Der größte Konkurrent in der Königsklasse ist immer im eigenen Team zu finden, denn er hat als einziger identisches Material zur Verfügung. Umso ernüchternder, wenn der eigene Teamkollege einem überlegen ist. Bei den Teams McLaren, Force India und Lotus setzte sich ein Fahrer jeweils deutlich durch. Bei Toro Rosso war der eine Pilot bei den Rennduellen besser, hatte dafür aber bei den Qualifyings das Nachsehen.

McLaren: Button vs. Magnussen

Nur selten lag Magnussen  in dieser Saison vor Button - Foto: Sutton
Nur selten lag Magnussen in dieser Saison vor ButtonFoto: Sutton

Punkte: 126:55 - Qualifying 10:9

Das Duell der beiden Mclaren-Fahrer ging weit über das Saisonende hinaus. Als die Zweikämpfe auf der Strecke längst ausgefahren waren, begann das Hinhalten der McLaren-Verantwortlichen, wer von den Beiden 2015 Teamkollege von Fernando Alonso sein darf. Nach Wochen der Ungewissheit setzte sich schließlich auch hier Jenson Button durch.

In der abgelaufenen Saison hatte der erfahrene Brite seinen zwölf Jahre jüngeren Teamkollegen im Griff - wie allgemein erwartet wurde. Besonders in der zweiten Saisonhälfte wurde der Unterschied deutlich, als Button regelmäßig in Podiumsnähe fuhr, Magnussen aber mit Mühe gerade die Punkte erreichte. Trotzdem konnte auch der Däne Nadelstiche im Duell setzen, immerhin schlug er Button neunmal im Qualifying und holte mit Platz zwei in Australien das beste Saisonergebnis für McLaren.

Force India: Hülkenberg vs. Perez

Das Force India team beim US GP - Foto: Sutton
Das Force India team beim US GPFoto: Sutton

Punkte: 96:59 - Qualifying 12:7

Nico Hülkenberg und Sergio Perez traten 2014 als neue Fahrerpaarung beim indischen Rennstall an. Für Force India sollte es die erfolgreichste Saison der Teamgeschichte werden. Mit dem dritten Platz von Perez in Bahrain gelang dem Team erstmals seit fünf Jahren wieder der Sprung aufs Siegertreppchen - gleichzeitig das beste Saisonresultat des Rennstalls.

Überzeugender waren dennoch die Leistungen von Nico Hülkenberg, der besonders mit seiner Konstanz punktete - in den ersten zehn Rennen kam er jeweils in die Punkteränge. Perez dagegen ließ weitere gute Resultate in Montreal und Austin durch Unfälle liegen, sodass Hülkenberg am Ende 37 Punkte mehr auf seinem Konto aufzuweisen hatte. Nicht anders sieht es bei den Qualifyings aus, bei denen sich Hülkenberg mit 12:7 gegenüber seinen mexikanischen Teamkollegen durchsetzte.

Toro Rosso: Vergne vs. Kvyat

Vergne zeigte einige gute Leistungen in dieser Saison - Foto: Sutton
Vergne zeigte einige gute Leistungen in dieser SaisonFoto: Sutton

Punkte: 22:8 - Qualifying 7:12

Bei Toro Rosso traf mit Daniil Kvyat ein vielversprechender Rookie auf den erfahreneren Franzosen Jean-Eric Vergne, der seine dritte Saison für das Team bestritt. Zu Saisonbeginn war ein Unterschied jedoch nicht auszumachen, erst im weiteren Saisonverlauf konnte sich Vergne mit guten Leistungen in der WM-Wertung vom Russen absetzen. Mit 22 Punkten absolvierte der Franzose seine erfolgreichste Saison in der Formel 1, dennoch bevorzugten die Verantwortlichen bei Red Bull Kvyat bei der Cockpitvergabe für 2015.

Der junge Russe überzeugte vor allem durch seine geringe Eingewöhnungszeit in der Köningsklasse. Im direkten Punkte-Duell war er der Unterlegende, doch bei den Qualifyings ließ er seinen Teamkollegen im wahrsten Sinne alt aussehen und platzierte sich zwölfmal vor dem Franzosen.

Lotus: Grosjean vs. Maldonado

Lotus bekämpfte sich meist im Hinterfeld - Foto: Sutton
Lotus bekämpfte sich meist im HinterfeldFoto: Sutton

Punkte: 8:2 - Qualifying 15:4

Bei Lotus war 2014 nicht viel zu reißen, das mussten Romain Grosjean und Pastor Maldonado schnell einsehen und hatten gleichermaßen mit den Schwächen des Autos zu kämpfen. Trotzdem erwies sich Grosjean als der deutlich Bessere der Beiden - wenn auch auf niedrigem Niveau. Das Qualifying-Duell gewann der Franzose mit 15:4 und zeigte auch in den Rennen häufig die bessere Performance: In Spanien und Monaco sammelte er die ersehnten ersten Punkte für Lotus, während Maldonado bis zum drittletzten Grand Prix in Austin warten musste, bevor er die ersten Punkte einfuhr.