Der Spanien GP 2019 geht nicht gerade als moderner Klassiker in die Geschichtsbücher der Formel 1 ein. Highlight des Rennens war der Kampf zwischen den beiden Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean um Rang sieben, der sogar in einer kleinen Berührung resultierte.

Während Magnussen Platz sieben am Ende gewann, wurde Grosjean bis auf Rang zehn durchgereicht. Obwohl der Franzose das gesamte Wochenende deutlich schneller war und nur eine Safety-Car-Phase den Dänen in Schlagdistanz brachte. Entsprechend große Diskussionen gab es nach dem Rennen.

Während sich Grosjean bei den Interviews offensichtlich zurücknahm, schwänzte Magnussen die eigentlich angesetzte Medienrunde mit den schreibenden Journalisten komplett. Das wurde ihm am zweiten Testtag nach dem GP zum Verhängnis.

Magnussen: Günther Steiner klingt immer sauer

"Es war ein produktiver Testtag, wir sind viel gefahren, haben Einiges probiert und viel dabei gelernt", begann der Däne seine Medienrunde ungefragt. Magnussen scherzte, weil Medienrunden nach Testfahrten meist tatsächlich nicht viel mehr Inhalt bieten.

Diesmal aber nicht: Motorsport-Magazin.com konfrontierte Magnussen mit dem Schwänzen der Medienrunde. In der Zwischenzeit hatte auch die Krisensitzung mit Teamchef Günther Steiner stattgefunden, der direkt nach der Zielüberfahrt im schroffen Tonfall befahl: "Kevin, der erste, den du nach dem Rennen siehst, bin ich!"

"Günther hört sich immer sauer an, das ist normal. Egal was er sagt, auch wenn er zum Geburtstag gratuliert, hört er sich sauer an", scherzte Magnussen und spielte die Streitigkeiten herunter: "Es gibt überhaupt keine Probleme. Wir haben sieben Punkte geholt, das ist das beste Ergebnis seit Australien. Es war also ein guter Tag."

Doch ohne die teaminternen Streitigkeiten hätten es ohne Probleme noch drei Punkte mehr sein können. Statt der Plätze sieben und acht standen so die Plätze sieben und zehn. Magnussen sieht es anders: "Dass er nicht mehr Punkte geholt hat, lag nicht an dem, was zwischen uns passiert ist. Er ist von der Strecke abgekommen und hinter mir zurückgekommen. Dann ist er hinter andere Leute zurückgefallen. Es ist nicht so, dass ich ihn von der Strecke gedrängt habe und er dadurch viele Positionen verloren hat. Am Ende des Tages kam er direkt hinter mir zurück. Die Runden danach hat er die Positionen verloren."

Magnussen macht Fehleinschätzung Grosjeans für Berührung verantwortlich

Auch bei der konkreten Situation, als es zur Berührung mit seinem Teamkollegen kam, weist Magnussen jede Schuld von sich: "Glaubt ihr, ich war zu aggressiv, als wir uns berührt haben? Das müsst ihr euch ansehen. Ich war innen auf der weißen Linie, als wir uns berührt haben..."

"Wir haben hart gekämpft, aber es sah härter aus als es war", glaubt Magnussen. "Es war ein SC-Restart und ich weiß nicht, was ich anders hätte machen sollen. Ich glaube, es war eine leichte Fehleinschätzung von ihm. Es waren viele Autos um uns herum, so etwas kann beim Restart oder in der ersten Runde passieren. Danach gab es keinen Kontakt mehr. Es sah schlimmer aus, weil er von der Strecke gefahren ist."

Dürfen die Haas-Piloten nach dem Zwischenfall noch frei gegeneinander fahren? "Das ist nicht meine Entscheidung", so Magnussen. "Manchmal kann man in einer Position sein, in der man nicht will, dass seine Fahrer gegeneinander kämpfen, manchmal kann man uns fighten lassen. Es ist die Entscheidung von Günther und Gene."

"Was auch immer sie uns sagen, wir werden uns daran halten", verspricht der Badboy der Formel 1 und fügt an: "Es gab [am Sonntag] aber keine Teamorder, niemand hat uns gesagt, nicht gegeneinander zu fahren. Als Günther dann gesagt hat, wir sollen runterkommen, wussten wir, was gemeint war."