Mit dem Kauf der Formel 1 durch das US-amerikanische Medienunternehmen Liberty Media soll für die Königsklasse ein neues Zeitalter anbrechen. Chase Carey, neben Bernie Ecclestone der neue starke Mann, hat es sich zur Aufgabe gemacht, an allen möglichen Schrauben zu drehen, damit die in den letzten Jahren teils heftig kritisierte Formel 1 wieder in jenem Glanz erstrahlt, der ihr gebührt. Beim Anbieter tipico kann man auch auf Motorsport-Ergebnisse Wetten.

Social Media auf dem Vormarsch

Ein ganz entscheidender Schritt auf dem Weg dorthin ist für Carey der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten. Dabei handelt es sich um ein Feld, das von der Formel 1 bis zuletzt sträflich vernachlässigt wurde, wie der Launch einer offiziellen Facebookseite erst kurz vor Saisonstart unterstreicht. "Wir wollen in neue digitale Plattformen investieren, die die Fans mit den Informationen verbinden, die sie wirklich wollen", erklärt Carey im Interview mit formula1.com an.

Carey denkt dabei nicht kurzfristig, sondern verfolgt eine langfristige Vision. "Das Ziel ist nicht, was in den nächsten zwölf Monaten geschafft werden kann, sondern wohin man in den nächsten drei bis fünf Jahren geht", kündigt er an. "Ich bin davon überzeugt, dass ein gutes digitales Produkt das TV-Produkt gewinnbringender macht", möchte Carey auch die Erlöse aus Fernsehrechten steigern. "Den Sport vermarkten, indem man die Geschichte der Stars und Helden und unglaublichen Maschinen erzählt."

Chase Carey und Toto Wolff - Foto: Sutton
Chase Carey und Toto WolffFoto: Sutton

Dass Carey durchaus weiß, wovon er spricht, legt sein Lebenslauf nahe. Der 61-Jährige war lange Zeit beim TV-Sender Fox tätig, zu dessen Kerngeschäft unter anderem Sportübertragungen zählen. "Ich habe immer an die Werte des Sports geglaubt. Sie werden immer wichtiger in einer Welt, die zusehends fragmentiert wird."

Angetan von neuen Ansätzen zeigt sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Die Amerikaner haben in vielen Bereichen Know-how: Monetarisierung von Fernsehrechten, wie ihnen das mit der NFL gelungen ist - Digitalisierung - Entertainment. All das sind Dinge, wo wir auch in der Formel 1 Verbesserungspotenzial haben", sagt der Österreicher gegenüber der Presseagentur APA.

Gerechtere Verteilung der Einnahmen

Ein Wunsch, der besonders den kleinen Teams am Herzen liegt, ist eine fairere Verteilung der Preisgelder. Bislang werden die renommierten Rennställe diesbezüglich klar bevorzugt und bekommen teils dicke Boni aufgrund historischer Leistungen. "Wir alle wollen mehr Geld und eine bessere Verteilung", so Haas-Teamchef Günther Steiner. Sauber Teamchefin Monisha Kaltenborn geht das aber nicht weit genug. "Es geht nicht nur um mehr Geld und um die Umverteilung des Geldes, sondern auch um die Kosten."

Toto Wolff steht diesen Forderungen abwartend gegenüber. "Man muss natürlich immer versuchen, eine gute Balance zu finden zwischen den kleinen Teams und den großen Teams", betont er. "Wenngleich wir natürlich völlig andere Aufgaben haben. Die großen Teams haben eine sportliche und eine Marketing-Aufgabe für große Konzerne, manche der kleinen Teams sind Hobbys von sehr vermögenden Unternehmern. Deswegen ist es schwierig, da immer gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen."

Grundsätzlich ist Wolff aber überzeugt, dass dem Wachstum keine Grenzen gesetzt sind. "Es gibt immer Potenzial, sich weiterzuentwickeln, und gerade mit der Digitalisierung und den Sozialen Medien gibt es Bereiche, die wir noch nicht monetarisiert haben. Insofern glaub' ich, dass die Formel 1 weiter wachsen kann."

USA als neuer Markt im Fokus

Die Formel 1 will in die US-Metropolen - Foto: Red Bull Media House
Die Formel 1 will in die US-MetropolenFoto: Red Bull Media House

Viel brachliegendes Potenzial ortet Carey noch in den USA. Zwar gibt es mit dem Grand Prix in Austin seit einigen Jahren ein etabliertes Rennen, das ist dem Manager aber nicht genug. "Die Formel 1 ist eine großartige Premiummarke, und das bedeutet für mich, dass man an einem Ort wie Los Angeles, New York oder Miami sein möchte", schweben ihm neue Austragungsorte für die Zukunft vor.

Grundsätzlich soll zwar Europa der Kernmarkt der Formel 1 bleiben, dennoch will Carey die Rennserie in seiner Heimat populärer machen. "Zu einem gewissen Grad ist der Markt in den USA sicher noch am wenigsten erschlossen. Vielleicht wurde das in der Vergangenheit nicht richtig angegangen, daher werden wir versuchen, ihn smart aufzubauen", übt er leichte Kritik an den bisherigen Versuchen, die Königsklasse in Übersee zu etablieren. "Es ist noch zu früh, um einen klaren Plan zu haben, aber wir werden sicher einen Plan haben, um Amerika zu entwickeln, um auf dem richtigen Markt zu sein."

Die Eigentumsverhältnisse der Formel 1:

Vor Liberty Media Einstieg Nach dem zweiten Closing
Malone - 3,1 %
Maffei - 1,0 %
Liberty Media Rest - 31,2 %
Liberty Media Gesamt - 35,3 %
CVC 38,1 % 24,7 %
Waddell & Reed 20,5 % 13,3 %
LBI 12,1 % 7,8 %
Bambino Holdings 8,4 % 5,4 %
Norges 4,1 % 2,7 %
Bernie Ecclestone 3,3 % 2,1 %
Management 2,8 % 1,8 %
Übrige 10,6 % 6,9 %
Anteile ohne Liberty Media 100 % 64,7 %

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