Was sind die besonderen Charakteristiken des Circuit of the Americas?
Nick Chester: Die Strecke hat ein interessantes Layout mit einem Highspeed-Sektor eins, bestehend aus einigen interessanten Highspeed-Kurven. Am Ende der Runde gibt es langsamere Kurven und eine lange Gegengerade. Die Strecke ist gemischt; ein technischer Kurs, der bei den Fahrern beliebt ist.

Welches Abtrieb-Level fährt man auf dem Circuit of the Americas? Wie sieht es mit der Reifenabnutzung aus?
Chester: Das Abtrieb-Level ist mittel bis hoch. Wir fahren nicht den maximalen Abtrieb, da es uns im ersten Sektor sowie auf der Gegengeraden benachteiligen würde. Was die Reifen angeht, haben wir die Mediums und soften Reifen von Pirelli. Der Reifenverschleiß wird standardmäßig sein. Der Asphalt ist immer noch ziemlich glatt. Wir erwarten ein Zwei-Stopp-Rennen, aber ohne extremen Verschleiß.

Das Team war in der Vergangenheit in Austin ziemlich erfolgreich. Liegt dem E23 die Strecke?
Chester: Der E23 sollte gut funktionieren in Austin. Er hat auf den meisten Strecken gute Leistungen gebracht und ich denke, auch der Circuit of the Americas sollte ihm liegen. Hoffentlich qualifizieren wir uns in den Top 10 und können ein paar Punkte mitnehmen.

Blicken wir zurück auf Sochi, lief es so wie erwartet?
Chester: Unsere Vorhersage war, dass wir in Sochi konkurrenzfähig sein würden und Romain hat das im Qualifying bewiesen, als er Achter wurde, nur ein Zehntel hinter Rang sechs. Wir dachten, dass wir dort ziemlich gut sein würden. Pastors Rennpace auf dem soften Reifen war ganz gut, andererseits war er auf dem supersoften Reifen nicht so stark. Insgesamt war die Performance solide. Natürlich ist es schade, dass Romain erst eine schwierige erste Runde und dann diesen Unfall hatte, denn andernfalls hätte er mit Sergio Perez mitfahren können.

Romain Grosjeans Auto war nach dem Unfall in Sochi ziemlich ramponiert - Foto: Sutton
Romain Grosjeans Auto war nach dem Unfall in Sochi ziemlich ramponiertFoto: Sutton

Konnte das Team aufklären, was mit Romain am Sonntag passiert ist? Was waren die Gründe für den Einschlag?
Chester: Es gibt keinen Anhaltspunkt in den Daten sowie den Trümmerteilen, dass irgendetwas gebrochen ist und damit den Crash verursacht hat. Es ist schwierig, jeden Unfall nachzuzeichnen und Gründe zu finden, aber es scheint, dass Romain etwas zu nah auf den McLaren aufgefahren ist und Abtrieb verloren hat. Wir konnten keinen Fehler am Auto entdecken.


Wie groß war der Schaden?
Chester: Er war signifikant, aber das Auto hat den Einschlag gut abgefangen. Die rechte Seite des Autos wurde stark beschädigt - Vorderrad- und Hinterrad-Aufhängung, Nase, Heckflügel, Crashstruktur. Allerdings war nichts dabei, das uns daran hindert, das Auto wieder zusammen zu bekommen.

Stress für die Mechaniker

Die Autos kommen bis zum Saisonfinale nicht mehr zurück nach Enstone...
Chester: Das stimmt, es ist eine lange Strecke für sie. Alle Arbeiten am Auto müssen bis Abu Dhabi nun an der Strecke erledigt werden. Das bedeutet, dass die Mechaniker ziemlich beschäftigt sein werden, Romains Auto wieder aufzubauen.

Austin ist ein beliebter Austragungsort für das Team...
Chester: Absolut. Es ist eine tolle Stadt wo viel los ist. Wenn die Jungs von der Strecke weggehen, werden sie sicherlich das texanische Essen genießen. Es ist ein Rennen mit einer tollen Atmosphäre. Die Fans sind unglaublich und wenn sie Teammitglieder sehen, fragen sie mit echtem Interesse nach. Es ist wirklich schön.