Die Nordschleife ist eine der bekanntesten, wenn nicht gar die bekannteste Rennstrecke der Welt, doch gleichzeitig gibt es kaum einen Kurs, der so viele Probleme hat. "Der Ruf hat in den letzten Jahren durch Fehlentscheidungen gelitten", sagte Carsten Schumacher, Geschäftsführer Capricorn Nürburgring, in einem Interview während des SPONSORs Motorsport Summit.

Das WEC-Event auf dem Nürburgring war ein voller Erfolg - Foto: Simninja
Das WEC-Event auf dem Nürburgring war ein voller ErfolgFoto: Simninja

Gleich mehrere Faktoren haben dann zu einem schlechten Jahr 2015 geführt. "Die Situation 2014 war geprägt durch Verunsicherung. Verunsicherung ist schlecht für das Geschäft. Als ich kam, hatten wir keine längerfristigen Verträge, beziehungsweise die liefen alle aus", so Schumacher. Für 2015 habe er sich erst einen Überblick verschaffen wollen und erst ab 2016 wieder längerfristige Verträge geschlossen.

"Ich will auch nicht verheimlichen, dass, wie immer Leben, nicht alles nach Wunsch gelaufen ist. Wir hatten im Jahr 2015 keine Formel 1, aus guten Gründen, weil wir das wirtschaftliche Risiko nicht tragen wollten", fügte er hinzu. Doch schon 2017 soll wieder ein Rennen der Königsklasse in der Eifel ausgetragen werden, sofern das Risiko überschaubar ist.

Situation wird besser

Durch die neuen langfristigen Verträge und die neuen Partner hat sich die Situation am Nürburgring schon wieder deutlich verbessert, wie Schumacher betont: "Wir haben längerfristige Verträge abgeschlossen für das Jahr 2016. Wir haben die Struktur der CMG weiter optimiert und insbesondere den Vertrieb neu aufgestellt."

Zu den Serien mit langfristigem Vertrag zählt die WEC, die ein erfolgreiches Debüt auf dem Nürburgring feierte. "Das war eine ganz wichtige Veranstaltung für uns in diesem Jahr. Wir sind ja in der Vergangenheit Streckenvermieter gewesen und hier haben wir erstmals eine gemeinsame Veranstaltung mit unserem französischen Partner geplant", sagte Schumacher.

Der Motorsport steht für den Geschäftsführer zwar im Vordergrund, doch auch als Eventlocation, Kongress- und Pressestandort soll der Nürburgring bekannter werden, wenn es nach dem Capricorn-Geschäftsführer geht: "Jeder hat gesagt, die Fehlinvestitionen wären ein großes Problem gewesen und ich habe bereits gesagt, dass ich das ganz anders sehe. Wir haben durch diese Event-Locations nach der Insolvenz riesengroße Möglichkeiten, diese Flächen zu entwickeln."

Nicht mehr sonderen besseren Motorsport

Auf die Frage, welche Veranstaltungen er gerne in Zukunft auf Nürburgring hätte, erläuterte Schumacher, dass es vielmehr um die Qualität als Quantität ginge: "Ich kann gar nicht so viele neue Veranstaltungen an den Nürburgring holen, weil wir komplett ausgebucht sind. Es geht eher darum, dass wir die bereits bestehenden Veranstaltungen weiterentwickeln. Man muss sich um seine Fanbase kümmern, um Reichweite und um Content. Wenn man das tut, dann entwickelt sich es auch und das wollen wir tun, gemeinsam mit den Veranstaltern."