Nach einem leicht enttäuschenden Kanada GP will Force India in Baku beim Europa GP wieder ein besseres Ergebnis einfahren. Dabei kommt das generelle Layout dem Boliden entgegen, auch wenn noch niemand näheres über die Beschaffenheit der Strecke weiß. Dadurch eröffnet sich Force India vielleicht sogar die Chance auf ein Überraschungspodium, doch auch die Gefahr eines Fehlers aus strategischer oder fahrerischer Sicht ist durch die vielen Unbekannten stark erhöht.

Das letzte Rennen: Kälte sorgt für schwaches Ergebnis

Sergio Perez und Nico Hülkenberg hatten sich für das Rennwochenende in Montreal ein starkes Ergebnis gehofft, doch wegen der kühlen Bedingungen war für die beiden Force-India-Piloten nicht viel zu holen. Nach einer bereits enttäuschenden Qualifikation konnten Perez und Hülkenberg im Rennen keine Plätze gutmachen und gewannen nur einen Platz durch den Ausfall von Felipe Massa. Insgesamt war der Kanada GP ein ereignisarmes Rennen für das Team.

Die Neuerungen: Strecke lernen hat Priorität

Da zwischen den Rennen in Kanada und Baku nur eine Woche liegt, hat auch Force India keine großen neuen Teile für den Europa GP mitgebracht. Die zahllosen Unbekannten durch die neue Strecke machen es sowieso schwierig Zeit dafür zu finden, neue Teile zu testen. "Die Mischung aus langen Geraden und scharfen Kurven erinnert mich ein wenig an Singapur, aber anders als auf einem Straßenkurs gibt es hier auch Möglichkeiten zu überholen", erklärte Teamchef Vijay Mallya.

"Um mich auf Baku vorzubereiten habe ich mir ein Onboard-Video angeschaut und mein erster Eindruck ist, dass es eine wirkliche Herausforderung wird", erklärte Sergio Perez. Die vielen engen Passagen gehören einfach zu einem Stadtkurs dazu, aber insgesamt gefällt ihm die Strecke besser als Monaco: "Sie sieht schneller aus und dadurch ist es die Art von Strecke, die ich gerne fahre."

Hülkenberg freut sich besonders auf das Debüt des Baku City Circuit: "Neue Strecken sind immer cool. Da ich noch nicht viel über das Land weiß, wird es viel zu lernen geben." Auch der deutsche Force-India-Pilot betont, wie wichtig es ist, die Strecke schnell zu lernen. "Ich hatte noch keine Chance im Simulator zu fahren, aber ich habe mir das Video angeschaut. Es ist aber sowieso wichtiger, ins Auto zu kommen und die Strecke in den ersten Runden zu verstehen."

Die Erwartungen: Konkurrenzfähig sein

Hülkenberg war mit dem Kanada GP nicht ganz zufrieden - Foto: Sutton
Hülkenberg war mit dem Kanada GP nicht ganz zufriedenFoto: Sutton

"Ich bin sicher, dass wir hier konkurrenzfähig sein können", sagte Mallya im Bezug auf die Erwartungen zum kommenden Rennen, auch wenn er zugeben muss, dass über die neueste Addition zum Rennkalender noch wenig bekannt ist: "Die Art wie sich unser Auto und die Reifen verhalten werden, ist noch eine offene Frage, da niemand irgendwelche Daten über die Strecke hat."

Sergio Perez, war mit dem letzten Rennen nicht ganz zufrieden, ist sich aber sicher, dass Force India jetzt in jedem Rennen um Punkte kämpfen kann. Auch wenn die Strecke neu ist, ändert sich am Vorgehen laut dem Mexikaner recht wenig. "Sobald wir da sind, ist alles normal, aber es wird wichtig sein, den Kurs schnell zu lernen", betont Perez. Die Streckenbegehung und das erste Training seien daher wichtiger als bei den meisten anderen Wochenenden.

"Wir haben allen Grund zu glauben, dass wir zumindest bis zur Sommerpause jedes Rennen in die Punkte fahren können", zeigt sich auch Hülkenberg optimistisch. Er selbst ist ein Fan von Straßenkursen und freut sich daher ganz besonders auf das Rennen. "Sie bieten einzigartige Herausforderungen und sind man muss sich härter arbeiten, um sich und das Auto ans Limit zu bekommen."

Die Prognose: Punkte

  • Hohe Temperaturen sind besser für Force India
  • Mercedes-Power für lange Geraden
  • Gute Fortschritte seit dem Barcelona-Update

Motorsport-Magazin.com meint: Obwohl beim Kanada GP die Bedingungen für die Force-India-Piloten nicht optimal waren, fuhren beide Piloten in die Punkteränge. Selbiges könnte ihnen auch beim Debüt des Baku City Circuit gelingen. Der Mercedes-Motor bietet auf den Gerade wie üblich einen gewissen Vorteil und da es in Baku deutlich wärmer sein sollte als in Kanada, dürften auch die Reifentemperaturen kein Problem mehr darstellen. (Manuel Schulz)