Kimi Räikkönen sorgte am Trainingsfreitag zum Abu Dhabi Grand Prix 2020 der Formel 1 für die so ziemlich einzige spektakuläre Szene des Tages. Rund 15 Minuten vor Sessionende qualmte es plötzlich aus dem Heck seines Alfa Romeo C39, dann züngelten leichte Flammen hervor, die sich schnell zu einem massiven Feuer ausweiteten. Räikkönen musste auf der Strecke abstellen, das rief eine rote Flagge auf den Plan.

„Du hast ein großes Feuer, mach dich da verdammt nochmal schnell raus!“, funkte Renningenieur Julien Simon-Chautemps aufgeregt an den Routinier. Bei Feuer reagiert man in der Formel 1 nach dem Unfall von Romain Grosjean vor zwei Wochen offenbar noch immer ziemlich dünnhäutig. Außer man heißt Räikkönen. Der Finne nahm die Szene locker - dabei hatte er sich beim Versuch, aus dem Cockpit zu klettern offenbar auch noch in der Verkabelung des Boxenfunks verfangen.

Klassischer Kimi: Räikkönen löscht Feuer selbst

Für Sorgen oder Panik sorgte das bei Räikkönen nicht. „Nein, daran war gar nichts unheimlich“, sagte der 41-Jährige nach dem Training. „Es war einfach nur schade, dass es Flammen gefangen hat. Dann wurde es natürlich chaotisch bei dem Versuch, das Feuer zu löschen. Einfach eines dieser Dinge.“

Kimi Räikkönen kümmerte sich persönlich um die Löscharbeiten - Foto: LAT Images
Kimi Räikkönen kümmerte sich persönlich um die LöscharbeitenFoto: LAT Images

Eines dieser Dinge war auch die Löschaktion selbst. Die überließ Räikkönen nämlich nicht den Marshalls. Kaum hatte der erste begonnen, das Heck zu löschen, schnappte Räikkönen ihm den Feuerlöscher weg und kümmerte sich selbst um sein Arbeitsgerät. „Finde jemanden, der sich um dich kümmert, wie Kimi sich um sein Auto kümmert“, twitterte Räikkönens Ex-Team McLaren dazu.

Nur Trainingsgetriebe und -motor betroffen

Selbst als die Flammen gelöscht waren, es allerdings noch immer heftig qualmte, war der finnische Feuerwehrmann noch nicht fertig. Räikkönen riss an der Motorabdeckung herum, offenbar auf der Suche nach einem womöglich noch nicht entdeckten Brandherd, um größeren Schaden zu verhindern.

„Es gibt einigen Schaden, hoffentlich ist es hauptsächlich das Bodywork“, berichtete Räikkönen später. „Warten wir ab. […] Ich spekuliere nicht.“ Ein wichtiger Aspekt jedoch: Die für Qualifying und Rennen geplante Power Unit sowie das Renngetriebe waren am Freitag noch nicht im Einsatz. „Deshalb wird es hoffentlich nur etwas mehr Arbeit für die Jungs werden“, sage Räikkönen. „Es sollte okay sein.“

Räikkönen glänzt im ersten Training

Eine Strafe wäre vor allem deshalb umso bitterer, weil Räikkönen sich in Abu Dhabi zufrieden mit der Pace seines C39 zeigte. „Das Auto fühlte sich gut an. Zumindest wenn man die anderen Bedingungen im FP1 und den Teil des FP2, den wir fahren konnten, berücksichtigt“, sagte der im ersten Training mit P10 überraschend weit vorne klassierte Finne. Im zweiten Training reichte es mit dem Defekt zum 14. Rang.

Teamkollege Antonio Giovinazzi wurde 17. Im ersten Training hatte er sein Cockpit für Robert Kubica räumen müssen. Ordentlich gewesen sei der Freitag dennoch. „Ich bin schnell auf Speed gekommen“, sagte der Italiener. „Wir können aber wie immer noch einige Dinge verbessern.“