Einmal rückwärts durch die Pitlane? Klingt komisch, und war es auch: Kimi Räikkönen lenkte seinen Ferrari beim Großen Preis von Austin im Rückwärtsgang durch die Pitlane. Nein, der Iceman ist nicht zum Geisterfahrer mutiert, sein rechter Hinterreifen war schuld an der Misere. Aber von vorne, was war passiert...

Das grüne Licht ging an...

Der Finne war in der 39. Runde zum dritten Boxenstopp eingebogen. Dieser ging jedoch gewaltig schief. "Das Rad war nicht zu 100 Prozent fest", erklärte der Iceman danach. Sein rechtes Hinterrad war nicht ordnungsgemäß fixiert geworden. "Das grüne Licht ging jedoch an, und wenn das grüne Licht angeht, fahre ich los."

Also gab der Iceman Gas. Doch seine Fahrt war schnell wieder zu Ende. Bereits am Ausgang der Boxengasse musste er seinen Ferrari abstellen. "Ich bemerkte, dass da etwas nicht stimmte. Plötzlich sah ich Funken fliegen, daher nahm ich Tempo heraus. Ich musste anhalten."

Der Iceman steuerte seinen Ferrari rückwärts durch die Boxengasse - Foto: Sutton
Der Iceman steuerte seinen Ferrari rückwärts durch die BoxengasseFoto: Sutton

Kimi, komm zurück zur Pitlane!

Doch damit war seine Fahrt noch nicht ganz zu Ende. Denn der Boxenausgang war nicht der ideale Ort, um sein Auto abzustellen, also fragte er per Funk nach Anweisung, wohin er nun solle. Und die Ansage war klar: "Komm zurück zur Pitlane, roll zurück in die Pitlane", hieß es. "Wollt ihr, dass ich umdrehe? Oder ich kann einfach zurückrollen?", entgegnete der Finne verwundert. "Nicht umdrehen." Gesagt, getan. Räikkönen steuerte also seinen Ferrari im Rückwärtsgang durch die Boxengasse.

5.000 Euro Strafe

Kein guter Tag für Kimi - Foto: Sutton
Kein guter Tag für KimiFoto: Sutton

Sein Rennen war damit logischerweise beendet. Für den Iceman ist es der erste Ausfall seit Monaco. Doch damit nicht genug: Für den Unsafe Release muss Ferrari auch noch eine Strafe in Höhe von 5.000 Euro zahlen. Laut Räikkönen will man sich jetzt auf die Ursachenforschung konzentrieren: "Wir müssen untersuchen und verstehen, warum die Ampel auf Grün sprang und die Dinge für die Zukunft so ändern, damit das nicht mehr passiert." Teamchef Maurizio Arrivabene kennt die Gründe zwar auch noch nicht, deutet jedoch an, dass es sich um einen Fehler eines Mechanikers handeln dürfte: "Es liegt nicht am System", versicherte er.