Der Disput im Hause Toro Rosso, welcher sich beim Saisonauftakt in Australien zugetragen hatte, war auch zwei Wochen später in Bahrain noch immer Gesprächsthema. Max Verstappen hatte sich in Melbourne lautstark über das Team beschwert, weil dieses ihn nicht vor Carlos Sainz an die Box geholt hatte, und zudem den Spanier per Funk nicht dazu aufgefordert hatte, ihn vorbeizulassen.

Nach dem Rennen in Australien kam es zu einem Treffen zwischen den Fahrern und Teamchef Franz Tost, im Zuge dessen sich Verstappen für sein Verhalten entschuldigte. "Ich war ein bisschen zu emotional", gab der Niederländer in Bahrain zu. "Ich mache Fehler, das Team macht Fehler, aber am Ende sind wir ein Team und gewinnen und verlieren zusammen. Normal lernt man aus seinen Fehlern für das nächste Mal."

Sainz erklärte bereits am Donnerstag in Bahrain, dass er trotz der Vorfälle von Melbourne kein Problem mit Verstappen habe und es keinen weiteren Redebedarf gebe. Der Niederländer stimmte seinem Teamkollegen zu. "Zwischen uns gibt es keine Probleme, es ist in Melbourne ein wenig zu weit gegangen", betonte Verstappen. "Wir haben nicht mehr darüber gesprochen, weil es keine Probleme gab."

Toro Rosso setzt auf junge Piloten - Foto: Sutton
Toro Rosso setzt auf junge PilotenFoto: Sutton

Keine Teamorder bei Toro Rosso

Teamchef Franz Tost äußerte nach der erfolgten Aussprache Verständnis für seine beiden Schützlinge. "Man darf nicht vergessen, dass sie sehr jung sind. Beide wollen Karriere in der Formel 1 machen und kämpfen deshalb um jeden Millimeter. Das ist, was wir sehen wollen, und deshalb haben wir sie im Team."

Bei Toro Rosso, der Nachwuchsschmiede von Red Bull, werde es darum auch in Zukunft keine Teamorder geben, es sei denn, die Piloten befinden sich auf unterschiedlichen Strategien, stellte Tost klar. "Wir erwarten Disziplin, dass sie sich gegenseitig respektieren, dass sie sich gegenseitig Platz lassen, dass sie nicht crashen und dass sie auf der Rennstrecke kämpfen", umriss der Österreicher das Anforderungsprofil seiner Piloten.