Sebastian Vettel erwischte beim diesjährigen Italien GP in Monza einen rabenschwarzen Rennsonntag. Auf einen unnötigen Dreher folgte eine direkte und gefährliche Rückfahrt auf die Strecke.

Die erste Folge: Unfall mit Lance Stroll, erst Boxenstopp nach Schaden, dann zehn Sekunden Stop&Go-Strafe samt drei Strafpunkten. Abgesehen von der Disqualifikation das härteste Strafmaß, welches sich das Regelbuch der Formel 1 für wirklich ernste Fälle wie diesen vorbehält.

Villeneuve widerspricht Vettel: Sicht vorhanden, Strafe verdient

Mit insgesamt nun neun Strafpunkten darf sich Vettel in den nächsten drei Rennen noch dazu weder eine Grobe noch zwei kleine Aktionen erlauben, sonst droht gar eine Rennsperre. Da fehlen selbst Formel-1-Chefkritiker Jacques Villeneuve fast die Worte.

"Ach, da gibt es gar nichts zu sagen", sagt der Kanadier im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Dann ledert 'JV' dennoch los. "Das war ein peinliches Rennen für ihn. Wirklich mal, es einfach so wegzuwerfen …", sagt Villeneuve. "Und als er dann zurückgekommen ist, stimmt es, dass du sehen kannst, wer da kommt. Also verdiente er die Strafe."

Villeneuve versteht mildere Stroll-Strafe nicht

Damit widerspricht der F1-Weltmeister von 1997 Vettel. Der Deutsche hatte zwar die Schuld sofort auf sich genommen, sich allerdings auch verteidigt, durch den Cockpitschutz eben nichts gesehen zu haben.

"Was ich nicht verstehe, ist, warum Stroll eine kleinere Strafe dafür bekommen hat, dass er ebenfalls zurück auf die Strecke gekommen ist", ergänzt Villeneuve zur Durchfahrtsstrafe seines Landsmanns. Strolls unsichere Rückfahrt auf die Strecke führte allerdings zu keiner Kollision wie bei Vettel.

Sebastian Vettel noch drei Strafpunkte von Sperre entfernt

Noch dazu handelte es sich nicht einmal um einen derart schlimmen Fall. Während Vettel auf der Wiese stand, befand sich Stroll auf der Ideallinie. Deshalb wetterte Racing Points Teamchef Otmar Szafnauer bereits bei Motorsport-Magazin.com auch gegen die gegenüber Vettel mildere Sanktion.

Rote Krise: Demontiert Sebastian Vettel sein F1-Vermächtnis?: (24:02 Min.)

Diese macht Stroll mit sieben Punlten zum Zweitplatzierten der Strafpunktewertung der F1. Vor ihm liegt nur noch Vettel (9), damit nur drei weitere Strafzähler von einer Rennsperre entfernt.

Liebling Leclerc: Villeneuve befürchtet schwere Zeiten für Vettel

Aber zurück zu Sebastian Vettel und der zweiten Konsequenz seiner Aktion in Runde sieben des Italien GP 2019: WM-Punkte erzielte Vettel beim Ferrari-Heimrennen somit nicht - während Teamkollege Charles Leclerc der Scuderia den ersten Heimsieg seit neun Jahren schenkte. Umso schlechter steht Vettel deshalb für Villeneuve da.

"Kein wirklich guter Tag, den wird er vergessen wollen", sagt der Kanadier. Für die Zukunft prophezeit Villeneuve Vettel nun harte Zeiten: "Die Gunst des Teams, die Medien, alles wird jetzt in die Richtung von Charles laufen. Es ist echt schwer, da wieder herauszukommen."