Frühes Pech und umso größeres spätes Glück ereilten das Lotus F1 Team beim Großen Preis von Belgien. Bereits nach zwei Runden endete das Rennen für Pastor Maldonado, dessen E23 auf der Kemmel-Gerade den Vortrieb verlor. "Wir haben dieses Wochenende einen guten Job gemacht. Das Auto hat sich sehr gut, sehr konkurrenzfähig angefühlt und ich habe einen guten Start erwischt. Leider hatten wir dann ein Problem am Auto. Das ist enttäuschend, aber so ist es eben manchmal", sagt Maldonado.

Die genaue Ursache steht bislang noch nicht fest, zurzeit verbringt Lotus seine Zeit lieber mit Feiern: Denn so schlecht das Rennen für den Venezolaner ausging, so gut lief es bei Teamkollege Romain Grosjean. "Er hat heute gezeigt, was möglich ist", sagt Maldonado. "Es ist ein bisschen bittersüß", ergänzt Federico Gastaldi angesichts des Ausfalls von Maldonado. "Wir werden alles geben, um in Monza beide Autos in eine starke Position zu bringen", sagt der Teamchef.

Romain Grosjean kehrt nach 31 Rennen zurück auf das Podium - Foto: Sutton
Romain Grosjean kehrt nach 31 Rennen zurück auf das PodiumFoto: Sutton

Erstes Lotus-Podium seit 2013

Aber der Reihe nach. Nach einem starken Qualifying wegen eines Getriebewechsels um fünf Positionen auf Startplatz neun strafversetzt, kämpfte sich Grosjean am Sonntag bemerkenswert zurück, pflügte samt schnellster Rennrunde und sehenswerter Überholmanöver durch das Feld nach vorne, bis er kurz vor Ende seinen vierten Platz zurückerobert hatte. Dann hing er direkt im Heck des Ferrari von Sebastian Vettel, als dieser plötzlich mit einem Reifenschaden ausfiel. Grosjean zog vorbei uns sicherte Lotus mit Rang drei nicht nur das erste Podium seit dem US GP 2013, sondern führte sein Team in der Konstrukteursweltmeisterschaft vorbei an Force India auf Rang fünf.

"Ein großartiges Resultat heute - für das Team und natürlich für mich. Das gute Qualifying gestern hat mir schon ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, aber das Rennen heute war einfach unglaublich. Alles, worauf es in diesen 43 Runden ankam, hat geklappt. Ich bin heute mit Herz gefahren und habe das ganze Rennen 100 Prozent gepusht. Mir sind einige tolle Überholmanöver gelungen und ich habe hart gepusht, um auch noch Sebastian Vettel einzuholen und ihn zu überholen - aber dann hatte er Pech mit diesem Reifenproblem. Das war etwas unheimlich direkt dahinter gewesen zu sein. In der letzten Runde war es dann sehr emotional. Ein großartiges Gefühl!", jubelt Grosjean nach seinem ersten Podium seit 31 Rennen.

2012 führte Grosjean einen kapitalen Startcrash herbei - Foto: Sutton
2012 führte Grosjean einen kapitalen Startcrash herbeiFoto: Sutton

Wegen Spa 2012: ein ganz besonderer Moment

Von Grosjean ein ganz besonderer Erfolg, zählt Spa bislang zu den dunkelsten Kapiteln seiner Karriere. "Bei jedem Start hier denke ich an mein Missgeschick von 2012. Doch in bin froh, dass es gut gegangen ist", sagt Grosjean. Damals hatte der Franzose durch eine ungestüme Aktion in Kurve eins einen gefährlichen Massencrash ausgelöst. "Ich denke, dass es mich stark gemacht und mir erlaubt hat, jetzt zehn Mal auf dem Podium gewesen zu sein. Deshalb ist das heute besonders und fühlt sich an wie ein Rennsieg", beschreibt Grosjean.

Ob Williams oder Red Bull - Romain Grosjean überholte sie alle - Foto: Sutton
Ob Williams oder Red Bull - Romain Grosjean überholte sie alleFoto: Sutton

In jedem Fall sei es eines seiner besten Rennen überhaupt gewesen. "All die Überholmanöver in Turn fünf, ich habe wirklich alles gegeben auf der Bremse", sagt Grosjean. "Das war ein perfektes Rennen für ihn", lobt auch Technikdirektor Nick Chester. Was Grosjean daher freut, ist, dass seine Leistung dank des Podiums endlich einmal Wertschätzung erfährt. "Manchmal im vergangenen Jahr haben wir einen oder zwei Punkte geholt und es war eine unglaubliche Performance. Aber die konnte man im TV einfach nicht sehen, weil das Auto nicht so gut war - aber ich gebe im mein Bestes, wenn ich in dieses Auto steige", sagt Grosjean.