Nico Rosberg holte sich die Bestzeit im ersten Freien Training zum US GP in Austin. Der Mercedes-Pilot setzte die Bestzeit von 1:53.989 Minuten bei nassen Bedingungen früh in der Session auf den Intermediate-Reifen. Mit gehörigem Respektabstand reihte sich Daniil Kvyat 1,2 Sekunden hinter Rosberg und vor Teamkollege Daniel Ricciardo ein.

Die Platzierungen: Auch hinter den Top-3 geht es bullig zu: Carlos Sainz stellte den Toro Rosso direkt hinter dem großen Schwesterteam auf Rang vier. Für Lewis Hamilton blieb zum Auftakt nur Rang fünf, allerdings spulte der Brite auch nur vier Runden auf dem Circuit of the Americas ab. Dahinter sprengte Max Verstappen das von Sebastian Vettel angeführte Ferrari-Duo.

Beide McLaren spulten für Honda-Verhältnisse ungewohnt viele Runden ab. Fernando Alonso spulte das auf Platz neun, Jenson Button auf Rang 13. Der letzte Platz in den Top-10 ging an Valtteri Bottas, der Teamkollege Felipe Massa knapp schlagen konnte. Die beiden Force-India-Piloten sparten noch etwas mehr Reifen als die Konkurrenz, was Sergio Perez auf P12 landen ließ, Nico Hülkenberg gar nur auf P14.

Das Wetter: Das große Thema hier in Austin. Eineinhalb Stunden vor Trainingsbeginn öffnete der Himmel seine Schleusen. Rund eine Stunde dauerte der heftige Schauer. Während der Session kam glücklicherweise kein weiteres Wasser von oben. Weil nicht besonders viel Wasser auf der Strecke stand, konnten die Piloten schon früh auf Intermediates auf die Strecke gehen. Wirklich trocken wurde es aber während der Session nicht, der Intermediate blieb der Reifen der Wahl.

Felipe Massa hatte seine gewohnten Probleme bei nassen Bedingungen - Foto: Sutton
Felipe Massa hatte seine gewohnten Probleme bei nassen BedingungenFoto: Sutton

Die Zwischenfälle: Für feuchte Bedingungen gab es verhältnismäßig wenige Zwischenfälle. Felipe Massa hatte seine üblichen Probleme auf nassem Asphalt und drehte den Williams recht unspektakulär. Auch Teamkollege Valtteri Bottas hatte leichte Schwierigkeiten mit dem Gripniveau: Beim Anhalten vor seiner Garage mussten sich die Mechaniker in Sicherheit bringen, weil Bottas die Halteposition nicht ganz erwischte.

Ungewöhnlich: Mehrere Fahrer beklagten sich über starke Bodenwellen auf der langen Geraden. "Eine Bodenwelle ist wirklich schlimm. Sie ist wie ein Sprung", meinte Jenson Button sogar. Ob Pastor Maldonados Lotus davon etwas abbekommen hat? Für den Venezolaner war die Session nach seiner Installationsrunde gelaufen. Lotus bereitete einmal mehr das selbst designte Getriebe Probleme.

Die Freitagsfahrer: Eigentlich sollte Jolyon Palmer erneut Romain Grosjean im ersten Freien Training ersetzen. Allerdings änderte Lotus kurzfristig den Plan und ließ den Franzosen FP1 fahren, Palmer darf am Nachmittag ran. Warum? Weil die Wettervorhersage für den Nachmittag und auch für Samstag deutlich schlechter ist. Bitter für Palmer, der schon an den letzten Wochenenden Pech mit seinen Freitagseinsätzen hatte.

Bei Sauber kam Raffaele Marciello zu seinem nächsten Freitagseinsatz und ersetzte Felipe Nasr. Nach Malaysia, Spanien und Großbritannien war es der vierte Formel-1-Einsatz für den Italiener. Marciello machte bei den schwierigen Bedingungen einen guten Eindruck, machte keinen nennenswerten Fehler und ließ am Ende sogar Marcus Ericsson hinter sich.

Rosbergs Airbox mit zusätzlichen Kühleinlässen - Foto: Sutton
Rosbergs Airbox mit zusätzlichen KühleinlässenFoto: Sutton

Die Technik: Wegen der Bedingungen wurde natürlich nicht allzu viel gefahren. Einige geplante Tests konnten deshalb einmal mehr nicht durchgeführt werden. Mercedes schickte Rosberg mit zusätzlichen Ohren an der Airbox raus, während Hamilton mit der konventionellen Lösung fuhr. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Ohren um eine Lösung für den Mexiko GP, um die Kühlung auch bei dünnerer Luft aufrechtzuerhalten.

Die Analyse: Trotz starkem Regenschauer vor Trainingsbeginn wohl die besten Bedingungen vor dem Rennen. Trotzdem ist FP1 nicht besonders aussagekräftig. Weil alle Teams Regen- und Intermediate-Reifen sparen müssen, gab es nicht übermäßig viel Fahrbetrieb, trotz annehmbarer Bedingungen. Rosberg fuhr beispielsweise nur sieben Runden. Nur eine Sache lässt sich wohl einmal mehr mit Gewissheit sagen: Beide Renault-Teams sind im Regen deutlich konkurrenzfähiger.