Williams hat am Freitag sein Formel-1-Auto für die Saison 2021 enthüllt. Der Williams FW43B markiert ein neues Kapitel in der Geschichte des britischen Traditionsrennstalls, der nach dem vollständigen Rückzug der Gründerfamilie im Herbst 2020 unter neuer Führung steht. Der Bolide setzt erneut auf die Weltmeister-Power-Unit aus dem Hause Mercedes.

Die Präsentation des neuesten Werkes der Williams-Ingenieure verlief allerdings nicht ganz planmäßig. Ursprünglich sollte die Weiterentwicklung des Vorjahresautos in einem virtuellen Launch per Augmented-Reality-App gezeigt werden. Am Freitagmorgen teilte das Team mit, dass ein Hacker-Angriff die Absage der mit Spannung erwarteten Show notwendig machte.

Das Design unterscheidet sich gravierend vom FW43. Das Team präsentierte keine neuen Sponsoren und das Auto stellt ebenso viel freie Fläche wie im Vorjahr zur Schau. Die einst fast ausschließlich weiße Lackierung ist dennoch einer völlig neuen Farbgebung gewichen, die von unterschiedlichen Blautönen dominiert wird. Ergänzt wird sie durch Akzente in Gelb.

Williams will damit an die glorreichen Zeiten der 1980er und 1990er Jahre erinnern. In diesen beiden Jahrzehnten feierte das Team mit neun Konstrukteurs- und sieben Fahrerweltmeistertiteln seine größten Erfolge in der Königsklasse.

Das Design des FW43B unterscheidet sich grundlegend von dem seines Vorgängers - Foto: Williams
Das Design des FW43B unterscheidet sich grundlegend von dem seines VorgängersFoto: Williams

Williams erkennt die Zeichen der Zeit

Der FW43B soll den Aufwärtstrend der vergangenen Saison fortsetzen. Zwar erreichten Russell und Latifi keine WM-Punkte, doch nach der katastrophalen Performance 2020 gelang es dem Team, sich aus dem Sumpf am Ende des Feldes zu befreien. Mercedes-Junior Russell erreichte neun Mal das Q2.

Durch die Übernahme von Dorilton Capital vollzieht Williams ab 2021 nicht nur einen organisatorischen Wechsel, der von CEO Jost Capito und Teamchef Simon Roberts geleitet wird. Der Rennstall sagt sich auch von seiner seit Jahren konsequent verfolgten Ideologie ab, seine Autos vollständig selbst zu entwickeln und herzustellen.

Als einer der erfolgreichsten Konstrukteure in der Geschichte des Sports lehnte es die ehemalige Teamchefin Claire Williams konsequent ab, dem Modell von Haas oder Racing Point zu folgen. Als Kunde von Ferrari beziehungsweise Mercedes nutzten diese Teams die Möglichkeit, nicht gelistete Teile einzukaufen, anstatt diese selbst zu produzieren.

In Zukunft verfolgt Williams ebenfalls diese Philosophie und kauft bei Mercedes ein. Das Getriebe sowie Hydraulikkomponenten werden allerdings erst ab 2022 von den Weltmeistern übernommen, weshalb dem Team zunächst eine Übergangssaison bevorsteht.