Das Meeting der Strategy Group in Paris endete am Donnerstag mit einem herben Rückschlag für Marussias Ambitionen, 2015 doch an den Start zu gehen. Da das insolvente Team, das offenbar kurz vor der Übernahme durch ein Investorenkonsortium steht, nicht in der Lage war, ein neues Auto zu bauen, wurde der Antrag gestellt, in der kommenden Saison mit dem 2014er-Wagen antreten zu dürfen.

Bei Marussia und Caterham gehen die Lichter aus - Foto: Sutton
Bei Marussia und Caterham gehen die Lichter ausFoto: Sutton

Während die großen Teams ihre Bereitschaft geäußert hatten, der Bitte Marussias nachzukommen, legten sich die kleineren Rennställe mit Hintergedanken quer, an den kommerziellen Einnahmen zu partizipieren, die eigentlich Marussia zustehen würden. Für die Erteilung der Sondererlaubnis wäre die einstimmige Unterstützung aller Teams notwendig gewesen.

Obwohl Marussia, das 2015 unter dem Namen Manor GP antreten wollte, die Antrittsgebühr für die kommende Saison mittlerweile überwiesen hat, gilt ein Start somit als äußerst unwahrscheinlich, da die Zeit bei weitem nicht ausreichen würde, um ein Auto zu konstruieren, das dem aktuellen technischen Reglement entspricht, welches sich vor allem an der Nase vom Regelwerk der Vorsaison unterscheidet.

Force India dagegen

UPDATE: Bernie Ecclestone bestätigte gegenüber dem Independent das negative Votum. "Sie wollten mit dem letztjährigen Auto fahren, was nicht akzeptiert wurde. Es hätte die Zustimmung aller Teams bedurft, aber es gab drei oder vier, die nicht zustimmten", erklärte der Formel-1-Boss. Diversen Medienberichten zufolge sollen sich neben Force India auch Red Bull und Toro Rosso quergelegt haben, während sich nur Mercedes und Ferrari klar für den Antrag aussprachen.

"Das Geld, das sie bekommen hätten sollen, wird unter den Teams verteilt, die weiterhin fahren", erläuterte Ecclestone die weitere Vorgehensweise, der dies als "guten Grund" bezeichnete, um gegen Marussia/Manor zu stimmen. "Vielleicht hätten auch andere Teams das letztjährige Auto einsetzen wollen", spekulierte er. "Das Problem ist, dass man so eine Entscheidung nicht nur für ein Team, sondern für alle treffen muss."

Mini-Starterfeld droht

Nachdem auch bei Caterham die Lichter endgültig auszugehen scheinen - die Versteigerung der Besitztümer des Teams wurde angesetzt -, deutet alles darauf hin, dass die Formel-1-Weltmeisterschaft 2015 mit nur neun Teams in Szene gehen wird. Bereits bei den Großen Preisen von Brasilien und der USA waren im Herbst aufgrund der Abwesenheit von Caterham und Marussia lediglich 18 Autos am Start gewesen.