Kimi Räikkönen kehrt dieses Wochenende in Mugello zurück an jenen Ort, an dem für den ältesten Piloten im Grid der Formel 1 2020 alles begann. Heute vor 20 Jahren bestritt der Finne auf dem Autodromo Internazionale del Mugello seinen ersten F1-Test überhaupt. Mit gerade einmal 20 Jahren und nur 23 Formel-Rennen Erfahrung - 13 Siege und 16 Podien machten Räikkönen zum Winterchampion der Formel-Renault UK 1999 und Meister der ganzen Saison 2000 - gab Sauber dem Youngster drei Tage lang die Möglichkeit, sich zu beweisen.

Die junge Blondschopf nutzte seine Chance, überzeugte und beeindruckte das Team um Teamchef Peter Sauber, genauso wie einen gewissen Michael Schumacher. Der Ferrari-Pilot, an jenem 12. September gerade kurz vor seinem ersten WM-Titel mit der Scuderia selbst für einen Test in Mugello, beobachtete den Test Räikkönens auf der hauseigenen Ferrari-Strecke aufmerksam.

Kimi Räikkönen: Ein halbes Leben Formel 1

20 Jahre später ist Räikkönen zurück. Auf den Tag genau 20 Jahre später wird der Finne in Mugello heute das Qualifying für Alfa Romeo bestreiten. Für dasselbe Team, mit dem unter dem Namen Sauber einst die bald längste Karriere aller Formel-1-Fahrer der Geschichte ihren Anfang nahm. Beim Eifel GP auf dem Nürburgring wird Räikkönen am 11. Oktober Rubens Barrichello als Rekordstarter (322) ablösen. Ein Kreis schließt sich.

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„Ich erinnere mich an Einiges, denn es war etwas völlig Neues gegenüber allem, was ich vorher getan hatte. Die Zeit ist schnell vergangen, es fühlt sich nicht an wie 20 Jahre. Es ist eine lange Zeit, mein halbes Leben! An diesem Tag begann ein neuer Teil meines Lebens. Wir waren drei Tage hier, das sind gute Erinnerungen“, blickte Räikkönen am Donnerstag in Mugello zurück auf seine Anfänge im F1-Boliden.

Kimi scherzt: Vorteil durch Mugello-Test?!

Für den Finnen handelt es sich bei der ersten neuen Strecke im Formel-1-Kalender 2020 somit nicht um unbekanntes Terrain, anders als für manchen Fahrerkollegen. „Aber ich bezweifle ernsthaft, dass diese Tage vor 20 Jahren mir einen allzu großen Vorteil bringen werden“, scherzte Räikkönen.

Kimi Räikkönen bei seinem ersten Formel-1-Test überhaupt - Foto: LAT Images
Kimi Räikkönen bei seinem ersten Formel-1-Test überhauptFoto: LAT Images

„Aber es ist schön, mit demselben Team zurück auf dieser Strecke zu sein. Große Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen werden wir allerdings nicht haben, denke ich. Wir sind hier, um Rennen zu fahren und haben hoffentlich ein gutes Wochenende“, betonte der Finne. Typisch Iceman.

Kimi Räikkönen in Mugello: Tests mit McLaren & Ferrari

Ein paar Takte mehr zu seiner Geschichte in Mugello ließ sich Räikkönen dennoch entlocken. Tatsächlich kennt der Finne die Strecke weitaus besser als nur von seinem ersten F1-Test mit Sauber anno 2000. „Ich bin hier vor langer Zeit auch ein Formel-Renault-Rennen gefahren und habe viel getestet. In meinen Tagen bei McLaren, mit Ferrari, natürlich mein erster Test und die Ferrari-Finals waren immer hier“, erinnerte Räikkönen. „Ich bin es also gewohnt, hier zu fahren.“

Beim Finali Mondiali der Scuderia feierte Räikkönen mehrfach den Saisonabschluss in Mugello - Foto: Ferrari
Beim Finali Mondiali der Scuderia feierte Räikkönen mehrfach den Saisonabschluss in MugelloFoto: Ferrari

Selbst diese aktuelleren Tests würden ihm allerdings nicht viel bringen. Nur in einem Punkt ist Räikkönen sicher: Ein Überholspektakel ist am Wochenende nicht zu erwarten. „Es wird sehr schwierig, hier zu überholen. Nur in Kurve eins wird es gehen. Sofern niemand einen Fehler macht, wird es schwer, denn alle anderen Stellen sind so schnell“, sagte Räikkönen.

Alfa Romeos Aussichten beim zweiten Heimrennen des Teams binnen einer Woche wollte der Finne am Donnerstag - wie immer vor dem Training (oder besser gesagt vor dem Qualifying) - nicht einschätzen. Räikkönen: „Wir werden sehen, wie es morgen läuft. Wir versuchen, die richtigen Linien finden und das Auto so gut zum Arbeiten zu bringen, wie wir können.“

Im oben eingebetteten Video mit Peter Sauber spricht der Schweizer in unserem Interview zum 50. Sauber-Jubiläum Anfang dieses Jahres mitunter auch über Kimi Räikkönens Anfänge bei seinem Rennstall. Reinklicken lohnt sich!