Nachdem sich der Vater von Jules Bianchi bereits am Dienstag geäußert hatte, stellte sich nun auch seine Mutter den Medien. Christine Bianchi blieb dabei recht verschwiegen und deutete indirekt an, dass sie nicht frei über die Geschehnisse sprechen dürfe. Jules Bianchi liegt nach seinem Horrorcrash in Suzuka weiterhin auf der Intensivstation im Mie General Medical Center in Yokkaichi in einem offiziellen kritischen, aber stabilen Zustand.

Gegenüber dem französischen Radiosender RTL sagte Christine Bianchi aus: "Jules wird sehr gut behandelt. Das Krankenhaus ist perfekt, die Ärzte sind exzellent, respektvoll und gütig." Mehr als das, was sich eher wie eine Pressemitteilung liest, wollte sie nicht preisgeben, fügte aber hinzu: "Ich kann nicht viel mehr sagen, außer mich zu den Kritiken zu äußern. Manche Leute sagen Dinge, um sich vor ihrer Verantwortung zu drücken." Wen sie damit genau meinte, lies sie offen.

Das Marussia-Team wies jede Verantwortung für den Unfall von sich - Foto: Marussia
Das Marussia-Team wies jede Verantwortung für den Unfall von sichFoto: Marussia

Gemeint sein könnte einerseits das Dementi seitens Marussia. Das Team stritt vehement ab, Bianchi zum Schnellfahren unter gelb animiert zu haben. Andererseits könnten auch die Organisatoren des Rennens gemeint sein, die sich dem Vorwurf ausgesetzt sehen, aus Rücksicht auf das Publikum in Europa den Start so weit nach hinten verschoben zu haben, dass die Sicht zu schlecht geworden ist. Wahrscheinlich ist, dass sie auf Kritiken an Bianchis Tempo bei doppelt geschwenkter gelber Flagge ansprach.

Schließlich ging der Journalist in die Offensive und fragte direkt, ob die Familie Bianchi zum Schweigen verdonnert werde. Die Antwort: "Die Formel 1 ist Business. Ein sehr großer Business." Bereits am Dienstag hatte sich Jules Bianchis Vater Philippe gegenüber italienischen Medien geäußert. "Wir leben in einem Alptraum. Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, befürchten wir, dass es das Krankenhaus ist, das uns mitteilt, dass Jules gestorben ist. Die Ärzte haben uns mitgeteilt, dass noch keiner so einen schweren Unfall überlebt hat. Aber Jules wird nicht aufgeben."