Die Formel 1 befindet sich in schwierigen Zeiten, 2017 soll es zu tiefgreifenden Veränderungen kommen. Die Strategy Group beschloss auf ihrer Sitzung im Mai, dass die Autos in zwei Jahren deutlich schneller und optisch dynamischer aussehen sollen, zudem soll sich die Geräuschkulisse wieder der vergangenen Jahre annähern. Ursprünglich sollte auch das Nachtanken wieder eingeführt werden, was jedoch inzwischen ad acta gelegt wurde. Und wie genau die weiteren Ideen umgesetzt werden, steht auch noch in den Sternen.

Nun drängt Ferrari-Präsident Sergio Marchionne auf Einhaltung der Vorschläge ab dem Jahr 2017. "Es ist das Jahr, in dem wir signifikante Änderungen der Regeln durchführen können - bei der Konstruktion der Autos, der Power sowie der Aerodynamik", sagte Marchionne. "Wir müssen uns beeilen und es dann auch gebacken kriegen", fordert er.

Die Formel 1 hat an vielen Fronten mit Problemen zu kämpfen. Das Interesse der Zuschauer sinkt, Teams geraten in finanzielle Probleme, auf Maßnahmen konnten sich die Teams bislang jedoch nur schwer einigen. Dass etwas geschehen muss, weiß auch Marchionne. Vor dem Kanada GP gab es nochmals ein Treffen der Strategy Group - jedoch ohne Vertreter von Williams und Force India - zusammen mit Bernie Ecclestone. "Bernie und ich, sowie auch die anderen Teams, erkennen die Notwendigkeit, die richtigen Entscheidungen für die Entwicklung des Sports zu treffen", erklärte der Ferrari-Boss. Er stellt klar: "Zu sagen, er und ich und die anderen Hersteller wären glücklich mit der Entwicklung des Sports über die letzten fünf Jahre, wäre frevelhaft. Es ist nicht wahr."

Bernie Ecclestone und Sergio Marchionne haben sich mehrfach ausgetauscht - Foto: Sutton
Bernie Ecclestone und Sergio Marchionne haben sich mehrfach ausgetauschtFoto: Sutton

Zuletzt gab es Gerüchte, Red Bull könnte bei anhaltender Erfolglosigkeit aus der Königsklasse aussteigen. Für die ohnehin gebeutelte Rennserie wäre das ein schwerer Schlag. Bei Ferrari herrschen solche Überlegungen nicht vor. "Vor uns liegt eine Herausforderung und Ferrari hat seinen Willen gezeigt, an der Ausrichtung des Sports mitzuwirken", so Marchionne. Ferrari sei dabei auch in guten Gesprächen mit Mercedes. "Ich hatte Unterhaltungen mit Dieter Zetsche und den anderen Leute in der F1-Kommission, Toto [Wolff], Niki [Lauda] und so weiter. Wir sind alle verpflichtet, die richtigen Dinge zu tun, um den Sport wieder zurückzubringen", mahnt der Italiener.

Technik als Förderer der Show, nicht als Bremser

Für Marchionne geht es bei all diesen Diskussionen jedoch auch darum, die Fans wieder zu unterhalten. Show und Technik schleißen sich dabei nach Marchionnes Ansicht kaum aus. "Es sollte die Spitze des Automobilrennsports sein", sagt er über die Formel 1. "Es gibt technisch nichts Fortschrittlicheres, nichts Unbekannteres was den Ausgang betrifft, als das, wo eine Kombination aus Fahrer und Technologie zum Tragen kommt. Lasst uns das nicht kaputtmachen. Es wird sich von allein in ein Spektakel wandeln und das ist wichtig für die Sponsoren, um die Kosten von alldem zu tragen. Das ist nicht inkonsequent", so Marchionne.

Marchionne ist sich der schwierigen finanziellen Gesamtlage in der Formel 1 bewusst. "Wie ich bereits angemerkt hatte, kannst du in diesem Geschäft bankrottgehen, daher muss man vorsichtig sein", sagt er. Jedoch: "Die Kombination aus der technischen Arbeit, die immer weiter vorangeht und die Umsetzung all dessen in etwas, das Zuschauer anzieht, ist entscheidend."