Vor einem Jahr, am 29. Dezember 2013, veränderte sich Michael Schumachers Leben schlagartig. Der Rekordweltmeister erlitt beim Skifahren in Frankreich einen schweren Unfall, fiel wochenlang ins Koma und kämpft derzeit im Kreise seiner Familie in seiner Schweizer Wahlheimat um den Weg zurück in die Normalität.

Dass dieser Weg lange und beschwerlich ist, betonte nun einmal mehr Schumachers Managerin Sabine Kehm. "Wir brauchen viel Zeit. Es wird lange dauern und ein harter Kampf", sagte sie gegenüber Reuters. Schumachers Fortschritte seien der Schwere der Situation angemessen, so Kehm weiter.

Streiff sorgt für Aufregung

Für Aufregung sorgt derweil der ehemalige Formel-1-Pilot Philippe Streiff, der am Sonntag in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Parisien verriet, dass Schumacher seine Sprache zwar noch nicht wundergefunden habe, jedoch langsam beginne, ihm nahestehende Menschen zu erkennen.

Streiff sprach in einem Interview über Schumachers Zustand - Foto: Sutton
Streiff sprach in einem Interview über Schumachers ZustandFoto: Sutton

Streiff berief sich dabei auf Informationen, die er von Schumachers Ehefrau Corinna sowie dem Neurochirurgen Gérard Saillant erhalten habe, der Schumacher behandelt und mit dem er im Zuge eines Unfalls im Jahre 1989, seit dem er querschnittsgelähmt ist, selbst Bekanntschaft machte.

Streiff erklärte weiter, dass Schumacher momentan daran arbeite, aufrecht zu sitzen und langfristig die Hoffnung habe, ohne Krücken laufen zu können.

Kehm dementiert

Kehm wies die Schilderungen des Franzosen jedoch als falsch zurück und hielt fest, dass Schumacher weder ein Freund Streiffs sei, noch dass Corinna oder Saillant zu ihm Kontakt gehabt hätten.

"Ich kann das nicht bestätigen", nahm die Managerin auf das Interview des 59-Jährigen Bezug. "Ich kann nur bestätigen, dass ich nicht weiß, woher Herr Streiff seine Informationen hat, weil er keinen Kontakt zu uns hat und auch nie hatte."

Saillant, der der FIA Medical Commission als Präsident vorsteht, meldete sich am Sonntag mittels eines Sprechers ebenfalls zu Wort und bestätigte Kehms Aussagen. "Ich hatte seit einem Jahr keinen Kontakt zu Philippe Streiff, weder verbal, schriftlich noch persönlich", wird er von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.