Die Rennstewards des US GPs um Garry Connelly, Silvia Bellot, Tim Mayer und Derek Warwick haben alle Hände voll zu tun. Schon am Donnerstag dürfte dem Quartett nicht langweilig geworden sein. Neben der Änderung beim Qualifying-Format mussten die Stewards noch eine, respektive zwei viel kompliziertere Sachverhalte bearbeiten: Das Fehlen von Marussia und Caterham.

Besitzverhältnisse und Co. sind ohnehin kompliziert - Foto: Sutton
Besitzverhältnisse und Co. sind ohnehin kompliziertFoto: Sutton

Als wären die Angelegenheiten bei den beiden Teams nicht ohnehin schon kompliziert genug, machen es die Formel-1-Statuten noch um ein ganzes Stück komplizierter. Denn mit der Teilnahme an der Formel-1-Weltmeisterschaft verpflichtet sich jedes der elf eingeschriebenen Teams, an allen 19 Weltmeisterschaftsläufen teilzunehmen. Das ist in Artikel 13.2 f) des Sportlichen Reglements festgelegt. Mit dem Einreichen von Anhang 2, dem Nennformular, erklärt sich jedes Team damit einverstanden.

Im Grunde haben sowohl Marussia, als auch Caterham gegen die Regeln verstoßen. Die FIA wies im Vorfeld des US GPs die Verantwortung zunächst von sich und überließ den Stewards, ob und inwiefern die beiden Teams zu bestrafen sind.

Schwarzer Peter wird hin- und hergeschoben

Die Stewards haben darüber zwar ihr Urteil gefällt, schieben den schwarzen Peter aber wieder zurück an die FIA. Zwar machen sich Caterham und Marussia laut Urteil der Stewards des Regelbruchs schuldig, allerdings wird "in Anbetracht der aktuellen finanziellen Situation des Teams [für beide Teams gilt das gleiche Urteil]" von einer Strafe abgesehen.

Beendet ist der Fall damit aber noch nicht. "Wegen der speziellen Art des Regelbruchs, wird die Angelegenheit an den FIA Präsidenten weitergegeben", heißt es in der Urteilsbegründung. Nachdem die FIA die Verantwortung zunächst an die Rennstewards abgegeben hatte, kommt der Fall also wieder auf den Automobilweltverband zurück. Dass sich FIA Präsident Jean Todt für eine drakonische Strafe aussprechen wird, darf jedoch bezweifelt werden.