Ferrari erlebte 2014 eine Saison zum Vergessen. Die Scuderia blieb zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren ohne Rennsieg und kam in der Konstrukteurs-Wertung nicht über den vierten Platz hinaus. Das enttäuschende Abschneiden führte zu einem regelrechten Köpferollen in Maranello, das allen voran Luca di Montezemolo, den langjährigen Präsidenten, traf.

Sergio Marchionne ist der neue Ferrari-Präsident - Foto: Sutton
Sergio Marchionne ist der neue Ferrari-PräsidentFoto: Sutton

Der Italiener wurde im Herbst von Sergio Marchionne, seines Zeichens Chef von Fiat-Chrysler, abgelöst, der auf der Detroit Motorshow nun noch einmal unterstrich, dass die Zeit für personelle Veränderungen gekommen war.

"Luca hat einen tollen Job gemacht, indem er die Geschäfte 23 Jahre lang geführt hat, aber wir haben seit 2008 keine Formel-1-Weltmeisterschaft mehr gewonnen", sagte Marchionne. "Wir hatten 2014 eine desaströse Saison und ich glaube, Organisationen neigen dazu, faul zu werden", sparte er nicht mit Kritik an seinem Vorgänger. "Deshalb war es Zeit für ein paar Veränderungen."

Der Verkauf von Straßenautos sei zuletzt hingegen gut gelaufen, betonte Marchionne, der jedoch die Gefahr sieht, dass sich mangelnder Erfolg auf der Rennstrecke mittelfristig auch negativ auf Ferraris Kerngeschäft auswirken könnte. "Wenn wir es dort nicht hinbekommen, dann glaube ich, wird es schlussendlich auch Auswirkungen auf die Marke geben", warnte er. "Deshalb mussten wir eingreifen."

Ferrari stolperte 2014 mehr schlecht als recht durch die Saison - Foto: Sutton
Ferrari stolperte 2014 mehr schlecht als recht durch die SaisonFoto: Sutton

Freude über Engine-Unfreeze

So schlecht 2014 auch gelaufen war, so gut begann 2015, denn Ferrari verzeichnete noch vor dem Beginn der neuen Saison einen ersten Sieg. Die Motoren - eines der Hauptproblemfelder der Scuderia - werden künftig nicht mehr per 28. Februar eingefroren, sondern können das gesamte Jahr über weiterentwickelt werden. "Wir starten etwas spät in die Saison, weil mit dem Design des neuen Autos spät begonnen wurde", verriet Marchionne, blieb aber dennoch optimistisch. "Wir müssen den Motor allerdings nicht mit dem ersten Rennen einfrieren, deshalb wird es eine sehr interessante Saison."

Neben Montezemolo musste auch Kurzzeitteamchef Marco Mattiacci seinen Posten räumen. Der Italiener wurde wenige Tage nach dem Saisonfinale von Maurizio Arrivabene abgelöst, der gemeinsam mit Technikchef James Allison dafür Sorge tragen soll, dass Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel einen konkurrenzfähigen Wagen bekommen. Mit Erfolgserlebnissen rechnet Marchionne jedoch erst gegen Ende der Saison - Stichwort Motorenentwicklung. "Ich denke, das Auto wird während des Jahres besser werden", wagte er einen Ausblick auf 2015. Der neue Ferrari wird am 30. Januar präsentiert.