Platz zwei war zum Greifen nahe. Die Strategie der Scuderia war aggressiv. Doch der Ferrari letztendlich einfach nicht schnell genug. Mercedes präsentierte sich in Italien gewohnt dominant mit Platz eins und zwei. Der wahre Sieger hieß am Ende jedoch Sebastian Vettel, auf Platz drei, denn der Applaus am Podium gehörte ihm!

Vettel: Ferrari verteidigt Strategie

Von Platz drei gestartet, gewann Vettel eine Position und zog gleich hinter Nico Rosberg nach. Seine Position hinter dem Mercedes-Pilot konnte der Ferrari-Pilot jedoch nicht halten, Lewis Hamilton machte dem einen Strich durch die Rechnung. Der Brite, der beim Start von der Pole auf auf Platz sechs zurückgefallen war, benötigte zehn Runden um sich wieder nach vorne, vorbei an Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas, auf Rang vier einzureihen, bevor er den Angriff auf die Ferraris startete.

Hamilton fehlten dann etwa drei Sekunden auf Kimi Räikkönen, zu einem Duell kam es jedoch nicht, denn Sebastian Vettel und sein Teamkollege stoppten bereits in den Runden 14 und 15 und spülten den Mercedes-Piloten damit erstmals nach vorne. Vom supersoften Start-Satz wählten die Roten erneut die superweiche Mischung, und setzten somit auf eine Zwei-Stopp-Strategie. Nach seinem Boxenstopp fiel Hamilton, mit frischen Medium-Pneus, zwar wieder hinter die Ferraris zurück, kam aber nach Ferraris zweiten Stopp wieder nach vorne, und behielt diese Position, da er auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs war.

Verlor Ferrari somit Platz zwei aufgrund der falschen Strategie? "Bist du in der Position, in der du dich verteidigen musst, kannst du einen Stopp machen. Aber wir mussten das Gegenteil machen, wir mussten aggressiv sein. Wenn wir dieselbe Strategie gefahren wären wie sie (Mercedes) wären wir elf Sekunden langsamer gewesen als wir waren. Also waren wir auf der schnelleren Strategie", verteidigte Teamchef Maurizio Arrivabene die Ferrari-Strategie.

Doch der Wunsch, gegen Rennende den Silberpfeile noch einmal gefährlich werden zu können, ging nicht auf. "Es hat nicht gereicht, sie unter Druck zu setzten. Lewis war einfach zu weit weg", so Vettel. Dennoch ist der Deutsche mehr als zufrieden mit Platz drei, sowie Platz vier für Teamkollege Kimi Räikkönen. "Es ist ein perfektes Ergebnis für uns, denn das ganze Wochenende war sehr gut", erklärt Vettel. "Wir hatten kein Problem mit dem Auto, nur leider sind wir einfach noch nicht schnell genug. Aber eines Tages werden wir das schnellste Auto haben."

Mille grazie!

Foto: Sutton
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"An Tagen wie diesen, realisiert man wie lebenswert das Leben ist, und das man es genießen muss!", schwärmt Sebastian Vettel nach der Podiums-Feier mit den Tifosi. "Für mich sind das besten Fans in der Welt. Auf dem Podium zu stehen, da runterzuschauen, ein Meer von Tifosi zusehen, das ist phänomenal!"

Für den Deutschen ist es der fünfte Auftritt auf dem Podest beim Großen Preis von Italien, und der zweite in Diensten der Scuderia. "Was man in diesem Moment spürt und fühlt, wenn die ganze Gerade voll mit Menschen ist, alle in rot getaucht, das ist unbeschreiblich, das hat was Magisches." Drei Mal, in den Jahren 2008, 2011 und 2013, holte sich der Deutsche im Königlichen Park auch den Sieg. Ein Triumph für Ferrari blieb bisher jedoch aus. "Das ist ein sehr spezielles Rennen für uns. Am Podium zu stehen ist toll, aber man kämpft natürlich für den obersten Platz am Podest", erklärt Vettel sein größtes Ziel - ein Sieg in Monza. Trotzdem wird heute natürlich noch gefeiert. "Ja klar, ein Glas Prosecco und ein Grappa hinterher und dann mal schauen", scherzt er.

In der Weltmeisterschaft steht Vettel mit 143 Punkten auf Rang vier, hinter Tabellenführer Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Daniel Ricciardo. "Monza kam zum richtigen Zeitpunkt und gibt uns hoffentlich nun den richtigen Speed und Boost für die nächsten Rennen."

Zeitreise: Best of Ferrari in Monza: (01:21 Min.)