Volkswagen und die Formel 1: Seit Jahrzehnten ist die Beziehung des Wolfsburger Autokonzerns und der Königsklasse des Motorsports schwierig. Vor allem unter Ferdinand Piech und Bernie Ecclestone entfernten sich beide Seiten immer weiter voneinander.

Nun geht VW-Boss Herbert Diess überraschend auf die Formel 1 zu: In einem Beitrag auf der Business-Plattform Linkedin antwortet der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG auf ein Essay von Microsoft-Gründer Bill Gates, der seine Gedanken zur CO2-neutralen Mobilität der Zukunft verfasste.

Zunächst nimmt Diess Stellung zur generellen Problematik bei umweltfreundlicher Mobilität. Die Kurzform: Elektromobilität wo immer es möglich ist, Langstrecke mit Biokraftstoffen. Anschließend kommt Diess auf den Motorsport zu sprechen und wird überraschend deutlich.

Herbert Diess ist Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG - Foto: Volkswagen AG
Herbert Diess ist Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AGFoto: Volkswagen AG

"Meiner persönlichen Meinung nach sollten wir mit Rennsport weitermachen", so der Volkswagen-Boss. Dann der Hammer: "Die Formel 1 wird CO2-neutral, indem sie synthetische Kraftstoffe nutzen wird. Sie ist viel aufregender, spaßiger, mehr Rennsport und ein besserer Technik-Wettkampf als die Formel E, die in Stadtzentren ein paar Runden im Spielmodus dreht."

Die Formel 1 will in den nächsten Jahren den Anteil von synthetischen Kraftstoffen sukzessive erhöhen und somit tatsächlich CO2-neutral werden. Derzeit besteht das Rennbenzin aus 5,75 Prozent Biokraftstoff. Ziel ist es, spätestens 2030 komplett mit synthetischen Kraftstoffen zu fahren.

Mit Porsche und Audi fahren gleich zwei Marken des Volkswagen Konzerns in der Formel E - Foto: LAT Images
Mit Porsche und Audi fahren gleich zwei Marken des Volkswagen Konzerns in der Formel EFoto: LAT Images

Während in der Formel 1 die vier Motorenhersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda den gesamten Antriebsstrang selbst entwickeln und die Teams ihre Rennwagen zum Großteil selbst bauen, wird in der Formel E auf Einheitsautos zurückgegriffen, um die Kosten im Zaum zu halten.

Der Antriebsstrang darf zwar in der vollelektrischen Rennserie individuell entwickelt werden, die Batterien kommen aber allesamt von einem Einheitslieferanten. Trotzdem überrascht die deutliche Kritik von Diess: Mit Audi und Porsche sind gleich zwei Marken des VW-Konzerns in der Formel E vertreten.