Heute vor 1000 Tagen verunglückte Michael Schumacher bei einem Ski-Unfall in Meribel in den französischen Alpen schwer. Der Formel-1-Rekordweltmeister stürzte am 29. Dezember 2013 neben der markierten Piste mit geringer Geschwindigkeit und knallte mit dem Kopf auf einen Felsen. Auch sein Helm konnte Schumacher nicht ausreichend schützen. Seit 1000 Tagen befindet sich Michael Schumacher nun im härtesten Kampf seines Lebens.

Michael Schumacher verunglückte bei seinem großen Hobby schwer - Foto: Ferrari Press Office
Michael Schumacher verunglückte bei seinem großen Hobby schwerFoto: Ferrari Press Office

Unmittelbar nach dem Unfall kann Schumacher noch selbst aufstehen, wirkt Zeugenaussagen zufolge nur leicht benommen. Doch sein Zustand verschlimmerte sich rapide, Schumacher muss mit dem Helikopter ins Krankenhaus nach Albertville-Moutiers geflogen werden. Auf dem Weg wird klar: Schumacher schwebt in Lebensgefahr.

Anschließend wird Michael Schumacher in das Universitätskrankenhaus nach Grenoble geflogen. In einer Notoperation kämpfen die Ärzte gegen das schwere Schädel-Hirn-Trauma und versuchen, den Druck vom Gehirn zu nehmen. Um den Zustand zu stabilisieren, wird Schumacher ins künstliche Koma versetzt.

Die Welt nimmt am schlimmen Schicksal der Formel-1-Legende Anteil. Aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens kommen Genesungswünsche, selbst Persönlichkeiten wie Angela Merkel oder Bill Clinton richten Botschaften an den erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte. Am 3. Januar 2014, an seinem 45. Geburtstag, pilgern zahlreiche Fans zum Krankenhaus und nehmen Anteil am Schicksal ihres Idols.

Die Kehrseite des Superstars

Doch die große Aufmerksamkeit hat auch ihre Kehrseite: Immer wieder kommt es zu Vorfällen. Ein Journalist versuchte als Priester verkleidet, Zuritt zum Krankenzimmer zu bekommen. Ehefrau Corinna Schumacher wendet sich mit einem Statement an die Medien: "Bitte unterstützen Sie uns in unserem gemeinsamen Kampf mit Michael. Es ist mir wichtig, dass Sie die Ärzte und das Krankenhaus entlasten, damit diese in Ruhe arbeiten können - vertrauen Sie bitte deren Statements und verlassen Sie die Klinik. Bitte lassen Sie auch unsere Familie in Ruhe."

Die Anteilnahme ist noch immer groß - Foto: Mercedes AMG
Die Anteilnahme ist noch immer großFoto: Mercedes AMG

Wenige Monate später wird die Krankenakte Schumachers entwendet und für 50.000 Euro zum Kauf angeboten. Der mutmaßliche Dieb wird erhängt in seiner Zelle in Zürlich aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht von Selbstmord aus. Erst einen Tag zuvor war der Angestellte einer Schweizer Flugrettungsfirma in Zusammenhang mit der Weiterverbreitung von Krankenakten von Schumacher verhaftet worden.

Im Juni 2014 die ersten positiveren Meldungen zum Gesundheitszustand: Schumacher befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr und ist aus dem Koma erwacht. Die weitere Behandlung findet in der Reha-Klinik in Lausanne statt.

Beim Deutschland GP wendet sich Corinna Schumacher erneut an die Öffentlichkeit. "Der Große Preis von Deutschland bietet mir die willkommene Gelegenheit, euch von Herzen für all die guten Wünsche und positiven Energien zu danken, die ihr Michael sendet", schreibt sie im Vorwort des offiziellen Programmheftes. "Ich muss sagen, euer Mitgefühl hat uns alle umgehauen! Gut zu wissen, dass wir die schwerste Zeit gemeinsam überstanden haben! Jetzt beginnt eine Phase, die voraussichtlich sehr lange dauern wird."

Endlich gute Nachrichten vom Formel-1-Idol

Im September 2014, 254 Tage nach dem verhängnisvollen Unfall, wird Schumacher von der Reha-Klinik in das heimische Anwesen in der Schweiz verlegt. "Michaels Rehabilitation wird von nun an von zu Hause aus fortgeführt. Er hat in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzungen entsprechende Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein harter Weg vor ihm", heißt es in einem Statement von Sabine Kehm.

Mick Schumacher sorgte zuletzt für erfreulichere Schlagzeilen - Foto: ADAC Formel 4
Mick Schumacher sorgte zuletzt für erfreulichere SchlagzeilenFoto: ADAC Formel 4

Auch die Rehabilitation zu Hause hat ihre Kehrseite: Immer wieder versuchen Fotografen, Bilder von Michael Schumacher zu bekommen. Selbst aus dem Helikopter und mit Drohnen versuchen einige, Aufnahmen zu machen.

Statt die Privatsphäre der Familie zu wahren, gehen Medien immer wieder zu weit. Aktuell sorgt ein Gerichtsverfahren gegen die Bunte für Aufsehen. Das Boulevard-Blatt titelte im Dezember 2015, Schumacher könne wieder laufen. "Er kann nicht laufen", wird Schumachers Medienanwalt Felix Damm in einem Bericht von Meedia.de zitiert.

Erfreuliches gibt es in den letzten zwei Jahren immer wieder von Michael Schumachers Sohn Mick: Mick Schumacher startete 2015 seine Karriere im Formel-Sport und war schon im ersten Jahr erfolgreich. In seinem zweiten Jahr im Formel-Sport kämpft Mick Schumacher in der deutschen und in der italienischen Formel 4 um den Meistertitel.