Geld regiert die Welt. Das gilt ganz besonders für die Welt der Formel 1, in der schwindelerregende Summen für Forschung, Entwicklung und auch Gehälter bezahlt werden. Die Preisgelder der Königsklasse setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen und sind zwischen den Teams keineswegs gleichverteilt, sondern es bestehen enorme Unterschiede, wie anhand der letzten Saison deutlich wird.

Das gesamte Preisgeld der Saison 2015 beläuft sich laut Informationen von Autosport auf 965 Millionen US-Dollar, die in neun Raten von April 2016 bis Jahresbeginn 2017 an die zehn im letzten Jahr in der Formel 1 vertretenen Rennställe ausgeschüttet werden. Motorsport-Magazin.com erklärt, wie sich die einzelnen Teilsummen zusammensetzen und wer warum wie viel kassiert.

Leistung wird belohnt

Die leistungsbezogenen Preisgelder setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen erhält jedes Team, das in zwei der letzten drei Jahre an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hat, 33,5 Millionen Dollar, was in Summe 335 Millionen ergibt. Weitere 335 Millionen werden abgestuft auf Basis der Platzierung in der Konstrukteurs-Wertung ausbezahlt. Mercedes als Weltmeister erhält 63,5 Millionen, Manor als Letztplatzierter 13,5 Millionen.

Preisgelder der Formel-1-Saison 2015 in Millionen US-Dollar:

Team (WM-Platz) Gesamt Leistung Bonus Anteil
Ferrari (2.) 192 87 105 19,90%
Mercedes (1.) 171 97 74 17,72%
Red Bull (4.) 144 70 74 14,92%
Williams (3.) 83 73 10 9,02%
McLaren (9.) 82 50 32 8,50%
Force India (5.) 67 67 - 6,94%
Lotus/Renault (6.) 64 64 - 6,63%
Toro Rosso (7.) 57 57 - 5,91%
Sauber (8.) 54 54 - 5,60%
Manor (10.) 47 47 - 4,87%
Summe 965 670 295 100%

Boni für etablierte Teams

Damit stehen die Preisgelder für Force India, Renault (2015 Lotus), Toro Rosso, Sauber und Manor bereits fest, die fünf anderen Teams dürfen sich hingegen noch über hohe Bonuszahlungen freuen, die sie vom Rest des Feldes deutlich abheben. Ferrari, Mercedes, Red Bull und McLaren erhalten als Premiumhersteller so etwa zusätzlich zwischen 32 und 39 Millionen Dollar.

Des Weiteren darf sich Ferrari über einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 70 Millionen freuen. Williams kassiert einen Traditions-Bonus, der sich auf 10 Millionen beläuft. Red Bull werden zusätzliche 35 Millionen zugebilligt, weil man sich als erstes Team das bis 2020 geltende Concorde-Agreement unterschrieben hat, und schließlich bekommt auch noch Mercedes weitere 35 Millionen für den zweifachen Gewinn der Weltmeisterschaft.

Ferrari bekommt am meisten Geld

Unter dem Strich kommt Ferrari somit auf 192 Millionen US-Dollar Preisgeld, was 19,9% der ausgeschütteten Gesamtsumme darstellt. Die Scuderia kassiert dank der höheren Bonuszahlungen mehr als Mercedes, obwohl die Silberpfeile mit 16 Rennsiegen im vergangenen Jahr überlegen Weltmeister wurden. Mercedes streicht indessen 171 Millionen ein, gefolgt von Red Bull (144 Millionen) und Williams (87 Millionen).

Am unteren Ende der Preisgeldtabelle befindet sich Manor, das 2015 als einziges Team ohne Punkte blieb und sich mit vergleichsweise mageren 47 Millionen (4,9%) begnügen muss. Nur wenig besser stehen Sauber (54 Millionen), Toro Rosso (57 Millionen), Renault (letztes Jahr Lotus, 64 Millionen) und Force India (67 Millionen) da.

McLaren, das in der vergangenen Saison nur Neunter und Vorletzter der Konstrukteurs-Wertung wurde, nimmt in der Preisgeldrangliste trotz der chronischen Erfolgslosigkeit mit 82 Millionen den fünften Platz ein - Bonuszahlungen in Höhe von 32 Millionen Dollar sei Dank.

Einnahmen der Teams steigen

Obwohl 2015 wie im Jahr zuvor 19 Rennen ausgetragen wurden, steigerte sich das insgesamt ausgeschüttete Preisgeld von 883 auf 965 Millionen US-Dollar, das ist ein Plus von neun Prozent. Der Gesamtumsatz der Formel-1-Vermarktungsgesellschaft FOM wird 2015 auf 1,9 Milliarden Dollar geschätzt, der Gewinn auf 1,4 Milliarden. Das Concorde-Agreement sichert den Teams davon rund 65% zu.