Reifen sind in der Formel 1 derzeit ein sensibles Thema. Für einige - allen voran Haas - sind die schwarzen Pirelli-Gummis ein Mysterium. Obwohl genau das Gegenteil der Fall sein sollte, meinen viele, das Temperaturfenster, in dem die Pneus funktionieren, sei 2019 kleiner geworden. Während sich die Experten darüber streiten, gibt es zumindest bei der Reifenwahl Klarheit.

Nachdem Pirelli in der vergangenen Saison zunehmen weichere Reifen mit an die Strecke brachte, machten die Italiener 2019 eine Kehrtwende. "Je weicher die Reifen sind, desto mehr managen sie die Pace, um trotzdem mit einem Stopp durchzufahren", erklärt Pirellis Motorsportchef Mario Isola.

Deshalb ist es wenig überraschend, dass beim Großbritannien GP in Silverstone 2019 die drei härtesten Mischungen (C1, C2, C3) zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zur Vorsaison gibt es zwei Reifenmischungen weniger, die härteste C1-Mischung ist dabei deutlich weicher als der ehemalige Super Hard.

Schon am vergangenen Wochenende in Barcelona zeigte sich, dass in dieser Saison auch die härteste Mischung ein legitimer Rennreifen ist. Hard und Super Hard waren 2018 wahre Ladenhüter und wurden kaum freiwillig gefahren.

Erklärt: So funktioniert das mit drei Farben und fünf Mischungen

C-was? C wie Compound (engl. für Mischung). Und die ganzen Zahlen? Sollte 2019 nicht alles einfacher und logischer werden? Ja, wird es auch - an den Rennwochenenden. Da kommen ab der neuen Formel-1-Saison immer dieselben Namen und Farben zum Einsatz. Weiterhin gibt es jedes Wochenende drei verschiedene Reifenmischungen. Allerdings heißen diese 2019 jeden Event immer gleich und verfügen durchgehend über denselben Farbschlüssel: Hard (weiß), Medium (gelb) und Soft (rot).

Dahinter können sich faktisch jedoch unterschiedliche Härtegrade verbergen. Fünf verschiedene gibt es, nämlich C1 bis C5. C1 steht dabei für die 2019 härtest mögliche Mischung (vergleichbar mit dem bisherigen Hard). C5 für die weichste verfügbare Variante (vergleichbar mit dem bisherigen Hypersoft).

Insgesamt gibt es 2019 also zwei Slick-Mischungen weniger als in der vergangenen Saison. Weggefallen sind der ohnehin nie benutzte Superhard und der Supersoft. Dieser war dem Ultrasoft zu ähnlich.

Aus alt mach neu - Foto: Pirelli
Aus alt mach neuFoto: Pirelli

Abgesehen von der neuen Nomenklatur, höheren Betriebstemperaturen und insgesamt dünneren Laufflächen ändert sich in Sachen Reifen 2019 nicht allzu viel. Weiterhin erhalten die Teams 13 Sätze Reifen je Wochenende. Davon dürfen sie zehn frei wählen. Von den übrigen drei sind zwei der härteren Mischungen (je eine) für das Rennen und einmal die weichste für das Qualifying zu reservieren.

Formel 1 Reifen 2019: Diese Mischungen stecken hinter Soft, Medium, Hard

Event C1* C2* C3* C4* C5*
Australien Hard Medium Soft
Bahrain Hard Medium Soft
China Hard Medium Soft
Aserbaidschan Hard Medium Soft
Spanien Hard Medium Soft
Monaco Hard Medium Soft
Kanada Hard Medium Soft
Frankreich Hard Medium Soft
Österreich Hard Medium Soft
Österreich Hard Medium Soft
Großbritannien Hard Medium Soft

*C1=Hard, C2=Medium, C3=Soft, C4=Ultrasoft, C5=Hypersoft;
Die Bezeichnungen Hard, Medium, Soft innerhalb der Tabelle stehen für die jetzt einfachere und logischere Kommunikation am Rennwochenende