Offiziell fand das 1. Freie Training zum Eifel GP auf dem Nürburgring statt. Allerdings durften die Formel-1-Piloten 90 Minuten lang nicht auf die Strecke, weil der Rettungshelikopter aufgrund des schlechten Wetters nicht fliegen durfte. Besonders bitter war die inoffizielle Trainingsabsage für Mick Schumacher.

Der 21-Jährige hätte eigentlich sein Formel-1-Debüt an einem Grand-Prix-Wochenende geben sollen, ersetzte im 1. Training Alfa-Pilot Antonio Giovinazzi - nur durfte eben nicht auf die Strecke. "Das war echt schade, ich wäre so gerne hier gefahren", sagte Schumacher später.

"Ich hätte schon gerne meine Runden hier gedreht, ich mag solche Bedingungen mit Regen", sagte er zu Motorsport-Magazin.com. "Aber Sicherheit geht vor, dann eben beim nächsten Mal."

Die Fans am Nürburgring bekamen Mick Schumacher nicht zu sehen - Foto: LAT Images
Die Fans am Nürburgring bekamen Mick Schumacher nicht zu sehenFoto: LAT Images

Doch das nächste Mal steht noch in den Sternen. Einen konkreten Plan, ob Mick Schumacher das verpasste Training nachholen wird, gibt es noch nicht. "Es kommen jetzt viele Strecken, auf denen nicht so oft gefahren wird, da brauchen die Stammfahrer auch Zeit auf der Strecke", erklärt Schumacher.

Die nächsten Grands Prix finden in Portugal, Imola und Istanbul statt. Auf allen drei Strecken fuhr die Formel 1 schon lange nicht mehr, respektive noch nie. Anschließend stehen zwei Rennwochenenden in Bahrain auf dem Plan, an denen Schumacher im Formel-2-Einsatz ist.

Formel 1, Nürburgring: Mick Schumachers Debüt fällt ins Wasser!: (11:22 Min.)

„Es ist nicht so leicht. Portimao ist eine neue Strecke, die müssen alle erst lernen. Deshalb ist es nicht der beste Ort, ihm ein FP1 zu geben", bestätigt Alfa Romeos Teamchef Frederic Vasseur die Termin-Probleme. "In Imola gibt es nicht einmal ein FP1. Für Istanbul müssen wir das dann mit Antonio besprechen, aber das ist auch nicht das leichteste. Und in Bahrain fährt er [Mick] in der Formel 2."

Schumacher bleibt am Nürburgring: Formel-1-Ablauf lernen

Der Meisterschaftsführende der Formel 2 hofft trotzdem auf einen Ersatz: "Jede Möglichkeit wäre großartig. Die Formel 1 ist mein Ziel, je mehr Möglichkeiten es gibt, desto besser ist es." Ganz umsonst war der Auftritt am Nürburgring aber nicht. "Das ganze Drumherum hat mir schon viel beigebracht, ich habe das Innenleben bei Alfa gesehen", erklärt Schumacher.

Deshalb wird er auch das restliche Wochenende über beim Eifel GP bleiben. "Ich werde mir den Job der Stammfahrer genau anschauen und an den ganzen Meetings teilnehmen. Das ist eine sehr wertvolle Erfahrung für mich", so Schumacher.

Von einem angeblichen fixen Formel-1-Vertrag will Schumacher nichts wissen. "Mein Fokus liegt auf der Formel 2. Wenn du da gut abschneidest, dann sieht es auch in der Formel 1 eher gut aus. Mein Ziel und mein Traum ist die Formel 1."

So sieht es auch Vasseur. Der Eindruck aus einem Freien Training sei ohnehin nur sekundär, so der Franzose: "Es ist keine Frage der Rundenzeit. Wir sagen ihnen sowieso, ruhig zu bleiben und Unfälle zu vermeiden. Deshalb wäre es unfair, nach der Zeit zu gehen. In Sache Pace kannst du mehr auf das vertrauen, was er in der Formel 2 macht, als auf die zehn Runden im FP1."