1. - S wie Startaufstellung

Im Qualifying setzte sich Nico Rosberg knapp gegen Teamkollege Lewis Hamilton durch. Hinter der reinen Silberpfeil-Reihe-eins starten Williams-Pilot Valtteri Bottas und Sebastian Vettel aus Reihe zwei. Die dritte Reihe ist mit Felipe Massa und Kimi Räikkönen ebenfalls in rot-weißen Farben gehalten. Ein bunter Team-Mix aus Daniel Ricciardo, Romain Grosjean, Sergio Perez und Carlos Sainz komplettiert die Top-10. Nico Hülkenberg und Max Verstappen wurden wegen Strafen um je drei Plätze zurückversetzt und gehen von P13 bzw. P17 ins Rennen. Daniil Kvyat startet wegen eines nötigen Chassis-Wechsels nach seinem heftigen Crash in der Qualifikation gar aus der Boxengasse.

2. - S wie Start

Da Suzuka nicht unbedingt als Überhol-Strecke gilt, hat nach dem Qualifying der Start besondere Bedeutung. Abgesehen von einer guten Strategie oder plötzlich eintretendem Regen lässt sich sonst am 5,807 Kilometer langen Kurs nur schwer Boden gutmachen. Dementsprechend werden die 545 Meter bis zur ersten Kurve am Sonntag eine wichtige Rolle spielen.

Spannung verspricht dabei vor allem Startreihe eins. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison startet Nico Rosberg von der Pole Position. Ob ihm Lewis Hamilton diesen Rang noch vor der ersten Kurve streitig machen kann? Probieren wird es der WM-Leader jedenfalls: "Der Start wird entscheidend, da man hier nicht nah hinterherfahren kann. Ich werde mein Bestes geben." Aber auch dahinter könnte es zu einigen spannenden Duellen kommen. Mit Valtteri Bottas und Sebastian Vettel in Startreihe zwei und Felipe Massa und Kimi Räikkönen gleich dahinter, dürfte die erste Runde in Suzuka vieles entscheiden.

Wer kommt beim Start am besten weg? - Foto: Sutton
Wer kommt beim Start am besten weg?Foto: Sutton

3. - S wie Strategie

Pirelli liefert die mittleren und harten Pneus beim Großen Preis von Japan. Die Berechnungen des Reifenherstellers ergaben, dass zwei Boxenstopps die schnellste Strategie im 53-Runden-Rennen am Sonntag darstellt, doch darf dabei das Safety Car wie auch der mögliche Regenguss als entscheidende Variable nicht außer Acht gelassen werden.

"Wir erwarten uns eigentlich vom Großteil des Feldes eine Zwei-Stopp-Strategie zu sehen", so Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery. "Natürlich nur, wenn es trocken bleibt, was sich hier leicht ändern kann." Bei einer Zwei-Stopp-Strategie empfiehlt Pirelli einen Start auf den Mediums, mit einem ersten Wechsel in Runde 16 bis 18 auf einen weiteren Satz der mittleren Pneus. Und einen letzten Stopp in Runde 33 bis 35 mit einem Wechsel auf die harte Mischung.

4. - S wie Spannung

Formel 1 und Regen - diese Kombination verspricht Spannung bis zum Schluss. Denn bei Schauer könnte auch Mercedes, die nach dem Singapur-Debakel im Suzuka-Qualifying wieder zu alter Stärke zurück gefunden haben, schwächeln. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Regengüsse nicht zu heftig ausfallen und demnach einem regulären Grand Prix nichts im Wege steht.

Neben dem Wetter verspricht aber auch der Kampf um die WM-Krone Spannung. Während Nico Rosberg von der Pole Position um Punkte kämpft, wird WM-Leader Lewis Hamilton versuchen dem Deutschen den Platz an der Front streitig zu machen. Aber auch Sebastian Vettel kann sich im WM-Titelkampf noch minimale Chancen ausrechnen. Für ihn gilt es jedoch sich beim Start erstmal gegen Williams und Red Bull zu behaupten und dann die Jagd nach den Silberpfeilen aufzunehmen. "Ich denke zwar, dass Mercedes vorne sehr schwer zu schlagen ist, aber wer weiß wie es läuft", zeigt sich der Ferrari-Pilot gewohnt ehrgeizig.

Der Suzuka International Racing Course ist die Lieblingsstrecke vieler Piloten - Foto: Sutton
Der Suzuka International Racing Course ist die Lieblingsstrecke vieler PilotenFoto: Sutton

5. - S wie Esses

... oder so ähnlich ... Die rasanten S-Kurven im ersten Sektor des Suzuka International Racing Course sind jedenfalls eine der berühmtesten Kombinationen der Formel 1. "Die Beschaffenheit der Strecke ist hier ganz anders. Der Ryhthmus, die schnellen Kurven. Der erste Sektor ist die perfekte Zusammenfassung für das, was ein Formel-1-Auto kann", schwärmt etwa Sebastian Vettel.

Doch auch der Rest des einzigen achtförmigen Kurses im Rennkalender besticht mit herausragenden Merkmalen. Die Degner-Kombi, Spoon, die Haarnadel und 130R machen die 5,8 Kilometer lange Strecke auf der japanischen Hauptinsel Honshu zu einer extremen Herausforderung für Mensch und Maschine. Selbst für einen Lewis Hamilton, der zugibt, niemals perfekt mit der Strecke in Suzuka klar gekommen zu sein - trotz seiner großen Liebe für den Kurs.

6. - S wie Silberpfeil-Comeback

Mercedes ist zurück an der Spitze, die Probleme von Singapur haben sich als Eintagsfliege erwiesen. Mit Nico Rosberg vor Lewis Hamilton beanspruchen gleich beide Silberpfeile die gesamte erste Startreihe für sich. Ferrari und Red Bull haben sich als weit weniger ernst zu nehmende Konkurrenz erwiesen, als im Vorfeld erwartet. "Momentan sind Williams und Red Bull unsere Hauptgegner. Mercedes ist zu weit weg. Hier scheint alles wieder normal zu sein, denn der Abstand ist recht groß", resümierte Sebastian Vettel.

Wird der Japan GP wieder ein Regenrennen?  - Foto: Sutton
Wird der Japan GP wieder ein Regenrennen? Foto: Sutton

7. - S wie Suzuka-Wetter

Petrus gibt uns für den Rennsonntag noch einige Rätsel auf. Nach einem komplett nassen Freitag und einem trockenen Samstag ist neuerlicher Niederschlag während des Rennens nicht auszuschließen. Die Meteorologen jedenfalls sind sich unsicher, ob es wie im Vorjahr ein Regenrennen gibt oder nicht. Neue Drainagen sollen übrigens nach den Vorfällen im vergangenen Jahr für weniger Flüsse auf der Strecke sorgen - laut mehreren Fahrern mit mäßigem Erfolg.

Die um eine Stunde - auf sieben Uhr deutscher Zeit - vorverlegte Startzeit sollte aber zur Folge haben, dass auf jeden Fall bessere Lichtverhältnisse als 2014 herrschen.