Force India erlebte einen durchweg positiven Freitag. Auf dem Circuit Gilles Villeneuve, dessen Charakteristik die aerodynamischen Schwächen des VJM08 größtenteils kaschiert, blühte Nico Hülkenberg vor allem im 1. freien Training auf und kam auch dank der Mercedes-Power auf den vierten Platz. Das auch in Kanada von Bob Fernley geleitete Team von Vijay Mallya konzentrierte sich im zweiten Training auf eine schnelle Evaluation des superweichen Reifens - den Regen antizipierte man erfolgreich. Lediglich Hülkenberg konnte im Longrun nicht so viele Runden abspulen wie gewünscht.

"Ich habe ein sehr positives Gefühl nach dem heutigen Tag", strahlte der 27-Jährige trotz seines verkürzten Nachittagsprogramms. "Das Auto hat bislang eine gute Performance gezeigt; ich bin recht zufrieden mit der Balance und sehr zuversichtlich hinsichtlich des Speeds. Von der ersten Runde an habe ich mich sehr wohl im Auto gefühlt." Insgesamt fühle er sich sehr glücklich mit dem, was er gelernt habe. "Wir haben eine gute Chance auf ein starkes Wochenende", frohlockte er darüber hinaus - ungeachtet seines im Vergleich zum ersten Training eher mageren elften Platzes in 1:17.120 Minuten am Nachmittag.

Perez gelingt der Longrun auf Supersoft

Sergio Perez leistete wertvolle Abstimmungsarbeit am Vormittag - Foto: Sutton
Sergio Perez leistete wertvolle Abstimmungsarbeit am VormittagFoto: Sutton

Sergio Perez hatte ein etwas umfangreicheres Programm, speziell am Vormittag: "Wir haben viel Arbeit heute Morgen mit unterschiedlichen Abtriebseinstellungen erledigt, weil es sehr wichtig ist, am Sonntag ausreichend Topspeed zu haben." Fernley ergänzte: "Beide Fahrer waren von Anfang an sehr glücklich mit der Balance des Fahrzeugs, so dass wir uns darauf konzentriert haben, kleinere Fortschritte hier und da zu erzielen. Wir haben mit den verschiedenen Flügelstellungen experimentiert, um eine optimale Balance zu finden."

Am Nachmittag ging für den Mexikaner alles ganz schnell: "Es war sehr hektisch, weil wir wussten, dass der Regen kommen würde", so der 25-Jährige. "Wir sind sofort auf Supersofts raus und die Strecke hatte sehr wenig Grip. Wir haben einen Longrun auf den superweichen Reifen abgespult, was uns die Daten beschert hat, die wir brauchen." Da Hülkenberg dies nicht mehr vor dem Regen bewerkstelligen konnte, sind Perez‘ Erfahrungswerte umso wichtiger. Für Fernley kein großes Problem: "Ich denke, wir sind ganz gut für morgen vorbereitet." Die Plätze 13 und 14 in den beiden Trainings haben eine eher geringe Aussagekraft.

Der GP2-Vizemeister von 2010 teilte den Optimismus seines deutschen Teamkollegen und gab sich zuversichtlich: "Ich habe ein gutes Gefühl für das Auto, so dass wir eigentlich nur diesen Rhythmus halten und eine gute Startposition morgen erzielen müssen." Fernley warnte jedoch, dass dies kein Selbstläufer wird: "Das Feld ist hier meistens dicht zusammen und die Abstände sind in der Regel klein. Ich hoffe, wir können auf der vielversprechenden heutigen Performance aufbauen."