Nach dem Europa GP in Baku war das Thema Funkverbot wieder heiß diskutiert. Lewis Hamilton hatte sich beklagt, weil er ein Leistungsproblem hatte und ihm von den Ingenieuren nicht geholfen werden durfte. Nico Rosberg hingegen hatte bei dem gleichen Problem keine großen Schwierigkeiten, da er wusste, was zu tun war. Doch nicht nur innerhalb des Mercedes-Teams sind sich die Fahrer uneins, was sie vom Verbot halten sollen. Während Nico Rosberg sich damit angefreundet hat, ist Vettel kein Unterstützer, da es keinen Mehrwert bringt.

"Ich bin kein Fan", gestand Sebastian Vettel. "In der Formel 1 geht es darum, so schnell wie möglich zu fahren und nicht darum, sich an alles aus einem Meeting von vor einem halben Jahr zu erinnern." Weiter erläutert der Heppenheimer, dass es wohl nicht das erste Mal war, dass es solche Probleme gab: "Ihr habt es da nur mitbekommen, weil es übertragen wurde. Es gab sicherlich auch schon vor Baku Probleme."

Rosberg hingegen hat sich, anders als andere Fahrer, im Winter speziell auf mögliche Probleme vorbereitet: "Das war eine Hauptaufgabe im Winter, weil ich im Auto jetzt viel mehr auf mich alleingestellt bin." Es sei von vornherein klar gewesen, dass es schwieriger würde. Das Ziel sei ja gewesen, es für den Fahrer herausfordernder zu machen und genau das sei ja auch erzielt worden.

Fahrer sind keine Marionetten mehr

Der Hauptkritikpunkt vor den verschiedenen Stadien des Funkverbotes war, dass die Fahrer nur noch Marionetten seien. Die Ingenieure durften dem Fahrer in jeder Lage mitteilen, was genau er zu tun und zu lassen hatte. "Deshalb wurden die Regeln geändert und es ist in Ordung, wie sie sind", betont Rosberg. "Es ist herausfordernder für uns, wir sind weiter weg von Perfektion - das ist ok."

Hamilton kämpfte in Baku mehrere Runden mit der Technik - Foto: Sutton
Hamilton kämpfte in Baku mehrere Runden mit der TechnikFoto: Sutton

"Wenn ihr in den Flieger auf dem Weg zur F1 einsteigt und der Pilot eine ausgedruckte Checkliste hat, die er durchgeht und wenn man das verbietet - was bringt das? Er könnte etwas vergessen, das könnte nicht so gut sein für den Passagier. Das sind keine guten Nachrichten, aber für uns ist es das Gleiche", hält Vettel dagegen.

Jenson Button bietet eine einfache Lösung für das Problem: "Das Sicherste wäre es, dass beide Autos schon im richtigen Modus starten und wenn es ein Sicherheitsproblem wäre, dürfte das Team dir sagen, was das Problem ist und wie man es behebt." Allerdings verfehlt dieser Vorschlag wieder das Ziel, dass es für die Fahrer schwieriger werden soll.

Anders als Button und Vettel betrachtet Felipe Massa die Situation: "Um ehrlich zu sein, ist das ok für mich." Er bestätigte, mitbekommen zu haben, dass es Zwischenfälle gab. "Ich denke nicht, dass es wirklich große Probleme waren. Es ist ganz normal, dass sich Fahrer am Funk immer beschweren, aber für mich ist das so in Ordnung."

Aufgabe des Teams die Dinge einfacher zu gestalten

Auf den Vorschlag statt 15 nur noch 3 Motoreinstellungen festzusetzen meinte Massa nur, dass diese Entscheidung bei den Teams liegen. "Wir verstehen, was wir haben und wir verstehen die einzelnen Modi. Um ehrlich zu sein, habe ich niemals 15 verschiedene Modi benutzt im Auto", so Massa. "Du als Fahrer musst die Dinge rund um das Lenkrad verstehen und das Auto kennen. Damit habe ich im Moment kein wirklich großes Problem."

Der Williams-Pilot hatte Probleme, die ihn Zeit gekostet haben, bisher nicht im Rennen: "Im Training hatte ich so etwas vielleicht mal. Du änderst Dinge und manchmal geht das dann in die falsche Richtung. Aber man hat Zeit, um Dinge zu verstehen und vorzubereiten." Natürlich gibt es dabei auch Fehlerpotenzial, was Massa durchaus einsieht. "Aber du kannst so viele Fehler in so vielen Bereichen machen, das ist normal. Entsprechend musst du auch dieses Problem bestmöglich lösen, genau wie du es mit dem Fahren machen würdest."