Pole beim Heimspiel! Nico Rosberg schnappte sich die Pole Position für den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim. Vor heimischer Kulisse setzte er sich knapp gegen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton durch. Im Q3 trennten die beiden Silberpfeile 0,107 Sekunden. Für Rosberg war es die fünfte Pole in dieser Saison. Immerhin: Hamilton schaffte es zum insgesamt 50. Mal mit dem Silberpfeil in die erste Startreihe.

Rosberg ging im Q3 vor Hamilton auf die Strecke, um eine schnelle Rundenzeit zu setzen. Allerdings brach er seinen ersten Run trotz guter Zwischenzeiten ab und kehrte überraschend an die Mercedes-Box zurück. Das Team gab ein elektronisches Problem als Grund an. Hamilton übernahm unterdessen die Spitze mit einer 1:14.486.

Rosberg mit Gang-Problemen

Bei Rosbergs zweiter Runde war das Problem offenbar behoben, er konnte Vollgas geben und verdrängte Hamilton auf Platz zwei. Der Brite schlug mit Bestzeit im 1. Sektor zurück, konnte Rosbergs Speed auf der restlichen Runde aber nicht mitgehen. "Bei Nico hat der Motor Probleme gemacht", sagte Paddy Lowe. "Er konnte die Gänge nicht richtig einlegen. Dann gab es noch eine Warnung zum Gaspedal."

Erster Verfolger der Mercedes-Silberpfeile war Daniel Ricciardo. Sein Rückstand auf die Spitze betrug 0,363 Sekunden. Damit setzte sich der Red-Bull-Pilot wieder einmal gegen Max Verstappen durch, der sich mit Startplatz vier begnügen musste. "Wir sind überrascht, wie deutlich wir vor Ferrari stehen", sagte Helmut Marko. "Aber auch der Abstand zu Mercedes ist akzeptabel."

Vettel: Mehr war nicht drin

Auch Kimi Räikkönen entschied das Ferrari-Teamduell für sich. Der Finne fuhr auf den fünften Platz, Teamkollege Sebastian Vettel erreichte P6. Der vierfache Weltmeister war Räikkönen im gesamten Qualifying unterlegen. "Da war ein bisschen der Wurm drin", sagte Vettel. "Ich hatte am Ende auch nicht das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre."

Nico Hülkenberg, Valtteri Bottas, Sergio Perez und Felipe Massa komplettierten die Top-10 des Qualifyings zum Deutschland Grand Prix. Letzter Hockenheim-Sieger vor zwei Jahren war Nico Rosberg.

Das sagen Rosberg, Hamilton & Ricciardo zum Qualifying

Nico Rosberg: "Das war echt cool am Ende. Beim ersten Lauf hatte ich vor den letzten zwei Kurven mein Gaspedal den Geist aufgegeben. Ich musste gerade so in die Box rein. Das war natürlich nicht ohne. Aber meine zweite Runde war der Hammer. Ich hatte auch noch Extra-Sprit für eine dritte Runde. Eine super Ausgangslage für das Rennen. "

Lewis Hamilton: "Das war bis jetzt ein gutes Wochenende. Ich hatte keine Probleme. Ich hatte heute die Pace, habe es aber nicht auf den Punkt gebracht. Für Mercedes sollte es morgen ein guter Tag werden."

Daniel Ricciardo: "Wir sind sehr knapp dran. Meine erste Runde war sehr gut. Ich wusste, dass ich nicht noch mehr rausholen konnte. Auf meiner zweiten Runde habe ich auch einige Fehler gemacht, das hat mich einige Zehntel gekostet. Morgen haben wir noch mal andere Reifen, das wird sicherlich ein spannendes Rennen."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: Kleiner Elektronik-Fehler bei Rosberg
Top-5: Rosberg, Hamilton, Ricciardo, Verstappen, Räikkönen
MSM TV: Witzige Fahrerlager-Anekdoten aus Hockenheim: (3:50 Min.)

Das war Q2: Hamilton und Rosberg setzten als erste Fahrer eine Runde auf den Supersofts und bogen anschließend wieder in die Box ab. Reifen sparen war angesagt bei den Silberpfeilen! Hamilton gerade mal 0,091 Sekunden schneller als sein Teamkollege. Auffällig: Vettel auf P9 konnte auch im Q2 die Pace von Kimi Räikkönen, den Red Bulls und Mercedes nicht mitgehen. Verstappen war erster Silberpfeil-Verfolger mit einem Rückstand von knapp vier Zehnteln.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Sainz unter Beobachtung, weil er Massa blockiert hat
ausgeschieden: Palmer, Grosjean, Alonso, Sainz, Button, Gutierrez
Top-5: Hamilton, Rosberg, Verstappen, Räikkönen, Bottas

Das war Q1: Schon im Q1 zeigte sich die Mercedes-Übermacht in Hockenheim. Hamilton und Rosberg fuhren als einzige auf den Soft-Reifen, der Rest Supersoft. Trotzdem lagen beide Silberpfeile nach je drei gefahrenen Runden an der Spitze. Hamiltons Vorsprung auf Ricciardo betrug deutliche 3,5 Zehntel. Bitter für Pascal Wehrlein: Er war bis zuletzt auf gutem Wege ins Q2 beim Heimspiel. Am Ende fehlte weniger als eine Zehntelsekunde zum Einzug in die nächste Runde. Wehrlein: "Natürlich denkt man hinterher, dass es noch irgendwie hätte klappen können. Aber meine Runde war super und wir starten vor den Sauber. Da wollen wir morgen auch bleiben."

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Magnussen, Wehrlein, Kvyat, Haryanto, Nasr, Ericsson
Top-5: Hamilton, Rosberg, Ricciardo, Räikkönen, Verstappen

Die Strafen: Nach dem 3. Training musste Hamilton eine Weile zittern. Wegen eines Unsafe Release musste er bei den Stewards vorsprechen. Doch statt einer Strafe oder Verwarnung - es wäre seine dritte in dieser Saison - wurde das Team zur Gasse gebeten. Mercedes musste 10.000 Euro für das Vergehen zahlen. Außerdem kassierte Romain Grosjean eine 5-Platz-Strafe in Folge eines Getriebewechsels.

Die Analyse: Nico Rosberg ist cool geblieben beim Heimspiel! Trotz der Probleme und dem abgebrochenen Run schnappte er sich die Pole vor heimischer Kulisse. Ein kleiner psychologischer Vorteil im engen Mercedes-Duell. Mercedes trat wie erwartet dominant auf, konnte sich während des Qualifyings sogar Supersoft-Reifen für das Rennen aufsparen. Erster Verfolger war wieder einem Red Bull. Ricciardo und Verstappen ließen den auffällig schwachen Ferraris keine Chance. Vor allem Vettel war nach seinen Runden alles andere als begeistert. Starker Auftritt von Nico Hülkenberg beim Heimspiel, der Force India als vierte Kraft etablierte.