Nahezu alle Vorhersagen vom Samstag bestätigten sich bei Force India: Nico Hülkenberg fiel im Rennen hinter Valtteri Bottas zurück, Sergio Perez kam in die Punkte und das Team verlässt Österreich auf einem unglaublichen fünften Platz in der Konstrukteurswertung. Star des Wochenendes im Team von Vijay Mallya war ganz klar der frischgebackene Le-Mans-Sieger: Hülkenberg kämpfte mit Bottas, holte sich seinen Platz mit Hilfe eines Undercuts zurück, doch letztlich war der Williams eine Spur zu gut für den Force India.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem sechsten Platz heute", sagte Hülkenberg dennoch zufrieden. Dass er Bottas hinter sich halten könnte, hielt er schon am Samstag für eine Illusion, doch zwischenzeitlich keimte noch einmal Hoffnung auf: "Ein kleiner Funken Hoffnung kam auf, als ich nach stopp Valtteri hinter mir hatte, aber er war einfach zu schnell und nicht zu halten. Ich hatte ein paar tolle Rad-an-Rad-Duelle mit ihm. Wir haben das Maximum heute erreicht."

Erfolgreiches Wochenende: Nico Hülkenberg maximierte die Möglichkeiten mit dem VJM08 - Foto: Sutton
Erfolgreiches Wochenende: Nico Hülkenberg maximierte die Möglichkeiten mit dem VJM08Foto: Sutton

Nachdem er in Kanada noch Sebastian Vettel bis aufs letzte Hemd bekämpfte, ließ es der 27-Jährige diesmal nach ein paar Positionswechseln bleiben: "Er hatte viel mehr in der Hinterhand als ich. Es war ein Ein-Stopp-Rennen und war am Ende eine ziemliche Rutschpartie. Hätte ich mehr gekämpft, wäre es nur noch schlimmer geworden mit den Reifen. Am Ende hieß es nur noch nur nach Hause cruisen." Lob gab es von Bob Fernley: "Nico ist ein sehr ordentliches und sauberes Rennen gefahren und realistisch betrachtet hätte er nicht höher im Klassement klettern können."

Mit dem Le-Mans-Sieg als Höhepunkt befindet sich Hülkenberg momentan auf einem waschechten Karrierehoch: "Das ist momentan eine gute Erfolgswelle, die ich und mein Team reiten, da kann man nur zufrieden sein. Das macht Hunger und Motivation auf mehr, so soll´s weitergehen." Niki Lauda fügte begeistert hinzu: "Der Le-Mans-Sieg ist eine Riesenmotivation; das muss man erstmal zustande bringen, im ersten Anlauf gleich zu gewinnen. Der Typ ist mal richtig gut, ich weiß das schon seit längerer Zeit." Aus diesem Grunde gönne er ihm auch einen Platz bei Ferrari, sollte das Cockpit dort frei werden.

Verkorkster Boxenstopp kostet Perez Punkte

Auf der anderen Seite der Garage war nach dem verpatzten Qualifying Schadensbegrenzung angesagt und Sergio Perez enttäuschte nicht. Mit der Reverse-Strategie (erst Soft, dann Supersoft) fuhr er sich bis auf die neunte Position vor. "Ich hatte einen super Start und eine tolle erste Runde", berichtete der Mexikaner. "Das Ziel war, vor Pastor Maldonado zu kommen, der das führende Fahrzeug auf dem Prime-Reifen gewesen ist, und das ist uns gelungen." Die Folge war ein spannender Kampf mit den beiden Lotus-Piloten Grosjean und Maldonado. "Ich verteidigte mein Territorium und es sah wirklich gut aus."

Krux in der Box bei Sergio Perez - Foto: Sutton
Krux in der Box bei Sergio PerezFoto: Sutton

Doch alles war für die Katz: Der Boxenstopp verlief alles andere als optimal, was Perez wertvolle Zeit kostete. "Davon zurückzukommen war wirklich schwierig, zumal wir hinter Ericsson und Nasr zurückgefallen sind." Hinzu kamen Vibrationen im zweiten Stint auf den superweichen Reifen, wodurch er nicht mehr ans Limit gehen konnte. Dennoch gelang es ihm, die beiden Sauber und Daniel Ricciardo in die Schranken zu weisen und zwei Punkte für Platz neun mitzunehmen.

Das macht insgesamt zehn Zähler für das Team. "Es ist ein großartiges Resultat, hier mit so vielen Punkten und Platz fünf in der Konstrukteurs-WM abzureisen, das war eine unglaubliche Leistung von allen im Team", jubelte Perez. Fernley ergänzte: "Wir haben das gesamte Wochenende über eine gute Pace gezeigt und waren in der Lage, sie in Punkte umzusetzen, was sehr zufriedenstellend ist." Beim anstehenden Test wird erstmals das große Update für Silverstone auf Herz und Nieren geprüft werden. "Es gibt nur einen Weg: Nach vorne!", so ein motivierter Nico Hülkenberg. "Inwieweit die Updates etwas bringen, werden wir sehen, aber wie sind alle zuversichtlich, dass sie uns nach vorne bringen werden."