Die Formel-1-Saison 2021 steht in den Startlöchern. In der Woche vor den Testfahrten in Bahrain präsentierte die Königsklasse eine weitere Neuerung für die bevorstehenden 23 Rennen. Mercedes und Aston Martin stellen dieses Jahr abwechselnd das Safety Car sowie das Medical Car. Erstmals seit 25 Jahren stellen zwei Automobilhersteller die Sicherheitsfahrzeuge der Königsklasse. Mit Aston Martin Vantage und Aston Martin DBX betreten zwei neue Fahrzeuge die Grand-Prix-Bühne. Mit dem Mercedes-AMG GT R und Mercedes-AMG C 63 S Estate bleibt die Marke mit dem Stern ihrem Portfolio treu - jedoch nicht ihrem Design.

"Wir freuen uns sehr darüber, unsere neue Partnerschaft mit Aston Martin und Mercedes-AMG bekanntzugeben, welche die offiziellen Safety Cars und Medical Cars der Formel-1-Weltmeisterschaft stellen werden", so Stefano Domenicali, seines Zeichens neuer CEO der F1. Seit 1996 war Mercedes der alleinige Ausrüster für das Führungsfahrzeug und das Auto des medizinischen Personals. Der deutsche Automobilkonzern setzt diese Tradition 2021 an der Seite Aston Martins fort.

Die beiden von Mercedes eingesetzten Autos setzen dabei allerdings auf einen neuen Auftritt. Nach über zwei Dekaden in Silber werden Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer und Medical-Car-Fahrer Alan van der Merwe ab diesem Jahr in Rot unterwegs sein. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits 2020. In Mugello waren die Autos der FIA anlässlich des 1000. F1-Rennens von Ferrari zu ehren der Scuderia schon einmal in der Farbe des Rivalen lackiert.

Darüber hinaus wurde mit Crowdstrike auch ein kommerzieller Partner für das Safety Car von Mercedes gefunden, welches in der Vergangenheit ausschließlich mit den Logos der FIA sowie der Formel 1 unterwegs war. Das US-amerikanische Unternehmen für Informationssicherheit und Cybersicherheitstechnologie kooperiert auch mit dem Formel-1-Team von Mercedes.

Mercedes setzt Safety Car und Medical Car in der Formel 1 2021 auf ein Design in Rot - Foto: Daimler
Mercedes setzt Safety Car und Medical Car in der Formel 1 2021 auf ein Design in RotFoto: Daimler

Aston Martin debütiert in Bahrain mit Formel-1-Auto und Safety Car

Mayländer und van der Merwe werden neben den ihnen bekannten Mercedes-Fahrzeugen auch in den Genuss der neuen Einsatzautos von Aston Martin kommen. Der britische Automobilhersteller tritt 2021 mit der Übernahme von Racing Point erstmals seit 1960 wieder in der Formel 1 an. Zum Engagement des Werksteams gesellt sich der Auftritt mit Safety Car und Medical Car.

Der Aston Martin Vantage und der Aston Martin DBX werden bereits beim Saisonauftakt am 28. März in Bahrain in Dienst gestellt. In der Entwicklungsphase absolvierten beide etwa 15.000 Kilometer unter simulierten Einsatzbedingungen auf dem Silverstone Circuit, sowie diverse Tests auf dem Prüfstand.

"Die Autos müssen unter allen Bedingungen schnell sein und dazu jede Menge innovativer Technologien an Bord haben. Wenn ich mir den Vantage und den DBX anschaue, hat Aston Martin einen beeindruckenden Job gemacht, die Autos einsatzbereit zu machen", so Formel-1-Rennleiter Michael Masi.

Die Autos erstrahlen wie Aston Martins F1-Boliden für Sebastian Vettel und Lance Stroll im klassischen an das British Racing Green angelehnten Aston Martin Racing Green. Während Mercedes beide Autos, abgesehen von den für die F1 notwendigen Sicherheits- und Überwachungssystemen, in der Serienkonfiguration stellt, wurden bei den Briten einige Modifikationen vorgenommen.

Formel 1 Safety Cars: Technische Daten Mercedes AMG GT R & Aston Martin Vantage

Mercedes AMG GT R Aston Martin Vantage
Motor V8-Biturbo V8-Biturbo
Hubraum 3982 cm³ 3982 cm³
Getriebe 7‑Gang Doppelkupplungsgetriebe 8-Stufen-Automatikgetriebe
Antriebsachse Hinterradantrieb Hinterradantrieb
Leergewicht 1.555 kg 1.530 kg
Tankvolumen 65 l 73 l
max. Leistung 430 kW (585 PS) bei 6250 u/min 393 kW (535 PS) bei 6000 u/min
max. Drehmoment 700 Nm bei 1900–5500/min 685 Nm bei 2000–5000/min
Beschleunigung 0-100 km/h 3,6 sek 3,5 sek
Höchstgeschwindigkeit 317 km/h 314 km/h
Kraftstoffverbrauch (kombiniert) 12,4 l Super Plus 10,3 l Super Plus
CO2-Emission (kombiniert) 284 g/km 236 g/km
Grundpreis 165.410 Euro 154.000 Euro

Alle Daten gemäß Herstellerangabe

Aston Martin Vantage als Safety Car mit extra-Performance

Der im Aston Martin Vantage verbaute Achtzylinder Biturbo-Motor aus dem Hause AMG wurde für die Safety-Car-Version mit einer Leistungssteigerung von 25 PS bedacht und leistet für den Einsatz als Führungsfahrzeug 535 PS. Das maximale Drehmoment der 4-Liter-Maschine liegt bei 685 Nm. Ein optimiertes Getriebe sorgt ebenfalls für verbesserte Performance.

Ein verbesserter Frontsplitter generiert einen Anpressdruck von 155,6 kg bei 200 km/h und damit 60 kg mehr als die Serienausführung. Darüber hinaus wurden Aufhängung, Lenkung, Dämpfer und Unterboden überarbeitet. Abgerundet wird die Safety-Car-Version des britischen Sportwagens durch weitere Aerodynamik-Optimierungen, zusätzliche Bremsbelüftungen sowie das Kühlsystem der Rennversion Aston Martin Vantage GT4.

Formel 1 Medical Cars: Technische Daten Mercedes-AMG C 63 S T-Model & Aston Martin DBX

Mercedes-AMG C 63 S T-Modell Aston Martin DBX
Motor V8-Biturbo V8-Biturbo
Hubraum 3982 cm³ 3982 cm³
Getriebe MCT 9-Gang-Getriebe 9-Stufen-Automatik
Antriebsachse Hinterradantrieb Allradantrieb
Leergewicht 1.800 kg 2.245 kg
Tankvolumen 66 l 85 l
max. Leistung 375 kW (510 PS) bei 5500–6250 u/min 405 kW (550 PS) bei 6500 u/min
max. Drehmoment 700 Nm bei 1750–4500 u/min 700 Nm bei 2200–5000 u/min
Beschleunigung 0-100 km/h 4,1 sek 4,5 sek
Höchstgeschwindigkeit 280 km/h 291 km/h
Kraftstoffverbrauch (kombiniert) 10,0 l Super Plus 14,3 l Super Plus
CO2-Emission (kombiniert) 229 g/km 269 g/km
Grundpreis 88.001 Euro 183.500 Euro

Alle Daten gemäß Herstellerangabe

Aston Martin DBX erstes SUV als Medical Car

Als Medical Car setzt Aston Martin mit dem DBX das erste SUV in der 108-jährigen Unternehmensgeschichte ein. Der V8-Biturbo mit 4 Litern Hubraum ist identisch mit dem des Vantage, leistet in der Ausführung des DBX allerdings schon ab Serie 550 PS und 700 Nm.

Im Gegensatz zum Vantage entspricht der DBX technisch der Serienkonfiguration. Einzig die Sicherheitsausrüstung entsprechend der FIA-Vorgaben weicht vom Modell aus dem Showroom ab. Mit der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden ist das SUV nur eine Sekunde langsamer als der Sportwagen.