Ferrari setzt den Gerüchten und Spekulationen ein Ende und macht vor dem Großbritannien Grand Prix Nägel mit Köpfen: Kimi Räikkönen greift auch 2017 für die Scuderia ins Lenkrad. Damit bleibt die Fahrerpaarung Sebastian Vettel/Kimi Räikkönen ein drittes Jahr lang bestehen. Räikkönen bestreitet 2017 seine siebte Saison für Ferrari.

"Die Scuderia Ferrari gibt bekannt, dass sie ihre Technik- und Rennvereinbarung mit Kimi Räikkönen erneuert hat. Das Fahreraufgebot für die Rennsaison 2017 wird aus dem finnischen Fahrer und Sebastian Vettel bestehen", lautet die Mitteilung im Wortlaut. Weitere Infos oder gar Aussagen gibt es Ferrari-typisch nicht.

Für das Cockpit neben Vettel wurden für 2017 unter anderem Carlos Sainz, Nico Rosberg, Daniel Ricciardo, Sergio Perez, Valtteri Bottas und Romain Grosjean gehandelt. Vettel hatte sich jedoch klar für eine Verlängerung mit Räikkönen ausgesprochen. "Ich lese jeden Tag neue Namen. Ich komme gut mit Räikkönen zurecht, es gibt keinen Teamkollegen, der weniger kompliziert sein könnte, außerdem ist er nicht politisch", erklärte er in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport. "Zwischen uns gibt es Respekt, er ist ruhig und ich finde, es wäre schön, zusammen weiterzumachen."

Vor dem Österreich GP hatte Ferrari-Präsident Sergio Marchionne noch Druck auf Räikkönen aufgebaut. "Räikkönen muss wirklich beweisen, dass er es verdient, ein Ferrari-Fahrer zu sein", sagte er. "Entweder er fährt wie der Weltmeister, der er ist, oder…"

Villeneuve: Räikkönen ist noch immer super schnell

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Ex-F1-Fahrer Gerhard Berger sieht Räikkönen hingegen als Auslaufmodell an, das spätestens in ein oder zwei Jahren aussortiert wird oder seine Karriere beendet. "Natürlich hat Kimi die Zukunft nicht mehr vor sich. Da wird sich Ferrari umschauen müssen", so der Österreicher gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Enzo Ferrari setzte früher gerne auf Piloten, die ihren Kollegen unter Druck setzten. Seit den Zeiten von Michael Schumacher ist das bei der Scuderia nicht mehr der Fall. "Ich glaube auch, dass sich Sebastian wehren würde", so Berger. "Er würde sagen: Konzentration auf mich, ich bin jetzt da. Ich bin gekommen und helfe euch jetzt, den Laden aufzubauen und will dann auch die Früchte ernten."

Sportlich stellte der Iceman in den vergangenen anderthalb Jahren keine Gefahr für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel dar - und abseits des Cockpits verstehen sich beide besser als die meisten anderen Teamkollegen. "Kimi ist nicht auf dem Niveau von Vettel, aber er ist noch immer super schnell und er funktioniert gut mit Vettel und mit dem Team", hebt Jacques Villeneuve die Vorzüge der Fahrerpaarung hervor.

Hinter vorgehaltener Hand wurde bei der Scuderia über Namen wie Romain Grosjean, Max Verstappen, Valtteri Bottas und Daniel Ricciardo spekuliert. "Wenn man Nico [Rosberg] statt Kimi reinsetzen könnte, vielleicht... Aber wen willst du sonst nehmen?", fragt Villeneuve im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Grosjean, von dem du nicht sicher weißt, ob er schnell genug ist? Damit gehst du das Risiko ein, dass er Vettel nicht hilft, weil er etwas beweisen will. Dieses Risiko geht man nicht ein. Wenn man Fahrer wechselt, dann zu jemanden, der mindestens so gut ist oder besser."