Mercedes: Hamilton souverän, Rosberg mit Problemen

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Lewis Hamilton P1 1:14.755 22 P1 1:14.212 43
Nico Rosberg P2 1:15.086 30 P3 1:14.738 46

  • Trainingsprogramm: Abstimmung neuer Teile, Longruns, Reifenvergleiche
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Viele Updates
  • Lewis Hamilton: "Ich war auf dieser Strecke schon immer stark. Unser Fokus lag heute darauf, die Reifen verstehen zu lernen."
  • Nico Rosberg: "Ich habe die meiste Zeit im ersten Sektor verloren. An diesem Teil der Runde müssen wir hauptsächlich arbeiten, um uns für das Qualifying zu steigern."

Lewis Hamilton lieferte eine souveräne Vorstellung ab und fuhr am Freitag in Montreal zweimal die Bestzeit. Nico Rosberg hatte - wie bereits beim Monaco GP - Probleme. Ihm fehlten im ersten Training mehr als drei Zehntelsekunden auf den Briten, obwohl er im Gegensatz zum Teamkollegen auf Ultrasofts fuhr. In der zweiten Session war es bei Waffengleichheit dann rund eine halbe Sekunde.

Mercedes brachte in Kanada eine Reihe neuer Teile an den Start: Die Seitenkasten-Flügel bekamen ein zusätzliches Luftleitblech, auf dem obersten Frontflügel-Flap wurden zusätzliche vertikale Elemente angebracht. Außerdem testete man einen Highspeed-Flügel für den Europa GP in Aserbaidschan in der kommenden Woche sowie einen neuen Monkey-Seat.

Ferrari: Vettel zweimal vor Red Bull

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und sein Auto zeigten in den Freitags-Trainings beim Kanada GP eine gute Leistung - Foto: Sutton
Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und sein Auto zeigten in den Freitags-Trainings beim Kanada GP eine gute LeistungFoto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Kimi Räikkönen P5 1:15.618 23 P8 1:15.234 43
Sebastian Vettel P3 1:15.243 22 P2 1:14.469 45

  • Trainingsprogramm: Abstimmung neuer Teile, Longruns, Reifenvergleiche
  • Techn. Probleme: Räikkönens Heck in FP2
  • Besonderheiten: -
  • Kimi Räikkönen: "Es war einer dieser Tage, wo Du Änderungen machst und nichts scheint zu klappen. Wir haben versucht, das Auto in den Griff zu bekommen, aber das ist uns nicht gelungen."
  • Sebastian Vettel: "Alles in allem war es ein guter Tag. Alles schien zu klappen, auch wenn ich noch nicht ganz zufrieden bin."

Sebastian Vettel hat Ferrari einen Hoffnungsschimmer beschert. Die zuletzt gegenüber Red Bull ins Hintertreffen geratene Scuderia war in Kanada mit einem Update-Großaufgebot erschienen. Bei Vettel schien das besser zu klappen als bei Räikkönen. Der Deutsche wurde Dritter und Zweiter und schien zumindest mit Nico Rosberg auf Augenhöhe zu sein. Räikkönen belegte die Plätze acht und fünf, wobei es im zweiten Training leichte Probleme mit seinem Heck zu geben schien.

Red Bull: Kleiner Dämpfer für die Himmelsstürmer

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Daniel Ricciardo P11 1:16.734 28 P5 1:15.168 43
Max Verstappen P4 1:15.553 29 P4 1:15.156 29

  • Trainingsprogramm: Longruns, Reifenvergleich, Motor-Abstimmung
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Daniel Ricciardo: "Wir können immer noch etwas mehr Geschwindigkeit finden. Deshalb werden wir heute Nacht sehr hart daran arbeiten, um eine gute Lösung zu finden."
  • Max Verstappen: "Ich bin mehr oder weniger zufrieden mit der Balance. Jetzt geht es ans Feintuning."

Nach starken Vorstellungen in Spanien und Monaco war zuletzt viel davon die Rede, dass Red Bull Ferrari als zweite Kraft in der Formel 1 ablösen könne. Am Freitag in Kanada war das jedoch nicht zu spüren. Zwar lag Verstappen stets vor Räikkönen, doch Vettel war für die Bullen nicht zu schlagen. Zudem enttäuschte Ricciardo im 1. Training mit Platz 11. Offenbar wirkt das jüngste Motoren-Update doch keine Wunder. Es fehlte am Topspeed. Möglicherweise hat Ferrari jedoch auch ein wenig geblufft und Red Bull selbst noch nicht alles gezeigt.

Williams: Massa crasht

Für Felipe Massa war das erste Training früh vorbei - Foto: Sutton
Für Felipe Massa war das erste Training früh vorbeiFoto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Valtteri Bottas P6 1:16.301 30 P6 1:15.213 46
Felipe Massa P14 1:17.065 7 P13 1:15.513 44

  • Trainingsprogramm: Setup, Reifenvergleiche
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Massa mit Einschlag im ersten Training
  • Valtteri Bottas: "Wir haben die Balance schnell hinbekommen, daher bin ich schon recht glücklich. Aber ich bin sicher, wir können das noch besser."
  • Felipe Massa: "Es ist nie schön zu crashen, besonders nicht direkt im 1. Training."

Felipe Massa sorgte mit seinem Crash im 1. Training für den Aufreger des Tages. Der Brasilianer drehte sich in Kurve eins und schlug mit dem Heck heftig in die Streckenbegrenzung. Williams machte später die Tatsache, dass der Heckflügel nicht richtig schloss, dafür verantwortlich. Massa hatte somit zu wenig Anpressdruck. Er belegte in beiden Einheiten nur hintere Plätze. Bottas wurde zweimal Sechster, was angesichts der hohen Erwartungen gegenüber Williams in Kanada ebenfalls fast eine kleine Enttäuschung ist.

McLaren: Buttons Platzierung macht Mut

Button schaffte es im zweiten Training in die Top-Ten - Foto: Sutton
Button schaffte es im zweiten Training in die Top-TenFoto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Jenson Button P12 1:16.788 8 P7 1:15.213 35
Fernando Alonso P10 1:16.663 18 P11 1:15.450 40

  • Trainingsprogramm: Reifenanalyse, Datensammlung, Abstimmungsarbeit
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Fernando Alonso: "Wir konnten heute ein paar interessante Dinge ausprobieren, einschließlich aller drei Reifenmischungen, die dieses Wochenende elementar sein werden."
  • Jenson Button: "Wir hatten heute Vormittag mehrere Probleme. Deswegen mussten wir die Power Unit tauschen, was uns Zeit gekostet hat."

McLaren war zuletzt im Aufwind und punktete dreimal hintereinander. Doch auf der Powerstrecke in Kanada schien der Honda-Motor unterlegen, auch wenn man zuletzt noch einmal technisch aufgerüstet hat. In Anbetracht dieser Tatsache lief es für Button und Alonso eigentlich nicht schlecht. Der Motor des Briten rauchte zwar in Session 1 heftig, er konnte aber später mit einer neuen Power Unit weiterfahren und wurde im 2. Training immerhin Siebter.

Force India: Erwartungen (noch nicht) erfüllt

Gemischte Aus- und Ansichten bei Force India (hier Nico Hülkenberg) - Foto: Sutton
Gemischte Aus- und Ansichten bei Force India (hier Nico Hülkenberg)Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Sergio Perez P9 1:16.577 25 P12 1:15.493 47
Nico Hülkenberg P7 1:16.464 24 P9 1:15.321 50

  • Trainingsprogramm: Longruns, Reifentests, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Sergio Perez: "Das Potential für ein gutes Ergebnis im Qualifying ist da."
  • Nico Hülkenberg: "Wir haben heute eine Menge Runden gedreht und das will man ja an einem Freitag."

Force India ist nach dem Podestplatz für Perez und Platz sechs für Hülkenberg in Monaco mit großem Selbstbewusstsein nach Kanada gekommen. Teamchef Mallya sprach gar von einem möglichen Wendepunkt in der laufenden Saison. Angesichts dessen war Rang sieben für den Deutschen als beste Platzierung des Teams am Freitag wohl kein Grund zum Jubel. Allerdings waren die Abstände nach vorne nicht allzu groß und außerdem spulten beide Piloten am Nachmittag viele Runden ab.

Toro Rosso: Sainz stark, Kvyat enttäuscht

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Daniil Kvyat P15 1:17.310 24 P14 1:15.559 42
Carlos Sainz Jr. P8 1:16.543 21 P10 1:15.410 42

  • Trainingsprogramm: Setupfindung, Datensammlung, Reifentests
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Carlos Sainz Jr.: "Ich würde den heutigen Tag als gut bezeichnen. Ich denke, es wird hier wieder einen engen Kampf im Mittelfeld geben."
  • Daniil Kvyat: "Wir konnten heute viele Runden machen, aber wir müssen am Setup noch etwas ändern."

Carlos Sainz kam deutlich besser ins Wochenende als sein - immer noch neuer - Teamkollege. Der Spanier wurde in den Freitags-Trainings von Montreal Achter und Zehnter, der Russe dagegen landete auf den Plätzen 15 und 14. Für ihn läuft spätestens seit seiner Degradierung innerhalb des Red-Bull-Universums gar nicht mehr rund.

Haas F1: Unauffällig erfolglos

Haas war beim Kanada GP anwesend, viel mehr aber auch nicht - Foto: Sutton
Haas war beim Kanada GP anwesend, viel mehr aber auch nichtFoto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Esteban Gutierrez P16 1:17.319 24 P18 1:16.591 32
Romain Grosjean P13 1:17.008 22 P15 1:16.093 35

  • Trainingsprogramm: Abstimmungs-Findung, Reifenanalyse, Datensammlung
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Romain Grosjean: "Es war ein guter Tag. Wir haben eine Menge Kilometer gesammelt und das Auto hat sich okay angefühlt."
  • Esteban Gutierrez: "Wir haben unser heutiges Tagesprogramm durchgezogen, was wichtig war."

Die beiden Haas-Piloten waren an diesem Freitag nicht weiter auffällig, allerdings auch nicht sonderlich erfolgreich. Die Platzierungen 13 und 15 (Romain Grosjean) sowie 16 und 18 (Esteban Gutierrez) dürften nicht ganz das sein, was sich der Rennstall erhofft hat. Allerdings hätte das Team in Kanada ohnehin wohl nur eine echte Chance auf ein gutes Ergebnis gehabt, wenn Ferrari seine neuem Turbolader seinem Kunden sofort ebenfalls zur Verfügung stellt, was aber nicht geschah.

Renault: Es fehlt die Pace

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Kevin Magnussen P20 1:18.409 13 P16 1:16.255 39
Jolyon Palmer P22 1:18.583 28 P20 1:17.001 48

  • Trainingsprogramm: Setup-Abstimmung, Reifentests
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Neues Chassis bei Palmer
  • Kevin Magnussen: "Für das Qualifying müssen wir ein bißchen mehr Pace finden."
  • Jolyon Palmer: "Ich habe heute noch nicht die ganze Pace gezeigt."

Jolyon Palmer und Kevin Magnussen spulten fleißig Runden ab, doch die Pace war erneut nicht da. Der Däne wurde in den beiden Einheiten am Freitag 20. und 16., sein Teamkollege kam auf die Ränge 22 und 20. Die Probleme des eher mittelmäßig bis schlecht in die Saison gestarteten Formel-1-Rückkehrers dürften damit trotz Motor-Update nicht kleiner werden.

Sauber: Unzufriedenheit trotz vieler Runden

Beide Sauber hatten am Freitag in Montreal technische Probleme - Foto: Sutton
Beide Sauber hatten am Freitag in Montreal technische ProblemeFoto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Marcus Ericsson P19 1:18.129 8 P19 1:16.902 51
Felipe Nasr P17 1:17.855 21 P17 1:16.582 40

  • Trainingsprogramm: Reifenvergleiche, Setup-Tests
  • Techn. Probleme: Motorprobleme bei beiden Fahrern
  • Besonderheiten: -
  • Felipe Nasr: "Diese Rundenanzahl hilft uns sicherlich bei der Abstimmung des Autos für das restliche Wochenende. "
  • Marcus Ericsson: "Ab Samstag fahre ich mit einem neuen Motor, dies sollte sich auch auf die Rundenzeiten auswirken."

120 Umläufe absolvierten Marcus Ericsson und Felipe Nasr auf dem Circuit Gilles Villeneuve am Freitag in Montreal. Dennoch waren sie nicht zufrieden. Ericsson kämpfte mit technischen Problemen und stand lange an der Box. Beinahe seine gesamten Runden absolvierte der Schwede im zweiten Training, weshalb ihm auch knapp vier Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen fehlten. Dieser hatte aber auch keinen perfekten Trainingstag. Nachdem der Motor gewechselt wurde, gab es im ersten Training ein Problem am Fahrzeug. "Dadurch haben wir viel Zeit verloren", ärgerte sich Nasr.

Manor: Wehrlein schlägt sich wacker

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Rio Haryanto P18 1:18.103 21 P22 1:17.423 49
Pascal Wehrlein P21 1:18.453 30 P21 1:17.023 32

  • Trainingsprogramm: Reifenvergleiche, Longruns, Abstimmungsarbeit
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Rio Haryanto: "Ich fahre zum ersten Mal hier, daher gewöhne ich mich erst an die Strecke."
  • Pascal Wehrlein: "Wir haben heute morgen einiges ausprobiert, was nicht den gewünschten Effekt hatte. Also haben wir es für FP2 wieder geändert und ich fühlte mich gleich besser."

Für Manor stand am Ende des zweiten Trainings zwar wieder nur die rote Laterne zu Buche, doch das Team war mit der eigenen Leistung zufrieden, besonders, da Pascal Wehrlein gerade einmal eine Zehntelsekunde fehlte, um zwei Positionen weiter vorne zu stehen. Mit einer guten Steigerung vor der Qualifikation und einer perfekten Runde ist für das kleine Team also durchaus ein guter Startplatz im Bereich des Machbaren. Eine weitere Hoffnung ist aber auch das Wetter, denn bei schwierigen Bedingungen hat insbesondere Wehrlein immer sehr starke Leistungen gezeigt.