Feiert nach Alfa Romeo die nächste italienische Traditionsmarke ihr Comeback in der Formel 1? Vor wenigen Tagen erst verkündete der Schweizer Rennstall Sauber eine Partnerschaft mit der zum Fiat-Chrysler-Konzern gehörenden Marke. Alfa Romeo fungiert dabei als Titelsponsor, die Partnerschaft definiert sich als technisch, strategisch und kommerziell.

Nun könnte Fiat und Ferrari-Präsident Sergio Marchionne eine weitere Kultmarke zurückholen. Wie mehrere italienische Medien berichten, soll es ab dem kommenden Jahr eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen dem Haas-Rennstall und Maserati geben.

Die Verbindungen zwischen Sauber und Haas sind offensichtlich. Beide Teams arbeiten eng mit Ferrari zusammen. Die Amerikaner zählen vor allem technisch auf die Dienste Maranellos und beziehen so viele technische Komponenten wie erlaubt von Ferrari.

Sauber dagegen hat sich in den letzten Wochen zum inoffiziellen Nachwuchsteam Ferraris entwickelt. Ferrari-Junior Charles Leclerc bekommt 2018 ein Stammcockpit bei den Schweizern, Antonio Giovinazzi wird offizieller Reservefahrer. Zudem erhält Sauber wieder aktuelle Power Units.

Marchionne setzt nun offenbar vermehrt auf Synergieeffekte zwischen Formel-1-Betrieb und Tagesgeschäft. Alfa Romeo kriselte zuletzt, Marchionne hofft durch den Marketing-Coup auf deutlich steigende Verkaufszahlen. Bei Maserati, das ebenfalls zum Fiat-Chrysler-Konzern gehört, scheint das aber gar nicht nötig zu sein. Allein 2016 wurden über 42.000 Maserati-Fahrzeuge verkauft - zum Vergleich: Ferrari erzielte gerade einmal 8.000 verkaufte Autos.

Den Medienberichten zufolge laufen die Verhandlungen zwischen Marchionne und Haas derzeit, Äußerungen dazu gibt es seitens des Amerikaners aber nicht. Anders Marchionne selbst. "Wir werden es sehen. Die Zeit wird es zeigen. Wir denken darüber nach, aber noch ist keine Entscheidung gefallen", sagte er.

Juan Manuel Fangio im Maserati 250F beim Deutschland GP 1957 - Foto: Sutton
Juan Manuel Fangio im Maserati 250F beim Deutschland GP 1957Foto: Sutton

Eineinhalb WM-Titel mit Fangio

In der Formel 1 war Maserati in den frühen Jahren von 1950 bis 1957 als Werksteam aktiv. Man holte neun Siege, neun Pole Positions und 39 Podestplätze. Erfolgreichster Fahrer für Maserati war Juan Manuel Fangio. Der Argentinier gewann zwei WM-Titel mit dem Dreizack, wenngleich er 1954 mitten in der Saison zu Mercedes wechselte. Ende 1957 verließ Maserati als Werksteam die Formel 1, bis einschließlich 1960 wurden die Fahrzeuge jedoch noch auf privater Basis eingesetzt.

Bis 1969 sogar verblieb Maserati als Motorenlieferant in der Formel 1. In dieser Zeit gewann man noch zwei Rennen: John Surtees 1966 in Mexiko, ein Jahr später triumphierte Pedro Rodriguez mit Maserati-Power im Heck beim Rennen in Südafrika.