Lewis Hamilton sicherte sich bei der Generalprobe für das Qualifying zum Russland GP die Bestzeit. Der Mercedes-Pilot setzte sich äußerst knapp gegen Teamkollege Nico Rosberg durch. Bester Verfolger war einmal mehr Sebastian Vettel, der allerdings in der Startaufstellung wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze nach hinten versetzt wird.

Die Platzierungen: Weil selbst die Supersoft-Reifen mehrere schnelle Runden zulassen, war das 3. Freie Training ein wahrer Schlagabtausch. Lange Zeit führte Rosberg deutlich, doch in letzter Sekunde schlug Hamilton mit einer Fabelrunde zurück. Mit 1:36.403 war der Brite rund 0,7 Sekunden schneller als die Pole-Zeit des vergangenen Jahres. Rosberg fehlten lediglich 0,068 Sekunden auf seinen Teamkollegen.

Carlos Sainz bestand FP3 in Sochi diesmal unbeschadet - Foto: Sutton
Carlos Sainz bestand FP3 in Sochi diesmal unbeschadetFoto: Sutton

Sebastian Vettels Rückstand hält sich mit sechs Zehntelsekunden noch in Grenzen. Teamkollege Kimi Räikkönen auf Rang vier muss mit 1,3 Sekunden schon deutlich abreißen lassen. Dahinter konnten die Williams auf der Power-Strecke überzeugen, Felipe Massa führt das Duo an. Auf Rang sieben reihte sich Max Verstappen vor Jenson Button und Carlos Sainz ein. Sergio Perez stellte einen der beiden Force Indias in die Top-10.

Enttäuschend lief die Generalprobe für Red Bull: Daniel Ricciardo beendete das Training auf Rang elf, für Daniil Kvyat reichte es vor heimischer Kulisse nach einem heftigen Verbremser lediglich für Rang 13. Nico Hülkenberg beendete FP3 auf Rang 14, Pascal Wehrlein musste sich auf Rang 20 von Teamkollege Rio Haryanto geschlagen geben, konnte aber zumindest beide Sauber hinter sich lassen.

Die Zwischenfälle: Während am Freitag Pirouetten gedreht wurden, konzentrierten sich die Piloten im 3. Freien Training auf Verbremser. Vor allem zu Beginn der Session hatten die Fahrer Probleme beim Anbremsen auf Kurve 13. Die Windrichtung drehte über Nacht und schob die Fahrer reihenweise in die Auslaufzone. Beide Mercedes-Piloten mussten wenden, Sergio Perez sorgte aber für das Highlight: Der Mexikaner schätzte den Wendekreis seines Force India falsch ein und touchierte die Wand leicht. Nach Zurücksetzen mit Hilfe der Streckenposten ging es aber wieder weiter.

Die Technik: Ferrari, Mercedes und Renault fahren an diesem Wochenende mit überarbeiteten Power Units. Ferrari hat am Verbrennungsmotor Hand angelegt und drei Token ausgegeben, Mercedes für das Benzinsystem zwei Token. Inzwischen hat die FIA auch bei Renault eine Entwicklung bestätigt, allerdings gaben die Franzosen nur einen Token aus, der außerhalb der versiegelten Power Unit ausgegeben worden sein muss, weil keine neuen Komponenten in den Umlauf gebracht wurden.

Das Wetter: Wie am Freitag. Bewölkt und recht kühl. 16 Grad Luft- und 30 Grad Streckentemperatur sorgten für konstante Verhältnisse.

Die Analyse: Ein äußerst interessantes 3. Training. Russland ist die Ausnahme, weil der Pirelli-Pneu mehrere schnelle Runden zulässt. Das wird im Qualifying spannend. Wer fährt in welcher Runde seine Bestzeit? Mit wie viel Benzin gehen die Piloten auf ihre Runs? Wie fährt man die Reifen richtig an, so dass sie mit leichtem Auto am besten sind? Klar, wird es vorne nur zwischen den Mercedes spannend, aber da dafür richtig.