Weil Marussia und Caterham in die Insolvenz geschlittert sind, wird der Große Preis der USA mit nur 18 Autos über die Bühne gehen. Damit tritt jenes Schreckensszenario ein, vor dem Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn, eine eiserne Verfechterin der Kostenbeschränkung in der Formel 1, schon seit geraumer Zeit gebetsmühlenartig gewarnt hat.

"Ich bin über das Stadium der Frustration hinaus", erklärte Kaltenborn in Austin. "Zunächst bin ich sehr enttäuscht, denn es ist eine Sache, über dieses furchtbare Szenario, dass einige Teams nicht hier sein werden, zu sprechen. Aber dass es der Sport an sich und die verantwortlichen Leute dazu kommen ließen, ist beunruhigend", macht die Österreicherin ihrem Ärger Luft. "Ich denke, einige Stakeholder oder Leute wollen einfach nicht verstehen, wo die Probleme liegen."

Für Kaltenborn steht fest, dass es an der FIA liegt, Druck auf Formel-1-Boss Bernie Ecclestone auszuüben, der über die Finanzen der Königsklasse herrscht. "Sie haben die kommerziellen Aspekte ausgelagert, was ziemlich normal ist", betonte Kaltenborn. "Aber wir sind ein Teil der FIA. Wir stehen unter ihrer Führung und das kann sehr wohl ein Bestandteil der Führung sein." Es liege am Weltverband darauf zu achten, dass der Sport nicht beschädigt wird, verdeutlichte die Sauber-Teamchefin.

Die Formel 1 ist in Gefahr

Caterham und Marussia sind nicht in Austin - Foto: Sutton
Caterham und Marussia sind nicht in AustinFoto: Sutton

Die Preisgelder der Formel 1 werden gemäß Verträgen ausgeschüttet, die Ecclestone individuell mit den einzelnen Rennställen abschloss. "Es gibt keinen Vertrag, den man nicht ändern kann. Was ist ein Vertrag wert, wenn man sieht, was mit dem Sport passiert?", kritisierte Kaltenborn die aktuelle Vorgehensweise. "Der Weg, den wir beschreiten, wird sich zu einem gewissen Zeitpunkt sicherlich negativ auf die Einkünfte auswirken."

Kaltenborn ist der festen Überzeugung, dass der Formel 1 eine düstere Zukunft droht, wenn nicht endlich an den nötigen Stellschrauben gedreht wird, um das finanzielle Überleben der Teams zu vereinfachen. "Ich glaube nicht, dass es noch viele Jahre so weitergehen wird. Wir haben auch in der Vergangenheit viele Hersteller kommen und gehen gesehen", warnte sie. "Was bleibt dann vom Produkt noch übrig? Deshalb glaube ich, dass es in erster Linie an den Hütern des Sports liegt, darüber nachzudenken, was mit dem Produkt geschieht."