Manor erleidet kurz vor dem Großen Preis von Malaysia einen Rückschlag. Wie das Team eine Stunde vor dem Rennbeginn bekanntgab, kann Will Stevens nicht an den Start gehen. "Leider kann Will heute nicht starten", hieß es in einem Manor-Statement. "Wir waren nicht in der Lage, die Probleme mit dem Benzinsystem von gestern in den Griff zu bekommen." Damit tritt lediglich der Spanier Roberto Merhi für das Team beim zweiten Rennen des Jahres in Sepang an.

Stevens meldete schon während des 3. Trainings am Samstagvormittag mit dem Benzinsystem. In der Folge musste der Brite das Qualifying auslassen. Trotzdem hätten beide Manor Marussias im Rennen starten dürfen, obwohl sie die 107-Prozent-Hürde nicht geknackt hatten. Die FIA hatte allerdings eine Starterlaubnis ausgestellt.

Will Stevens muss mal wieder nur zuschauen - Foto: Sutton
Will Stevens muss mal wieder nur zuschauenFoto: Sutton

Zweite Absage in Folge

Damit verpasst Stevens den zweiten Grand Prix in Folge. Beim Saisonauftakt in Australien gelang es Manor aufgrund zahlreicher technischer Probleme nicht, auch nur eine Runde während des Wochenendes zu drehen. Trotzdem sah Manor-Geschäftsführer Graeme Lowdon einen Fortschritt innerhalb des Teams, dessen Zukunft lange Zeit ungewiss war.

"Wir haben die Softwareprobleme in den Griff bekommen", sagte Lowdon im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Uns ist es gelungen, viel in Melbourne zu lösen, aber es war zu spät, um Rennen zu fahren. Die Arbeit in Melbourne war wichtig für uns, den Rest der Saison zu fahren. Es wäre schön gewesen, wenn wir in Melbourne hätten fahren können, aber wir konnten es nicht, so einfach ist das."

Roberto Merhi feiert sein Renndebüt in der Formel 1 - Foto: Sutton
Roberto Merhi feiert sein Renndebüt in der Formel 1Foto: Sutton

Ecclestone wütet gegen Manor

Im Verlauf des Malaysia-Wochenendes hatte sich Bernie Ecclestone bereits heftig über Manor Marussias Vorgehen in Australien beschwert. So habe das Team niemals geplant, in Melbourne wirklich zu fahren. Stattdessen sei die klamme Truppe nur auf das Preisgeld aus gewesen. "Das ist einfach widerwärtig, um ehrlich zu sein", tobte Ecclestone während einer Presserunde mit ausgewählten Journalisten. "Sie hatten in Australien nichts, womit sie hätten fahren können."

Deshalb hatte der Formel-1-Boss vergangene Woche angekündigt, dem Hinterbänkler-Team die Kosten für den Transport des Equipments nach Australien in Rechnung zu stellen. Außerdem drohte er, Manor Marussia einen Teil des Preisgeldes wegen des verpassten Rennens in Melbourne abziehen zu wollen.

Nun in Malaysia legte Ecclestone noch einmal nach: "Wir hätten sie absägen sollen, als wir herausgefunden haben, dass sie insolvent waren. Das Problem war, dass sie in die Insolvenz gingen. Als sie da wieder heraus waren, kamen sie zurück als ob nichts passiert sei. So etwas Verrücktes habe ich zuvor noch nie gehört, aber so ist es eben."