Während Force India in Monza Schadensbegrenzung betrieb und lediglich fünf Punkte mitnahm, fand Hauptkonkurrent Williams auf der Highspeed-Strecke wieder zurück zu alter Stärke. In der Gesamtwertung steht das Team rund um Sergio Perez und Nico Hülkenberg nun wieder vier Punkte hinter dem großen Gegner. Für den Gegenschlag kommt Force India der Stadtkurs in Singapur allerdings besonders gelegen.

Seit 2012 konnte Force India auf dem Marina Bay Street Circuit ununterbrochen in die Punkte fahren. Allerdings spricht nicht nur die gute Statistik auf dem Kurs in Südostasien für eine erneut starke Vorstellung der Mannschaft von Teamchef Vijay Mallya. "Wir hatten unsere beste Vorstellung dieses Jahr bisher in Baku - auf einem Kurs, der viele Eigenschaften mit Singapur gemeinsam hat. Es gibt also jeden Grund, optimistisch zu sein", so Mallya.

In der Tat waren die Force-India-Boliden in dieser Saison auf Straßenkursen stets weit vorne zu finden. Perez und Hülkenberg holten 39 der bisher 108 eingefahrenen Punkte des Teams alleine in Monaco und Baku - genau wie die beiden bis dato zu Buche stehenden Podiumsplätze von Perez. Williams hingegen fielen diesen Rennen schwerer und so fuhr der Konkurrent dort lediglich neun Punkte ein.

Die Statistik: Force India vs. Williams in Singapur

Siege Poles Schnellste Runden Podien Punkte Führungsrunden
Force India 0 0 1 0 41 0
Williams 0 0 0 1 38 11

Punktegarantie für Hülkenberg und Perez?

Für die Piloten hat das Rennen in Singapur mittlerweile seinen festen Platz im Formel-1-Kalender. "Singapur ist wirklich zu einem der Highlights der Saison geworden. Es ist ein Straßenkurs und ein Nachtrennen. Die Strecke ist spektakulär und wir fahren vor einer unglaublichen Kulisse", sagt Nico Hülkenberg.

Die Statistik attestiert dem 28-Jährigen in Singapur aber bisher nur fünf Punkte bei fünf Anläufen. Drei Mal gelang Hülkenberg erst die Fahrt in die Top-10: 2010 in seinem Debütjahr für Williams und in der Folge zwei weitere Male in Diensten seines aktuellen Arbeitgebers.

Teamkollege Sergio Perez war da erfolgreicher. Der Mexikaner landete in ebenfalls fünf Rennen jeweils in den Punkten und kommt so unter dem Strich auf 18 Zähler. "Ich habe eine gute Beziehung zu diesem Ort, mit einigen starken Resultaten in der Vergangenheit", so Perez.

2015 gerieten Hülkenberg und Massa in Singapur aneinander - Foto: Sutton
2015 gerieten Hülkenberg und Massa in Singapur aneinanderFoto: Sutton

Perez: Der Fahrer macht den Unterschied

Bevor Williams aufs Korn genommen werden kann, muss zunächst der anspruchsvolle Kurs gemeistert werden. Mit einer Punkte-Quote von 100 % weiß Perez ganz genau, worauf es in Singapur ankommt: "Der Schlüssel, um in Singapur schnell zu sein, ist Präzision. Du musst den letzten Millimeter auf der Strecke finden und fast schon die Mauern küssen."

Der besonders hohe Schwierigkeitsgrad bedeutet für den Mexikaner auch, dass mit einem schwächeren Auto ebenfalls gute Resultate möglich sind. "Es ist auch eine Strecke, die Mut belohnt und wo der Fahrer noch einen großen Unterschied machen kann", fügt er an.

Zu der fordernden Streckencharakteristik gesellen sich in Singapur allerdings noch die ungewohnten äußeren Bedingungen, die das Rennen zu einer Art Mischung aus Monaco und Sepang machen. "Es ist sehr heiß und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Du bist für etwa zwei Stunden im Auto und das bei diesen kochend heißen Bedingungen. Das stellt dich definitiv auf die Probe", so Hülkenberg.

Die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit liegt in Singapur bei 100 % - Foto: Sutton
Die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit liegt in Singapur bei 100 %Foto: Sutton

Safety Car als Fluch oder Segen

Die Statistik des Grand Prix von Singapur beweist, wie viele Fahrer bereits an dieser Herausforderung gescheitert sind: Keines der seit 2008 in Singapur ausgetragenen Rennen ging bisher ohne Safety-Car-Phase über die Bühne. "Es ist sowohl physisch als auch mental ein sehr forderndes Rennen. Es gibt keinen Platz für Fehler und das Racing ist sehr intensiv. Das verlangt dir als Fahrer viel ab", sagt Perez.

"Das Rennen kann also zu jeder Zeit auf den Kopf gestellt werden", fügt er angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit einer Gelbphase an. Durchkommen wird damit auch für die Force-India-Piloten zur obersten Priorität.