Der Informationsdurst der Öffentlichkeit hinsichtlich Michael Schumacher ist riesig. Wer am Jahrestag seines Unfalls gehofft hat, große Neuigkeiten zu erfahren, wurde enttäuscht. Somit gehen die Spekulationen weiter: Erst kürzlich wurden Informationen von Schumachers falschem Freund Philippe Streiff vom Management als Fehlinformation bestätigt, der gegenüber einer französischen Zeitung ausgesagt haben soll, dass Schumacher seine Angehörigen erkenne, aber nicht in der Lage sei, zu sprechen. Ein neuer Bericht aus italienischen Medien zeichnet ein ähnliches Bild von Schumachers Situation mit etwas mehr Details.

Der Corriere della Sera zufolge soll Michael Schumacher emotional auf seine Familienangehörigen reagieren. So soll sich hin und wieder eine Träne lösen, wenn er die Stimmen seiner Frau Corinna und seiner Kinder höre. Ein weiterer Bericht, diesmal in der italienischen Autosprint, der für sich reklamiert, die Informationen "so objektiv wie möglich, basierend auf Angaben von Menschen, die ihn in letzter Zeit zu Gesicht bekommen haben und die über seinen medizinischen Status Bescheid wissen", geht noch tiefer ins Detail.

Demnach sei Schumacher nicht ans Bett gefesselt, er könne sich aber nicht aus eigener Kraft bewegen und nicht verbal kommunizieren. Die meiste Zeit, die er nicht mit Physiotherapie beschäftigt ist, verbringe er in einem Stuhl vor seiner Villa, um die Landschaft zu überblicken. "Seine Augen sind offen, aber er starrt häufig Löcher in die Luft." Er würde seine Angehörigen immer öfter erkennen, könne aber nur mit den Augen kommunizieren.

Wird Sabine Kehm auf die Berichte reagieren? - Foto: Sutton
Wird Sabine Kehm auf die Berichte reagieren?Foto: Sutton

Auch auf die Informationen aus der Corriere della Sera, wonach Schumacher emotionale Regungen zeige, geht der Artikel ein: "Es zeigt, dass er Emotionen fühlt, dass sein Gehirn funktioniert. Es ist der einzige Weg, auf dem sein starker Charakter eine Emotion kreieren kann. Es zeigt, dass er lebt und versteht. Selbst wenn er momentan ein Gefangener in einem funktionsuntüchtigen Körper ist."

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Wie immer gilt es, diese Informationen mit Vorsicht zu genießen. Manche Medien versuchen, angesichts des Jahrestages des Unfalls mit spektakulären Informationen genau das zu liefern, wonach die Öffentlichkeit lechzt: Endlich ein paar Details. Vermutlich wären solche Medienberichte weniger, würde es detailliertere offizielle Informationen geben, doch es gilt für das Management, einen hochsensiblen schwierigen Grat zwischen Informationen und Privatsphäre zu meistern. Ob nun aus den Informationen aus Italien, die in der Vergangenheit nicht immer die glaubwürdigsten waren, etwas dran ist, wird sich anhand der Reaktion des Managements zeigen: Falsche Informationen wurden nämlich immer sehr schnell dementiert. Bedenklich ist in jedem Fall der unkritische Umgang der Autosprint mit den Informationen aus der Corriere della Sera.(Heiko Stritzke)