Valtteri Bottas startete als bester Samstags-Pilot der Formel 1 in das Qualifying von Hockenheim. Ja, richtig - viermal holte Bottas 2019 schon Pole, zuletzt in Silverstone. Doch in Hockenheim stand er am Ende chancenlos auf Startplatz drei, deutlich geschlagen von Lewis Hamilton. Mit seiner vierten Pole hat Hamilton damit wieder mit Bottas gleichgezogen.

Für Bottas war das Hockenheim-Qualifying eine herbe Schlappe. Nicht nur, dass er 0.362 Sekunden auf Hamilton verlor - er musste sich auch Max Verstappen geschlagen geben. Bottas' Mercedes wollte im Qualifying einfach nicht. Genauer gesagt wollten die Bremsen nicht.

Bottas: Im Qualifying von Bremsproblemen kalt erwischt

"Für mich ging es im dritten Training eigentlich gut los", sagt Bottas nach dem Qualifying. "Gestern war es zwar schwierig, aber das haben wir mit der Temperatur und fehlenden freien Runden begründet und abgehakt. Auf das Qualifying habe ich mich gefreut, weil ich wusste, dass wir uns verbessert hatten, und dass alles gut lief."

Gut lief aber schon beim Verlassen der Box zu Qualifying-Beginn plötzlich nichts mehr. Die Kameras fingen Bottas dabei ein, wie er sich in der zweiten Kurve verbremste und geradeaus durch die Auslaufzone fahren musste. Kein isolierter Fahrfehler, wie sich bald für ihn herausstellen sollte.

"Das ganze Qualifying hatte ich große Probleme mit den Bremsen", erklärt Bottas. "Besonders in Kurve zwei, in Kurve sechs, in Kurve acht, bei allen diesen starken Bremspunkten. In Kurve zwei haben meine Reifen oft blockiert, oft bin ich geradeaus."

Bottas vom Bremspedal irritiert: Jede Runde anders

In den Rundenzeiten spiegelten sich Bottas' Probleme wider. Nie kam er auch nur annähernd an Hamiltons beste Rundenzeiten heran. Mercedes musste ihn in Q2 sogar am Ende noch einmal rausschicken, damit er eine Sicherheits-Runde auf Medium fahren konnte.

Valtteri Bottas gratuliert Lewis Hamilton nach dem Qualifying in Hockenheim - Foto: LAT Images
Valtteri Bottas gratuliert Lewis Hamilton nach dem Qualifying in HockenheimFoto: LAT Images

"Das Vertrauen in die Bremse war weg", erklärt Bottas. "Wann die Bremse angebissen hat, das hat von Runde zu Runde variiert. Das war schwierig. In Q3 hat das vielleicht zwei, drei Zehntel ausgemacht. Das war nicht das einfachste Qualifying."

Am Ende muss Mercedes dann auch noch 600 Euro Strafe zahlen, weil Bottas in der Boxengasse zu schnell unterwegs war, um 5,4 km/h.

Bottas ortet kein Desaster: Morgen je nach Wetter alles möglich

Trotzdem blieb für Bottas in Hockenheim noch Startplatz drei übrig. Denn er hatte Glück: Beide Ferraris konnten nach technischen Problemen nicht im Kampf um die Pole mitmischen, damit blieben nur mehr Hamilton und Verstappen als echte Gegner übrig. Mit Platz drei betrieb Bottas also optimale Schadens-Minimierung.

"Das kann manchmal passieren, wir müssen nur herausfinden warum", gibt sich Bottas also nach dem Qualifying entsprechend entspannt. "Ich habe auf ein besseres Ergebnis gehofft, aber das ist kein Desaster. Morgen wird ein langer Tag. Wenn es regnet, dann ist es egal, wo du losfährst. Das wird ein bisschen ein Chaos."