Aller Testfahrten und Forderungen zum Trotz deutet alles darauf hin, dass die Formel 1 weiterhin bei den bekannten 13-Zoll-Rädern bleiben wird, allerdings mit breiteren Reifen. Paddy Lowe bestätigte auf der Pressekonferenz: "Das Thema größere Reifen wurde die letzten fünf bis acht Jahre immer wieder angesprochen. Der breite Konsens [in der Strategy Group] ist, dass das keine gute Richtung wäre."

Das große Problem von Niederquerschnittsreifen ist das deutlich höhere Gewicht. "Auch in Sachen Grip wäre das nicht sehr positiv", fuhr der Technische Direktor von Mercedes AMG fort. "Solche Reifen hätten weniger Grip und das Gewicht würde deutlich nach oben gehen, deshalb ist es für die Performance keine wünschenswerte Richtung." Immer mehr Rennserien sind mit der Zeit auf größere Reifendimensionen umgestiegen, zuletzt versuchte Michelin Druck aufzubauen, indem man verkündete, dass die Formel Renault 3.5 World Series künftig auf 18-Zoll-Reifen fahren wird. Die Strategy Group ignorierte den Vorstoß.

Ein weiterer Grund ist, dass die größeren Reifen weitreichende Umbauten am Auto erfordern. McLaren-Chefingenieur Matt Morris erklärte: "Es wäre nicht nur die Reifengröße, die sich verändert, sondern fast alle anderen Teile würden sich damit verändern." Dabei würde er einen Wechsel auf große Reifen durchaus begrüßen und die Herausforderung annehmen: "Uns Ingenieuren gefällt Veränderung. Wenn sich da etwas ändern sollte, müssten wir den besten Weg finden, damit umzugehen. Das wäre potenziell ein Gebiet, auf dem man einen besseren Schritt als die anderen machen könnte, wir wären sicher glücklich, wenn es so kommen sollte."

Nicht im Trend: Sämtliche Testfahrten mit 18-Zöllern waren umsonst - Foto: Sutton
Nicht im Trend: Sämtliche Testfahrten mit 18-Zöllern waren umsonstFoto: Sutton

Trend: Breitere 13-Zoll-Pirellis

Doch der Trend sieht anders aus: "Wie Paddy gesagt hat, wird der Felgendurchmesser bleiben, wie er ist", fügte Ferrari-Technikdirektor James Allison hinzu. Damit wird es auch unwahrscheinlicher, dass Michelin zum Reifenlieferant ab 2017 wird. Der Motorsportdirektor des französischen Reifengiganten, Pascal Couasnon, knüpfte eine Rückkehr seiner Marke an einen Umstieg der Formel 1 auf die größere Reifendimension. Somit ist es wahrscheinlich, dass Pirelli ab 2017 weiter liefern wird.

Beabsichtigt ist von der Strategy Group im Rahmen des Performance-Programms für 2017 eine Rückkehr zu breiteren Reifen. "Die Breite der Reifen ist aber noch zu bestimmen", bestätigte Allison. "Wir diskutieren darüber genauso wie über andere Aspekte der Regeln für diesen Zeitraum." Der derzeitige Diskurs geht in Richtung einer Erhöhung der Breite von 375 Millimetern auf deren 420.

Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery bestätigte in Kanada noch einmal, dass man der Formel 1 jeden Wunsch erfüllen werde: "Wir haben immer gesagt, dass wir tun werden, was der Sport verlangt. Derzeit sieht es so aus, als würde der Sport mit den 13-Zöllern weitermachen, also machen wir es so. James‘ und Paddy Statements spiegeln wieder, was in der Strategy Group besprochen wurde."