Wir ziehen weiter von einem der neuesten Kurse zu einem der ältesten. Was denkst du über Interlagos?
Pastor Maldonado: Interlagos mag heutzutage vielleicht nicht die beste Infrastruktur besitzen, aber es ist eine großartige, historische Strecke. Ich liebe sie wirklich, genauso wie die Atmosphäre und die Leute. Die Brasilianer haben solch ein beeindruckendes Formel 1-Erbe und für mich ist es toll, ein weiteres Rennen zu fahren, bei dem viele Venezolaner im Publikum sitzen werden. Hoffentlich werden wir ein weiteres gutes Rennen abliefern und den südamerikanischen Fans eine tolle Show bieten.

Was sind die größten Herausforderungen auf der Strecke?
Maldonado im Zweikampf mit Grosjean - Foto: Sutton

Maldonado im Zweikampf mit GrosjeanFoto: Sutton
Pastor Maldonado: Technisch ist es schwierig, das richtige Setup zwischen den verschlungenen Teilen und den langen Geraden zu finden. Idealerweise hätte man für den Rundenanfang und den Schlussabschnitt die Monza-Spezifikation am Auto und die Hungaroring-Einstellung für den Rest. Jeder Fahrer wird verschiedene Kompromisse beim Setup eingehen, was am Ende auf ein interessantes Rennen hinauslaufen wird. Einige werden eher auf Geschwindigkeit auf den Geraden setzen, um leichter überholen und sich einfacher verteidigen zu können. Andere werden wiederum mit hohem Abtrieb fahren, um eine bessere Rundenzeit zu erzielen und weniger zu rutschen. Bodenwellen können auch zu einem Problem werden. Es gibt einige Möglichkeiten zu überholen, was durch spätes Bremsen begünstigt wird - sowohl um zu attackieren als auch um die Gegner hinter sich zu lassen. Und nicht zuletzt das unvorhersagbare Wetter wird uns ebenfalls zu schaffen machen.

Wir haben einige epische Rennen in Interlagos gesehen, bei denen das Wetter ein entscheidender Faktor gewesen ist. Zudem sind Gewitterstürme nicht unwahrscheinlich.
Pastor Maldonado: Wir alle wissen Bescheid über die Regenmengen, die sich über Sao Paulo und die Strecke ergießen können. Deswegen wurden extra Furchen in die Strecke gezogen, die dabei helfen sollen, dass das Wasser möglichst schnell abfließt. Die Strecke ist schon im Trockenen eine Herausforderung und erst recht im Nassen. Aber genau deswegen gab es in den vergangenen Jahren einige großartige Rennen. Einer der großartigen Dinge hier ist, dass man die Stimmung im Publikum fast spüren und den Enthusiasmus hören kann, wenn man hier fährt - sogar, wenn es regnet. Wie auch immer das Wetter werden wird: Wir werden unser Bestes geben.

Wie lautet dein Fazit zum Mexiko Grand Prix?
Pastor Maldonado: Es war eine grandiose Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko und jeder hat es sichtlich genossen. Wir wurden herzlich empfangen und die Anlage war spektakulär. Dafür, dass es das erste Rennen nach so langer Zeit war, lief alles reibungslos und der Grand Prix war hervorragend organisiert. Auf das Rennen werde ich mich auch in meinen nächsten Jahren in der Formel 1 sehr freuen.

Hast du den Zweikampf mit Romain genossen?
Maldonado mit Kämpferherz - Foto: Sutton

Maldonado mit KämpferherzFoto: Sutton
Pastor Maldonado: Ich habe den Start besser erwischt und es war großartig, vor ihm zu liegen. Aber durch viel Verkehr bei meinem ersten Stopp habe ich die Führung wieder verloren. Danach waren wir immer nahe beisammen, sogar dann, wenn wir im Zweikampf mit anderen Autos lagen. Gegen Ende des Rennens hatte ich das Gefühl, ich könnte wesentlich schneller fahren. Aber es ist dort schwierig, zu überholen. Nichtsdestotrotz habe ich bis zum Schluss alles gegeben. Ich wäre glücklicher gewesen, wäre ich vor ihm ins Ziel gekommen. Aber wir beide haben für das Team eine gute Leistung abgeliefert und haben den Fans hoffentlich eine spannende Show geliefert.

Hoffst du, in den letzten zwei Rennen 2015 mehr Kampfgeist zu zeigen?
Pastor Maldonado: Ich will immer Kampfgeist zeigen. Wir haben dieses Jahr noch zwei Rennen auf völlig unterschiedlichen Strecken. Wir wollen so viele Punkte wie möglich einfahren und wir werden alles daran setzen, das umzusetzen. Ich habe niemals Angst davor, gegen jemanden zu fahren, der um dieselben Punkte kämpft wie ich. Daher werden wir bis zur Zielflagge in Abu Dhabi weiterkämpfen.