Die Formel ist zurück: Sebastian Vettel eröffnete die Saison 2016 und ging als erster Fahrer im 1. Training des neuen Jahres auf die nasse Strecke im Albert Park zu Melbourne. Die erste Bestzeit der neuen F1-Saison ging jedoch an das amtierende Weltmeisterteam Mercedes.

Die Platzierungen: Alter Bekannter an der Spitze: Lewis Hamilton erzielte in 1:295 Minuten die erste Trainingsbestzeit des Jahres. Der Abstand von vier Zehnteln auf Daniil Kvyat hat angesichts der Verhältnisse nicht viel zu bedeuten. Hinter dem Russen rundeten Daniel Ricciardo das Regenbild für Red Bull auf Position drei ab. Nico Hülkenberg, Max Verstappen und Nico Rosberg komplettierten die Top-6.

Die Zwischenfälle: Trotz er teils nassen Fahrbahn gab es kaum Zwischenfälle zu verzeichnen. Den ersten halben Dreher der Saison legte Max Verstappen hin, der auf einer feuchten Stelle sein Auto kurzzeitig verlor, es aber ohne anzuschlagen wieder einfangen konnte. Kurz darauf rodelten Valtteri Bottas und Rio Haryanto durch die Auslaufzonen. Den Schlusspunkt des Trainings setzte Kimi Räikkönen, der sich in den Notausgang rettete und bei plötzlich wieder einsetzendem Regen einen Dreher verhinderte. Zeitgleich blieb Daniel Ricciardo im Kiesbett stehen.

Die Technik: Mercedes begann das Rennwochenende in Australien mit der alten Fahrzeugnase mit den alten Pylonen und ohne S-Duct. Nur zwei Wochen nach dem letzten Testtag in Barcelona ging es in Melbourne schon in die neue Saison. Dennoch gibt es bei einigen Teams schon wieder neue Teile an den Autos. Nur Force India setzt auf das bewährte Paket der Wintertestfahrten. Die Inder bringen erst zum Europaauftakt in Spanien ein großes Update-Paket.

MSM TV - Technik erklärt: So funktioniert der S-Duct von Mercedes, McLaren & Co: (4:36 Min.)

Das Wetter: Der Wettergott hatte zum Auftakt der neuen Formel-1-Saison kein Erbarmen mit den Fahrern, Teams und Fans. Statt Sonnenschein in Australien gab es typisch britisches Silverstone-Wetter: kühl, nass und sehr windig. Die ersten Runden absolvierten die Fahrer auf Intermediates oder sogar Regenreifen. Im Laufe der ersten halben Trainingsstunde trocknete der Asphalt im Albert Park jedoch ab und die Trockenreifen kamen zum Einsatz - bis der Regen kurzzeitig zurückkehrte.

Die Reifen: Melbourne ist das erste Rennen, bei dem die neuen Reifenregeln zum Einsatz kommen. Anders als in den Vorjahren gibt es in dieser Saison fünf verschiedene Trockenreifenmischungen von Pirelli. Jeder Fahrer muss im Voraus drei Mischungen pro Grand Prix auswählen, deren Verwendung wir im nachfolgenden Video erklären:

MSM TV - Erklärt: So funktionieren die neuen Reifen-Regeln: (7:03 Min.)

An diesem Wochenende kommen in Australien die mittleren, weichen und superweichen Reifen zum Einsatz. Bei drei Teams entschieden sich die Piloten zu einer unterschiedlichen Aufteilung der frei wählbaren zehn Reifensätze: Mercedes, Sauber und Haas. Die Silberpfeile begründen diese Vorgehensweise so: Im Rennen fallen die Strategien gleich aus, in den Trainings erlaubt die Aufsplittung jedoch mehr Freiraum für Experimente und Tests.

Die Analyse: Nach nur einem Training, noch dazu einem verregneten, lässt sich natürlich noch keine realistische Vorhersage für den Rest des Wochenendes, geschweige denn der Saison, vornehmen. Dennoch sind die Vorzeichen für ein spannendes Auftaktwochenende gegeben: ein nasser Freitag bedeutet weniger Abstimmungszeit und vielleicht mehr Überraschungen am Samstag und Sonntag. Ganz besonders im neuen Qualifying.