Wie sieht die neue Struktur aus?

Zentrum aller motorsportlichen Aktivitäten Renaults wird das neugegründete Unternehmen "Renault Sport Racing" sein. Dessen Geschäftsführer Cyril Abiteboul berichtet an Renault Sport Racing Präsident Jerome Stoll über alle Entwicklungen der Marke. Zu dieser gehören das neue Formel-1-Team, das Formel-E-Team e.dams, die Formel Renault 2.0, die Renault Sport R.S.01 Trophy, das Rallye-Programm und weitere Kundensportprogramme. Der Präsident der Renault-Gruppe, Carlos Ghosn, wird gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des neuen Unternehmens.

"Die Bildung von 'Renault Sport Racing' ist ein sehr aufregender Schritt", meint Abiteboul. "Zum ersten Mal in unserer langen Geschichte haben wir eine einheitliche Marke und Struktur, durch welche sämtliche Arbeiten im Motorsportbereich durch dasselbe Team ausgeführt werden", erklärt er die Vorzüge.

Was ist mit dem Formel-1-Team?

Bob Bell und Nick Chester arbeiten künftig eng zusammen - Foto: Sutton
Bob Bell und Nick Chester arbeiten künftig eng zusammenFoto: Sutton

Das Formel-1-Team nennt sich offiziell "Renault Sport Formula One Team". Es ist der wichtigste Bestandteil von Renault Sport Racing. Frederic Vasseur wird als Teamchef fungieren. Bob Bell, der bereits während der letzten werksseitigen Teilnahme Renaults eine führende Rolle innehatte, bekommt als "Chief Technical Officer" sämtliche Befugnisse im technischen Bereich und überwacht sowohl die Mannschaften in Enstone, als auch in Viry. An den dortigen Kernzentren der Entwicklung zeichnet einerseits Nick Chester in England verantwortlich, Remi Taffin hat das Sagen in der Motorenschmiede in Frankreich. "Die neue Struktur des F1-Teams sollte es aufblühen lassen", glaubt Stoll.

Wie sehen die Zuständigkeiten genau aus?

Teamchef wird in seiner ersten großen Rolle innerhalb der Königsklasse Frederic Vasseur. Erfolge im Motorsport kann der Franzose allerhand vorweisen. Mit dem ART-Team dominierte er viele Jahre den Formel-Nachwuchs und brachte Stars wie Nico Rosberg, Lewis Hamilton oder Romain Grosjean hervor. Nun wird er für die Abläufe am Rennwochenende verantwortlich zeichnen. "Es ist eine neue Erfahrung für mich, aber Racing ist Racing und das Ziel ist immer dasselbe. Die Vorgehensweise, um zu siegen, ist immer gleich. Da spielt die Kategorie keine Rolle", gibt sich Vasseur selbstbewusst.

Auf technischer Seite hat Bob Bell das Heft des Handelns in der Hand. "Ich überblicke die technische Arbeitsweise zwischen Enstone und Viry. Der primäre Zweck ist eine konstante und strategische Vorgehensweise, um die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal zu nutzen", beschreibt Bell grob seinen Handlungsbereich. Dabei werde er eng mit Nick Chester und Remi Taffin zusammenarbeiten, die ihrerseits in Enstone respektive Viry als Technische Direktoren verantwortlich sind. "Was direkte Berichte angeht, werde ich mich mit den beiden Direktoren nicht jeden Tag austauschen, aber wir werden sichergehen, dass wir einen strategischen Blick darauf haben, wie die Dinge laufen und dass ein gutes Level an Kommunikation stattfindet", so Bell.

Wer sind die Fahrer in der Saison 2016?

Kevin Magnussen bekam das Cockpit von Pastor Maldonado - Foto: Sutton
Kevin Magnussen bekam das Cockpit von Pastor MaldonadoFoto: Sutton

Renault präsentierte in Paris Jolyon Palmer und Kevin Magnussen als Stammpiloten, GP3-Champion Esteban Ocon ist offizieller Reservefahrer. Die Verpflichtung Magnussens hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen angedeutet, nachdem bekannt wurde, dass der eigentliche Stammpilot Pastor Maldonado Probleme mit seinem Sponsor PDVSA haben soll. Cyril Abiteboul flog deshalb sogar höchstselbst nach Venezuela, konnte aber keine Einigung erzielen. Gleichzeitig soll Magnussen bereits in Enstone zugegen gewesen sein. Am Montag gab Maldonado sein Aus in einer Erklärung bekannt, seitdem war es ein offenes Geheimnis, dass Kevin Magnussen sein Nachfolger wird.

Wie sieht das neue Auto aus?

Den komplett neuen Einsatzwagen von Palmer und Magnussen zeigte Renault noch nicht, stattdessen handelte es sich bei dem RS16 um einen modifizierten Vorjahres-Lotus. Ins Auge stach dafür aber die neue Lackierung. Denn die präsentierte sich überraschenderweise fast ausschließlich schwarz. Erwartet wurde eine stärkere Präsenz der Farbe Gelb als Corporate Indentity Renaults, diese ist jedoch nur an den Innenseiten des Heckflügels sowie an den Bardge-Boards sichtbar. Zumindest bei den Testfahrten wird Renault mit dieser Lackierung unterwegs sein. Ob es bis zum Saisonauftakt in Melbourne noch eine Änderung gibt, ist fraglich.

Was sind die Ziele?

Klar ist, dass Renault nicht zurückkommt, um im Niemandsland des Feldes zu darben. Zumindest 2016 wird es aber darum gehen, kleine Schritte zu gehen. "Wir wollen die Bausteine zusammensetzen, die uns bei der Entwicklung für 2017 helfen werden. Wir wollen die Zuverlässigkeit verbessern und die Integration von Chassis und Power Unit entwickeln, mit dem Ziel, in Zukunft ein besser integriertes Auto zu haben", gibt Nick Chester die Maßgabe vor. Zudem gelte es, die Infrastruktur des Teams aufzubauen. "2016 geht es darum, das Auto auf die Straße zu bekommen und zu lernen, wie wir als Team funktionieren. Wir sollten keine Ansprüche an unsere Konkurrenzfähigkeit auf der Strecke stellen", so Chester weiter.

Renault-Sport-Präsident: 2016 wird ein Übergangsjahr: (03:20 Min.)