Amerika: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - aber nicht in allen Dingen. Auch in Austin musste Williams deutlich erkennen, wo die Grenzen im Vergleich zu Mercedes liegen. Im zweiten Freien Training fehlten Felipe Massa auf Platz fünf bereits rund 1,5 Sekunden auf Spitzenreiter Lewis Hamilton. "Ich denke, es müsste bei den Mercedes-Fahrern schon was passieren, damit wir auf Pole stehen", erkannte der Williams-Pilot klar an.

Fernando Alonso im Ferrari sowie Daniel Ricciardo im Red Bull würde der Brasilianer im Qualifying aber gerne noch hinter sich lassen. "Ferrari ist am Freitag immer sehr schnell, daher hoffe ich, dass wir noch ein bisschen Pace gewinnen können." Die Gründe für die Schwierigkeiten während des zweiten Trainings waren für Massa schnell ausgemacht. "Es war am Nachmittag sehr windig, was es schwierig machte, wirklich die Balance des Autos zu beurteilen", erklärte er.

Zudem fühlte sich der Bolide durch den Wind deutlich verändert im Vergleich zum Vormittag an, was für Massa die Arbeit am Setup erschwerte. Da sich der Wind nach Williams-Informationen am Samstag und Sonntag erneut verändern soll, erwartet der Brasilianer neuerliche Anpassungen der Auto-Einstellungen. Die richtige Basis sei laut Massa aber gefunden. "Ich bin happy mit dem Gefühl im Auto und wir schauen nun auf die Pace für das Wochenende."

Felipe Massa fühlt sich gut vorbereitet - Foto: Sutton
Felipe Massa fühlt sich gut vorbereitetFoto: Sutton

Red Bull und Ferrari die Gegner

Wie Massa kämpfte Teamkollege Valtteri Bottas mit dem Wind. "Das Auto war durch die windigen Bedingungen nicht gerade einfach zu fahren und es war nicht einfach, die optimale Balance zu finden", schilderte der Finne. Er konnte allerdings keine Vergleiche zum Vormittag ziehen. Bottas hatte das erste Freie Training auslassen müssen, um Testfahrer Felipe Nasr eine Einsatzmöglichkeit zu gewähren. Mit seiner schnellsten Runde von 1:40.828 Minuten reihte er sich auf Platz elf ein - knappe zwei Sekunden hinter der Spitze. "Ich denke, dass ich noch etwas mehr Rundenzeit finden kann, daher wird das dritte Freie Training die Chance, ein bisschen mehr ans Limit zu gehen", erklärte Bottas.

Auf seinen 37 Runden am Nachmittag sammelte der Williams-Pilot aber wichtige Erkenntnisse über die beiden Reifenmischungen für Austin. "Wir haben viele Informationen bezüglich der Temperaturen und der Reifen sammeln können und es scheint, als hätten wir Wege gefunden, mehr Performance aus ihnen herauszuholen", zog der Finne eine insgesamt positive Bilanz.

An einen Angriff auf Mercedes glaubt Bottas aber auch in Austin nicht. Die Pace der Silberpfeile sei sehr stark und zudem würde ihnen der Kurs in Texas deutlich besser liegen als noch die letzte Strecke in Russland - zumindest verglichen zum Williams. "Momentan sind sie in ihrer eigenen Liga, daher müssen wir uns an diesem Wochenende auf den Kampf mit Red Bull und Ferrari konzentrieren."

Felipe Nasr saß zum ersten Mal seit Barcelona wieder im Williams - Foto: Sutton
Felipe Nasr saß zum ersten Mal seit Barcelona wieder im WilliamsFoto: Sutton

Klare Fortschritte

Positive Eindrücke sammelte auch Felipe Nasr. Der Brasilianer saß zum ersten Mal seit Barcelona wieder im Williams und erkannte eine deutliche Steigerung des Boliden. "Das Auto hat sich seit meiner letzten Fahrt deutlich verbessert - mit gesteigertem Grip in allen Bereichen und es ist einfacher zu fahren", erklärte der Williams-Testfahrer. Insgesamt spulte Nasr 19 Runden ab und lag mit 1,6 Sekunden Rückstand auf dem achten Rang.