Wichtigste Frage: Werden dir Überstunden bezahlt?
Pascal Wehrlein: Nein, ich werde zum Glück nicht nach Stunden bezahlt. Sonst wäre mein Lohn heute wahrscheinlich sehr gering gewesen.

Okay, Lohn kriegst du also, aber Erfahrung nicht besonders viel...
Sehr, sehr schade, dass die Bedingungen heute so schlecht waren. Gerade für mich, weil ich nicht viel Zeit im Auto habe und mich immer wieder vom DTM-Auto umstellen muss, dauert es am Anfang eben immer ein bisschen. Wir haben leider nur drei Runs auf Trockenreifen geschafft. Das war definitiv zu wenig für das Testprogramm und für mich, um viel dazuzulernen. Ersteinmal muss ich wieder zurückkommen, dann machen wir neue Reifen drauf und dann regnet es schon wieder. Heute war nicht viel möglich und das ärgert mich.

Kannst du beschreiben, wie der Chaos-Testtag aus deiner Perspektive war? Einmal hieße es, es gibt einen zusätzlichen Testtag am Donnerstag, dann wurde aber die Session um zwei Stunden verlängert.
Pascal Wehrlein: Ich hätte mich auf jeden Fall gefreut, wenn wir den Test verschoben hätten. Dann hätte ich mehr Zeit im Auto gehabt. So hatte ich heute nur ein paar Stunden und bei den Bedingungen ist es schwer, etwas zu lernen. Es war natürlich gut, dass ich Mal mit Regenreifen gefahren bin und mal mit Intermediates, aber am Ende des Tages waren die Bedingungen nie gleich und die Strecke hat sich permanent verändert, so dass man wenig gelernt hat.

Konntest du so überhaupt einen Rhythmus finden?
Pascal Wehrlein: Ja, auf jeden Fall. Ich habe einen guten Rhythmus gefunden. Die Zeit mit den Trockenreifen war glaube ich sehr gut und auch die Zeit am Ende auf Intermediates. Trotzdem gehe ich mit einem weniger guten Gefühl aus dem Tag, als aus dem letzten Testtag, an dem ich den ganzen Tag fahren konnte und über 100 Runden geschafft habe. Das war heute einfach nicht möglich.

Wie war es mit der Dunkelheit am Ende?
Pascal Wehrlein: Ich habe deshalb mein Visier gewechselt. Es war sehr dunkel und mit dem Visier zuvor war es sehr schwierig. Aber es war okay.

Auf welchem Reifen bist du deine schnellste Zeit gefahren?
Pascal Wehrlein: Auf den Supersofts.

Was ist am Ende passiert, als du am Ausgang der Boxengasse stehengeblieben bist?
Pascal Wehrlein: Ich wollte am Ausgang der Boxengasse eine Startübung machen und hatte die ganze Prozedur vorbereitet. Dann ist die Ampel auf Rot gesprungen und ich musste stehen bleiben.

10 frische Sätze übrig

Musstest du eigentlich Regenreifen sparen? Ihr musstet ja die Reifenwahl zuvor selbst treffen, da hat man wahrscheinlich nicht besonders viele Regenreifen eingepackt...
Pascal Wehrlein: Wir hatten noch so viele neue Slick-Reifen, dass es noch umso ärgerlicher ist, dass es heute nass war. Mit den Regen- und Intermediates war es aber okay, weil sie ziemlich lange halten. Aber wir hatten etwa zehn neue Sätze Slicks.

Nico wird sich morgen freuen...
Pascal Wehrlein: Ja, aber mir hilft es natürlich nicht.

Du musst ja immer wieder DTM- mit Formel-1-Autos vergleichen. Jetzt hast du den Vergleich auf einer Strecke, auf der du schon mit einem DTM-Auto gefahren bist. Wie war das?
Pascal Wehrlein: Für Testfahrten war ich auch schon mit dem DTM-Auto in Barcelona. Es ist auf jeden Fall ein großer Unterschied. Das Formel-1-Auto ist deutlich schneller und die Bremspunkte sind trotzdem deutlich später. Ein DTM-Auto fordert den Fahrer auch, weil es sehr speziell und auf eine eigene Art und Weise auch schwierig ist, aber ein Formel-1-Auto fordert den Fahrer trotzdem viel mehr.

Pascal Wehrlein im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com - Foto: Motorsport-Magazin.com
Pascal Wehrlein im Gespräch mit Motorsport-Magazin.comFoto: Motorsport-Magazin.com

Morgen darfst du bei Force India ran. Vielleicht im nächsten Jahr noch viel mehr. Ist das schon ein Vorgeschmack?
Pascal Wehrlein: Dann war es das in Barcelona auch schon. Ich hoffe, dass morgen das Wetter gut ist und es den ganzen Tag trocken bleibt, so dass man auch viel dazulernen kann. Dann mal sehen...

Realistisch betrachtet kannst du dann erst im nächsten Jahr bei den Wintertests wieder im Auto sitzen. Hoffst du auf mehr Einsätze bei Mercedes oder ist ein Stammplatz bei einem anderen Team denkbar?
Pascal Wehrlein: Beide Fahrer haben Verträge für das nächste Jahr. Ich hoffe auf jeden Fall, ein paar Tage im Auto zu bekommen oder in der Meisterschaft zu fahren, aber ich glaube, das ist bei Mercedes im Moment nicht möglich.