLaren am Sonntag auch von Problemen anderer - in diesem Fall den Ausfällen von Charles Leclerc und Valtteri Bottas - profitieren konnte, schmälert den Podiumserfolg laut Norris allerdings nicht. Diese Tatsache sei vielmehr eine Stärke, die sich das Team in letzten Jahren erarbeitet habe.

In Monaco konkurrenzfähiger als erwartet

McLaren war mit der Erwartung nach Monaco gereist, eine schwieriges Rennwochenende haben zu werden. Diese Vermutung baute auf den gewonnenen Erfahrungen der vergangenen Grands Prix auf. Dort hatte der MCL35M laut Teamchef Seidl besonders in langsameren Ecken zu kämpfen. Auf keiner anderen Strecke im WM-Kalender gibt es davon so viele wie im Monaco.

Letzten Endes kam es aber anders und Lando Norris verzauberte das Fürstentum mit einer Glanzleistung. "Das war ein langes Rennen. Wir waren das ganze Wochenende stark und ich habe mich im Auto immer wohlgefühlt. Das Team hat bei der Strategie und dem Boxenstopp einen guten Job gemacht. Natürlich bin ich glücklich über das Podium, vor allem weil ich es in Monaco holen konnte - das ist sehr besonders", so Norris.

Dabei hätte es aber auch anders kommen können. Im zweiten Stint holte Red-Bull-Pilot Sergio Pérez rasant auf den Briten auf, Norris konnte aber abwehren: "Red Bull ist offensichtlich schneller als wir. Das ist aber eine Strecke, auf der du deine Position relativ leicht verteidigen kannst. Solange ich ihn in Kurve eins und zehn hinter mir halten konnte und keine Fehler gemacht habe, sah es gut aus. Es ging eher darum, den Sprit und die Reifen zu managen - das hat unser Leben etwas schwieriger gemacht. Es hat sich aber ausgezahlt, also möchte ich mich nicht beschweren."

McLaren räumt ab, wenn andere Fehler machen

Abgesehen vom Monaco GP, hat sich in der Vergangenheit aber schon häufiger gezeigt, dass McLaren immer näher an die Spitze gekommen ist. Das kann auch Norris unterschreiben: "Wir machen Fortschritte, müssen allerdings auch an das letzte Wochenende in Barcelona denken. Dort hatten wir mehr zu kämpfen und das bedeutet, dass wir nicht überall gut sind. Wir haben also noch Arbeit vor uns."

Errungenschaften wie das Podium haben nach Ansicht des Briten außerdem einen weiteren positiven Nebeneffekt: "Es sind solche Momente, wo du dir denkst, dass wir da öfter stehen könnten. Gestern im Qualifying waren wir nur zwei Zehntel hinter der Pole-Zeit. Wenn du das Auto also noch etwas schneller machst und es sich ein bisschen besser fahren lässt, dann können wir sowas öfter erleben. Das motiviert mich und das Team", führt Norris aus.

Lando Norris brachte seine Mannschaft am Sonntag zum Jubeln - Foto: LAT Images
Lando Norris brachte seine Mannschaft am Sonntag zum JubelnFoto: LAT Images

Maßgeblich ist aber auch, dass sich McLaren in die Position bringen konnte, Patzer der Konkurrenz auszunutzen. Bevor Norris sein Formel-1-Debüt gab, war dies noch nicht der Fall. "Ich habe mich Donnerstag, Samstag und Sonntag wohlgefühlt und keine Fehler gemacht. Wenn andere Teams aber Fehler machen, dann sind wir in der Position, davon zu profitieren - wie in Imola. Wenn andere Fehler machen, dann können wir abräumen", erklärt der McLaren-Pilot.

Andreas Seidl: Norris macht keine Fehler

Hierzu braucht es aber natürlich auch den richtigen Fahrer. Mit der Verlängerung des Arbeitspapieres von Norris konnte der britische Traditionsrennstall also einen wichtigen Coup landen. Rennwochenenden wie in Monaco bestätigen das. "Er macht keine Fehler und das ist eine seiner Stärken", hält Teamchef Andreas Seidl fest. "Das ist beeindruckend und es super zu sehen, welche Schritte er gemacht hat. Das muss er auch, wenn er ein Großer werden will in diesem Sport. Ich bin glücklich darüber, die nächsten Jahre mit ihm zusammenzuarbeiten. Wir werden noch viel Freude an ihm haben."

Der Verdienst des Teamchefs selbst ist es allerdings, im Team einen Zusammenhalt entstehen haben zu lassen. Ein Zusammenhalt, der solche Leistungen erst möglich macht. Da ist sich Norris sicher: "Wir arbeiten alle zusammen. Mit meinen und auch mit Daniels Ingenieuren. Wir arbeiten als Team und deswegen läuft es so gut."