Daniel Ricciardo hat sich die wichtigste Pole Position der Formel-1-Saison gesichert! Im Fürstentum Monaco erzielte der Australier in 1:13.622 Minuten die schnellste Zeit vor Nico Rosberg. Dem Mercedes-Piloten fehlten 0,169 Sekunden auf Pole-Debütant Ricciardo, der sich bis auf eine Zehntel an den Streckenrekord heranpirschte. "Diese Runde war Dynamit", jubelte Teamchef Christian Horner. Dritter wurde Lewis Hamilton (+0,320 Sek.), Vierter Sebastian Vettel - schon mit knapp einer Sekunde Rückstand.

Lange schien es, als erlebte Hamilton ein neuerliches Drama, der Anfang des Q3, noch in der Boxengasse, ein Power-Problem an seinem Motor meldete. Der Brite konnte noch rechtzeitig stehen bleiben, sodas Mercedes seinen Boliden wieder zurück in die Garage schieben und Hamilton mit Verspätung doch noch in den Kampf um die besten Startplätze eingreifen konnte.

Räikkönen verliert wegen Getriebewechsels fünf Startplätze - Foto: Sutton
Räikkönen verliert wegen Getriebewechsels fünf StartplätzeFoto: Sutton

Es handelte sich um ein Problem mit dem Benzindruck, wie Mercedes wenig später erklärte. Der Defekt trat auch am Silberpfeil von Rosberg auf, was dessen Outing ebenfalls verzögert hatte. "Wir waren richtig gut, aber wir hatten technische Probleme mit beiden Autos", bestätigt Niki Lauda.

Die Top-10 komplettierten ein bärenstarker Nico Hülkenberg auf P5 vor Kimi Räikkönen, der wegen eines Getriebewechsels an seinem Ferrari allerdings noch fünf Startplätze verlieren wird, Carlos Sainz, Sergio Perez, Daniil Kvyat und Fernando Alonso. Pascal Wehrlein wurde 20. Felipe Nasr erlebte unterdessen im Q1 einen kapitalen Motorschaden an seinem Sauber-Ferrari, Max Verstappen krachte nach dem Schwimmbad-Komplex in die Leitplanken.

Daniel Ricciardo hat Mercedes in Monaco bezwungen - Foto: Sutton
Daniel Ricciardo hat Mercedes in Monaco bezwungenFoto: Sutton

Das sagen Ricciardo, Rosberg & Hamilton zum Qualifying

Daniel Ricciardo: "Es ist ein besonderer Ort für meine erste Pole. Ich wusste vor dem Wochenende, dass wir eine Chance darauf haben würden. Ich hatte es die ganze Zeit im Hinterkopf. Nach Barcelona habe ich das Gefühl gehabt, gut gefahren zu sein, aber nicht die optimale Belohnung bekommen zu haben. Ich hatte aber viel Selbstbewusstsein. Ich bin jetzt in der Position, zurückzuschlagen. Ich bin hier schon immer gerne gefahren. Die Autos hinter uns haben ein gutes Paket. Also warten wir ab, was morgen bringt. Wir hatten genug Zeit und haben es im Q2 mit Supersofts versucht. Jetzt haben wir einige Optionen im Rennen, denn ich bin eine gute Runde damit gefahren und konnte alles rausholen."

Nico Rosberg: "Ich habe es nicht verloren, ich war heute nicht schnell genug. Sie haben die Pole. Das war's. Leider hat's nicht ganz geklappt heute. Aber Red Bull und Daniel waren einfach schneller. Im letzten Versuch war ich nochmal nah dran, aber es hat nicht ganz gereicht. Schade. Nichtsdestotrotz erste Reihe - gute Chance morgen. Ich werde versuchen, einen guten Start zu erwischen und mit der Strategie etwas zu erreichen."

Lewis Hamilton: "Es war ein schwieriges Quali. Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll. Es war schwierig, eine gute Runde zu fahren. Das Motorproblem war nicht so schlimm wie bei einigen anderen Rennen. Ich werde morgen alles geben, um das Beste daraus zu machen."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: Motor-Problem bei Hamilton
Top-5: Ricciardo, Rosberg, Hamilton, Vettel, Hülkenberg

Das war Q2: Wie in Q1: Autoparade am Ausgang der Boxengasse. Dieses Mal jedoch eine normale Session ohne Defekte, Crashes und folgende Unterbrechungen. Nico Rosberg erzielte in 1:14.043 Minuten eine hauchdünne Bestzeit. Seinen Verfolgern Hamilton, Vettel und Ricciardo fehlten zwischen 0,013 und 0,314 Sekunden. Ricciardo setzte allerdings als Einziger nur den Supersoft ein, darf also auch auf diesem Starten.

"Was ich noch viel toller finde, ist, dass wir die schnellste Zeit in Q2 mit dem härteren Reifen gefahren sind. Das gibt uns strategische Möglichkeiten, weil wir uns in Ruhe anschauen können, was die anderen machen", sagt der Motorsportberater Red Bulls, Helmut Marko. "Sorgen habe ich jetzt für das Rennen, dass Ricciardo die besten Karten hat. Der Start wird da vorentscheidend sein", warnt Niki Lauda.

Rosberg touchierte wie in Q1 Verstappen Ausgang des Schwimmbads die Leitplanke - allerdings wesentlich zarter. Valtteri Bottas, Esteban Gutierrez, Jenson Button, Felipe Massa, Romain Grosjean und Kevin Magnussen schieden aus.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Rosberg touchiert Leitplanke
ausgeschieden: Bottas, Gutierrez, Button, Massa, Grosjean, Magnussen
Top-5: Rosberg, Hamilton,Vettel, Ricciardo, Räikkönen

Das war Q1: Sofort zu Beginn reihte sich fast das gesamte Feld an der Ampel auf, doch sie mussten alle wieder reinkommen: Felipe Nasr erlitt gleich auf seiner Outlap einen kapitalen Motorschaden. Mit weißem Rauch fuhr der Ferrari-befeuerte Sauber aus dem Tunnel und sorgte somit für eine Sessionunterbrechung. Die Marshalls mussten die Öllache am Tunnelausgang binden.

Nach 'Wiederanpfiff' purzelten die Zeiten. Vettel führte schließlich zwei Zehntel vor den beiden Mercedes und Daniel Ricciardo. Max Verstappen blieb länger an der Box. Als er schließlich rausgegangen war, gleich der Schock: Crash am Ausgang des Schwimmbad-Komplexes! Das Aus für den Spanien-Sieger. Schon im Training am Morgen war Verstappen in eine Leitplanke gekracht.

"Ich habe ein bisschen zu früh eingelenkt, dann ist die Aufhängung gebrochen. Das war alles", berichtete Verstappen. "Ich habe den Grip falsch eingeschätzt. Es ist passiert. Jetzt müssen wir schauen, was wir für morgen machen. Es wird kein einfaches Rennen sein."

Neben Verstappen und Nasr strichen in Q1 noch Marcus Ericsson, Jolyon Palmer, Rio Haryanto und Pascal Wehrlein 'normal' die Segel.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Motorschaden bei Nasr, Crash von Verstappen
ausgeschieden: Nasr, Verstappen, Wehrlein, Haryanto, Palmer, Ericsson
Top-5: Vettel, Hamilton, Rosberg, Ricciardo, Perez

Die Strafen: Weil Ferrari nach dem dritten Training das Getriebe am Auto von Kimi Räikkönen gewechselt hat, muss der Finne im Grid um fünf Plätze nach hinten. Räikkönen erwischt den Getriebeschaden zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. In Monaco ist Überholen im Rennen quasi unmöglich. Gegen Kevin Magnussen läuft unterdessen noch eine Untersuchung. Der Däne hatte die Boxengasse bei Rot verlassen.

Die Analyse: Red Bull hat es tatsächlich geschafft: Mercedes ist besiegt. Und das im wichtigsten Qualifying der Saison! Noch dazu gibt es einen zweiten, vielleicht großen, Vorteil für Daniel Ricciardo: Weil er auf dem Supersoft starten darf, wird er wesentlich länger fahren können als die versammelte Konkurrenz ...