Wohin geht die Reise des Pascal Wehrlein? Kurz vor dem Jahreswechsel steht noch immer nicht fest, ob der amtierende DTM-Champion in der nächsten Saison erneut im Tourenwagen an den Start gehen oder in der Formel 1 für das Manor-Team antreten wird. Manor fährt 2016 mit Mercedes-Motoren, weshalb die Verpflichtung Wehrleins naheliegt, noch ist der Deal allerdings nicht in trockenen Tüchern - und daran dürfte sich laut Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff so schnell auch nichts ändern.

Sitzt Wehrlein 2016 im Manor-Cockpit? - Foto: Sutton
Sitzt Wehrlein 2016 im Manor-Cockpit?Foto: Sutton

"Der Stand ist, dass wir das richtige Cockpit für ihn haben wollen. Pascal hat das Zeug, um in der Formel 1 erfolgreich zu sein, aber es muss auch alles passen", sagte der Österreicher am Rande von Stars & Cars in Stuttgart gegenüber dem SID. Laut Wolff bestehe kein Zeitdruck, Mercedes wolle jedoch in den nächsten vier bis fünf Wochen Klarheit haben.

Manor braucht Geld

Wie so oft in der Formel 1 spießt es sich an den Finanzen. Manor ist darauf angewiesen, dass die Piloten für ihre Cockpits bezahlen. Deshalb werden auch Rio Haryanto gute Chancen auf einen Platz beim Nachzüglerteam zugebilligt, da die indonesische Regierung Medienberichten zufolge bereit sein soll, den GP2-Piloten mit rund 15 Millionen Euro zu unterstützen.

"Das Manor-Cockpit wäre tadellos, aber dort gibt es eine finanzielle Realität", ist Wolff bewusst. "Sie müssen sich refinanzieren, und da schwirren Summen durch den Raum, die so für uns einfach nicht infrage kommen." Sollte es nicht gelingen, Wehrlein in der Königsklasse unterzubringen, würde der 21-Jährige weiterhin in der DTM an den Start gehen, laut Wolff dann aber auch viele Kilometer im F1-Boliden der Silberpfeile absolvieren. Angesichts der Tatsache, dass es 2016 während der laufenden Saison keine Testfahrten mehr gibt, würden sich die Einsatzzeiten des Deutschen wohl dennoch in Grenzen halten.

Wehrlein, der die Formel 1 als einen Traum seit Kindesbeinen an bezeichnet, verfolgt die Diskussion um seine Zukunft entspannt. "Noch steht nichts fest. Aber wenn es im kommenden Jahr nicht klappt, dann hoffe ich eben auf 2017", betonte der jüngste DTM-Champion der Geschichte.